Mengshausen

Dorf · 220 m über NN  
Gemeinde
Niederaula
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

11 km südwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen und lockerer Gehöftanordnung am rechten Ufer der Fulda. Kirche in zentraler Lage mit ausgeprägtem Kranz. Durch den Ort führt von Südwesten kommend als Solmser Straße (L 3471), die im Ortskern in die kreisförmige Inselstraße mündet und diese als Talstraße über die Fulda nach Niederaula und Nordwesten verlässt. Von der Inselstraße geht nach Nordosten die Kerspenhäuser Str. (L 3432) ab. Jüngere Siedlungsentwicklung nach Süden und Osten in Richtung Kohlenberg. Brücke über die Fulda 1749 neu errichtet (HStAM Best. 53 b Nr. 289)

Ersterwähnung

1003

Siedlungsentwicklung

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Niederaula.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villula (1292)
  • Vorwerk (1336)
  • Dorf und Mark (1406)
  • Dorfschaft (1766)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1913

Älteste Gemarkungskarte

1726

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3543675, 5628902
UTM: 32 U 543583 5627090
WGS84: 50.793914° N, 9.618381° O

Statistik

Ortskennziffer

632015050

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 487, davon 264 Acker (= 54.21 %), 145 Wiesen (= 29.77 %), 23 Holzungen (= 4.72 %)
  • 1961 (Hektar): 939, davon 495 Wald (= 52.72 %)

Einwohnerstatistik

  • um 1610: 53 Hausgesesse
  • 1628: 53 Hausgesesse
  • 1673: 28 Hausgesesse
  • 1747: 51 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 49 Häuser mit 283 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Schmiede, 1 Maurer, 1 Wagner, 1 Wirt, 4 Schneider, 27 Leinweber, 7 Schäfer und 9 Tagelöhnerinnen, 25 Ackerleute, davon aber 22 ihr eigen Tuch machen
  • 1885: 372, davon 365 evangelisch (= 98.12 %), 7 katholisch (= 1.88 %)
  • 1961: 590, davon 445 evangelisch (= 75.42 %), 134 katholisch (= 22.71 %)
  • 1970: 612

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1434: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1970 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Niederaula eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
  • 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
  • 1943: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • Hersfeld, KlosterBis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Mengshausen formal unter hersfeldischer Herrschaft und wird als Lehen oder Pfand ausgegeben. 1292 verzichtet Werner von Reichenbach im Streit mit dem Abt von Hersfeld auf seine Rechte u.a. in Mengshausen und erhält dafür von Abt und Kloster andere Güter. Unter den vom Abt von Hersfeld 1327 bestätigten Burglehngütern der von Hattenbach gehören auch solche zu Mengshausen. 1345 erwerben Otto von Malkos, Kanoniker in Rasdorf, sein Bruder Hermann von Gilfershausen, der Knappe Simon von Schacken und Friedrich von Hattenbach vom Stift Hersfeld ein Vorwerk in Mengshausen mit Wasser, Holz und Feld. Besitzungen befinden sich ferner in den Händen Ottos von Buttlar (1406), Kraft Bibras und Johann von Talau. 1440 und 1459 lassen sich die Herren von Schlitz in Mengshausen als Lehnsmannen von Hersfeld nachweisen. Die Güter gehören zum Burglehen Hattenbach. Rechtsgeschäfte werden in der Regel vom Abt von Hersfeld oder mit seiner Zustimmung getätigt. Eine Zuordnung der Gerichtsbarkeit zum Amt Niederaula wird im 15. Jahrhundert erkennbar.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Kloster Hersfeld
  • In zentraler Lage mitten im Dorf befand sich der sogenannte Soldanshof (später Gerbrachthof), der auf eine Schenkung Landgraf Wilhelms V. als Administrator des Stifts Hersfeld an seinen Kanzleirat Hermann Thalmüller 1624 zurückgeht. Nach dessen Tod heiratete die Witwe den Pfarrer der Kasseler Neustadt Justus Soldan, einen Nachkommen des Frankenberger Bildschnitzers und Formenschneiders Philipp Soldan (T. Classen, Niederaula von der karolingischen Schenkung bis zur Großgemeinde, S. 217-218; H. Lerch: Andreaslehen und Soldanshof in Mengshausen, in: Mein Heimatland, Hersfeld,17, 1957 Nr. 15)

Ortsadel

1230-1236

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1520 als Filialkirche von Niederaula erwähnt
  • Kleiner, geosteter Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor im Kern gotisch, nach Datumstein am Portal 1626 erneuert, 1984 renoviert

Pfarrzugehörigkeit

1560,1747, 1872, 1966 Filial von Niederaula, seit 1984 von Niederaula-Niederjossa

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen

1766 sind ein Schulhaus und Schulmeister vorhanden
1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

1766 keine Mühle vorhanden, die Einwohner mahlen in den Mühlen bei Niederaula

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Mengshausen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3086_mengshausen> (aufgerufen am 19.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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