Mengshausen

Die Lage von Mengshausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
11 km südwestlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen und lockerer Gehöftanordnung am rechten Ufer der Fulda. Kirche in zentraler Lage mit ausgeprägtem Kranz. Durch den Ort führt von Südwesten kommend als Solmser Straße (L 3471), die im Ortskern in die kreisförmige Inselstraße mündet und diese als Talstraße über die Fulda nach Niederaula und Nordwesten verlässt. Von der Inselstraße geht nach Nordosten die Kerspenhäuser Str. (L 3432) ab. Jüngere Siedlungsentwicklung nach Süden und Osten in Richtung Kohlenberg. Brücke über die Fulda 1749 neu errichtet (HStAM Best. 53 b Nr. 289)
Ersterwähnung
1003
Siedlungsentwicklung
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Niederaula.
Historische Namensformen
- Mengingozeshuson, per (1003) [Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1, S. 144-145 Nr. 76]
- Mengingozeshuson, per (1070) [Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1, S. 190-191 Nr. 107]
- Meingozeshusen, de (1231) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 18 Nr. 13]
- Mengozeshusen, de (1236) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 18 Nr. 21]
- Meingozhusin (1292) [HStAM Bestand Urk. 56 Nr. 139]
- Mengeshusen, in (1327) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 255]
- Mengishusen, zu (1336) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 308]
- Mengishusen, zu (1345) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 364]
- Mengishusen, zu (1406) [ HStAM Best. Urk. 56 Nr. 721]
- Mengishusen, zcu (1440) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 966]
- Mengishusen, zcu (1459) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1070]
- Mengshaußen (1560) [HStAM Best. 104 Nr. 411]
- Mengeshausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Mengs- oder Mannshausen (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
Bezeichnung der Siedlung
- villula (1292)
- Vorwerk (1336)
- Dorf und Mark (1406)
- Dorfschaft (1766)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- Mengshäuser Kuppe
- Sternberg
- Wallenfels
- Wallenfels (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
Umlegung der Flur
1913
Älteste Gemarkungskarte
1726
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3543675, 5628902
UTM: 32 U 543583 5627090
WGS84: 50.793914° N, 9.618381° O
Statistik
Ortskennziffer
632015050
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 487, davon 264 Acker (= 54.21 %), 145 Wiesen (= 29.77 %), 23 Holzungen (= 4.72 %)
- 1961 (Hektar): 939, davon 495 Wald (= 52.72 %)
Einwohnerstatistik
- um 1610: 53 Hausgesesse
- 1628: 53 Hausgesesse
- 1673: 28 Hausgesesse
- 1747: 51 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1766: 49 Häuser mit 283 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Schmiede, 1 Maurer, 1 Wagner, 1 Wirt, 4 Schneider, 27 Leinweber, 7 Schäfer und 9 Tagelöhnerinnen, 25 Ackerleute, davon aber 22 ihr eigen Tuch machen
- 1885: 372, davon 365 evangelisch (= 98.12 %), 7 katholisch (= 1.88 %)
- 1961: 590, davon 445 evangelisch (= 75.42 %), 134 katholisch (= 22.71 %)
- 1970: 612
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1434: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1970 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Niederaula eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Niederaula
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
- 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
- 1943: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hersfeld, Kloster Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Mengshausen formal unter hersfeldischer Herrschaft und wird als Lehen oder Pfand ausgegeben. 1292 verzichtet Werner von Reichenbach im Streit mit dem Abt von Hersfeld auf seine Rechte u.a. in Mengshausen und erhält dafür von Abt und Kloster andere Güter. Unter den vom Abt von Hersfeld 1327 bestätigten Burglehngütern der von Hattenbach gehören auch solche zu Mengshausen. 1345 erwerben Otto von Malkos, Kanoniker in Rasdorf, sein Bruder Hermann von Gilfershausen, der Knappe Simon von Schacken und Friedrich von Hattenbach vom Stift Hersfeld ein Vorwerk in Mengshausen mit Wasser, Holz und Feld. Besitzungen befinden sich ferner in den Händen Ottos von Buttlar (1406), Kraft Bibras und Johann von Talau. 1440 und 1459 lassen sich die Herren von Schlitz in Mengshausen als Lehnsmannen von Hersfeld nachweisen. Die Güter gehören zum Burglehen Hattenbach. Rechtsgeschäfte werden in der Regel vom Abt von Hersfeld oder mit seiner Zustimmung getätigt. Eine Zuordnung der Gerichtsbarkeit zum Amt Niederaula wird im 15. Jahrhundert erkennbar.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Kloster Hersfeld
- In zentraler Lage mitten im Dorf befand sich der sogenannte Soldanshof (später Gerbrachthof), der auf eine Schenkung Landgraf Wilhelms V. als Administrator des Stifts Hersfeld an seinen Kanzleirat Hermann Thalmüller 1624 zurückgeht. Nach dessen Tod heiratete die Witwe den Pfarrer der Kasseler Neustadt Justus Soldan, einen Nachkommen des Frankenberger Bildschnitzers und Formenschneiders Philipp Soldan (T. Classen, Niederaula von der karolingischen Schenkung bis zur Großgemeinde, S. 217-218; H. Lerch: Andreaslehen und Soldanshof in Mengshausen, in: Mein Heimatland, Hersfeld,17, 1957 Nr. 15)
Ortsadel
1230-1236
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1520 als Filialkirche von Niederaula erwähnt
- Kleiner, geosteter Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor im Kern gotisch, nach Datumstein am Portal 1626 erneuert, 1984 renoviert
Pfarrzugehörigkeit
1560,1747, 1872, 1966 Filial von Niederaula, seit 1984 von Niederaula-Niederjossa
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
1766 sind ein Schulhaus und Schulmeister vorhanden
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1766 keine Mühle vorhanden, die Einwohner mahlen in den Mühlen bei Niederaula
Nachweise
Literatur
- 1000 Jahre Mengshausen
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2, S. 698-704
- T. Classen, Niederaula von der karolingischen Schenkung bis zur Großgemeinde, S. 202-223
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 318 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 328
- Fundberichte aus Hessen 1991, S. 503 (Sippel) > Gemarkungsfunde
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Mengshausen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3086_mengshausen> (aufgerufen am 19.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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