Goßmannsrode

Die Lage von Goßmannsrode im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
9 km südwestlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung an den Südausläufern des Knüllgebirges am Wölfesbaches, einem kleinen, linksseitigen Zufluss zur Aula. Durch den Ort verläuft als Hauptachse die K 35 (Goßmannsröfer Straße), die im Süden auf die B 454 führt. Am Ostrand der Ortsgemarkung verläuft die A 7
Ersterwähnung
1364
Historische Namensformen
- Gozmars (1364) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 616]
- Gosmarode (1366) [HStAM Bestand K Nr. 248, Bl. 79v]
- Goßmerode (1426) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 879]
- Gosmansrade (1505) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1300]
- Goßmannrode (1560) [HStAM Best. 104 Nr. 411]
- Gosmusrode (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Gosmann vul. Gospenrode (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
Bezeichnung der Siedlung
- Wüstung (1505)
- Dorf, Dorfschaft (1768)
Umlegung der Flur
1914
Älteste Gemarkungskarte
1767
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3540919, 5636030
UTM: 32 U 540828 5634215
WGS84: 50.858186° N, 9.58009° O
Statistik
Ortskennziffer
632011050
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 299, davon 99 Acker (= 33.11 %), 25 Wiesen (= 8.36 %), 164 Holzungen (= 54.85 %)
- 1961 (Hektar): 303, davon 161 Wald (= 53.14 %)
Einwohnerstatistik
- 1673: 14 Hausgesesse
- 1747: 26 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1768: 27 steuerpflichtige Häuser, in denen 135 Menschen leben; Gewerbetreibende: 2 Ziegelbrenner, 1 Schmied, so aber weiter nichts als nur seine eigene Arbeit macht, 1 Müller so auch zugleich Amtsvorsteher, Grebe und Gelderheber, 7 Leinweber so auch tagelohnen, 14 Leinweber, so Ackerleute und nur ihr eigen Tuch machen und 1, so bloß den Ackerbau treibt ( HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 108)
- 1885: 140, davon 140 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 164, davon 149 evangelisch (= 90.85 %), 13 katholisch (= 7.93 %)
- 1970: 144
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Niederaula
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
- 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
- 1943: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hersfeld, Kloster Bis zum Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1583 ist Goßmannsrode in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Es gehört zu den Dörfern, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Burgmannen in Hattenbach ausstatteten.- 1426 überträgt Apel von Hattenbach seinen Burgsitz Hattenbach und den zugehörigen Besitz, wozu auch solcher in Gossmannsrode gehört, an seinen Neffen Johann von Bimbach.
- 1505 treten die Schlitz genannt von Görtz dem Kloster Hersfeld in einem Vergleich ihre Gerechtigkeit an der Wüstung Gossmannsrode ab. 1530 wird es mit aller Obrigkeit den Hattenbachern zugesprochen, nach deren Aussterben fällt es an die von Baumbach, die sich jedoch die Obrigkeitsrechte mit dem Abt von Hersfeld teilen müssten, der die Hohe Gerichtsbarkeit behält. 1583 ist es hessisches Lehen der von Baumbach. 1768 haben die Landgrafen die Herrschaft inne.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1364 verpfänden Propst und der Konvent zu Kreuzberg ihr Gut in Goßmannsrode (Gozmars) für 30 Pfund Heller Vachaer Währung an das Geschlecht der von Buchenau.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1560 zu Niederaula, 1747, 1768, 1872 und 1994 nach Kirchheim eingepfarrt.
Diakonische Einrichtungen
1948 - 1961 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
1768 ist ein Schulhaus vorhanden, in dem der Schulmeister wohnt
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1768 ist eine Mühle vorhanden die mit dem Wasser des Wölfesbaches über ein oberschächtiges Wasserrad angetrieben wird, das 1948 gegen eine Turbine ausgetauscht wird. Zu diesem Zeitpunkt wird sie als Getreidemühle genutzt, 1958 kam ein weiterer Walzenstuhl dazu.
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 472-474
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 105
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 314 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 179
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Goßmannsrode, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3054_gossmannsrode> (aufgerufen am 31.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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