Gittersdorf

Dorf · 243 m über NN  
Gemeinde
Neuenstein
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

5 km nordwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung im Knüllgebirge am südlichen Zulauf des Breidenbaches in die Geis. Kirche in zentraler Lage, im Norden verläuft parallel zur Geis die nach Hersfeld führende B 324.

Ersterwähnung

1356

Siedlungsentwicklung

Im Bereich der Gemarkung Gittersdorf fanden sich neben der Wüstung Reidemanns Hinweise auf weitere Wüstungen, denen bislang keine Namen in Schriftquellen zugewiesen werden konnten. 1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Hersfeld West.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (1343-1364 und 1356)
  • Dorf (1391)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Burgen und Befestigungen

  • Im Bereich der Gemarkung Gittersdorf fanden sich neben der Wüstung Reidemanns Hinweise auf weitere Wüstungen, denen bislang keine Namen in Schriftquellen zugewiesen werden konnten.

Umlegung der Flur

1908

Älteste Gemarkungskarte

1785

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3545550, 5639573
UTM: 32 U 545458 5637757
WGS84: 50.889687° N, 9.646297° O

Statistik

Ortskennziffer

632014020

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 314, davon 191 Acker (= 60.83 %), 53 Wiesen (= 16.88 %), 16 Holzungen (= 5.10 %)
  • 1961 (Hektar): 896, davon 609 Wald (= 67.97 %)

Einwohnerstatistik

  • um 1610: 35 Hausgesesse
  • 1628: 35 Hausgesesse
  • 1673: 20 Hausgesesse
  • 1747: 32 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
  • 1749-1751: 36 Häuser mit 145 Menschen; Gewerbetreibende: 6 Leinenweber, 2 Schneider, 1 Schmied, 1 Faßbinder, 1 Wagern, 1 Müller, 1 Tagelöhner, 14 Ackerleute und 3 Schäfer (HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 101)
  • 1885: 290, davon 289 evangelisch (= 99.66 %), 1 katholisch (= 0.34 %)
  • 1961: 382, davon 340 evangelisch (= 89.01 %), 35 katholisch (= 9.16 %)
  • 1970: 382

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 15./16. Jh: Reichsabtei Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden als Ortsteil zur Gemeinde Neuenstein zusammengeschlossen.

Gericht

  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1850: Justizamt Hersfeld II
  • 1867: Amtsgericht Hersfeld
  • 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld
  • um 1900: Amtsgericht Hersfeld (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 173)

Herrschaft

  • Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts sind für das Kloster Hersfeld Einnahmen in Gittersdorf belegt. 1388 ist Lehensherr der Siechmeister des Stifts Hersfeld. 1391 erwirbt das Stift Hersfeld die Hälfte von Gittersdorf von den Herren von Milnrode, vor 1415 dann auch die andere Hälfte (zunächst als Pfand). Seitdem wird es von Hersfeld bis zur endgültigen Auflösung des Stifts und Übernahme durch die Landgrafen von Hesssen 1651 als Lehen ausgetan.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1560 Kirche erwähnt
  • Geosteter spätgotischer Rechteckbau mit Polygonalchor, 1900 renoviert

Pfarrzugehörigkeit

1560, 1747 und 1872 eingepfarrt in das Obergeiser Vikariat bzw. die Filial Untergeis; 1994 Filial von Obergeis

Bekenntniswechsel

Da Filial von Obergeis, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Obergeiser Pfarrer Curt Rabe um 1535.

Kultur

Schulen

1747 wird ein Schulmeister genannt
1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

Die Mühle am Westrand (Mühlgasse 8) wurde mit dem Wasser der Geis durch ein oberschlächtiges Wasserrad betrieben, das 1953 durch eine Turbine ersetzt wurde

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Gittersdorf, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2999_gittersdorf> (aufgerufen am 12.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/2999