Mühlhausen

Die Lage von Mühlhausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
Nördlich von Kassel
Lage und Verkehrslage
Vor dem Holländischen Tor, früher Mühlhäusertor (Müllertor) ausgehend nördlich der Kasseler Kernstadt an der Ahna gelegen.
Ersterwähnung
um 1250
Siedlungsentwicklung
Das Dorf entwickelte sich auf Grund der Ansiedlung mehrerer Mühlen. Die Siedlung wurde wie Rimundehausen vermutlich durch die Anlage der Kasseler Freiheit verdrängt und fiel im Zuge der Kriege am Ende des 14. Jahrhunderts wüst.
Historische Namensformen
- Mulehusen, de (um 1250) [Klosterarchive 2: Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein, S. 10, Nr. 22]
- Molehusen, iuxta (1259) [Urkunden Kloster Hardehausen, S.172-173, Nr. 189]
- Molhusen (1308) [Roques, Urkundenbuch Kloster Kaufungen 1, S. 109-110, Nr. 110]
- Molhusen (1349) [HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 274]
- Mulhoiffen (1539) [HStAM Bestand S Nr. 414 I, Bl. 216 v]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1259)
- ville (1308)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3535305, 5687959
UTM: 32 U 535217 5686124
WGS84: 51.325316° N, 9.505429° O
Statistik
Ortskennziffer
61100001011
Frühere Ortskennziffer
61100000011
Verfassung
Altkreis
Kassel, kreisfreie Stadt
Herrschaft
- Mühlhausen grenzte im Süden an das früher königliche Kassel und im Nordosten an Wolfsanger und Ihringhausen, für die im 11. Jahrhundert Königsgut belegt ist. Königlicher Besitz ist somit auch in Mühlhausen zu vermuten, zumal der 1308 belegte Zehnte gleichfalls auf eine königliche Schenkung zurückzuführen sein dürfte.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1259 erwirbt Kloster Hardehausen für 7,5 Mark eine halbe Hufe von einer Kasseler Bürgerin und deren Kindern. 1387 verzichten Kasseler Bürger auf ihre Rechte an vier bei Mühlhausen gelegenen Äckern, die Hardehausen gehören.
- Seit 1330 tritt das Kloster Ahnaberg in als Grundherr Erscheinung.
- 1349 bekennen Bürgermeister und Schöffen zu Kassel, dass Kurt Rudewig und Godelind seine Ehefrau ausgesagt haben, sie hätten die dem Abt, Prior und Konvent zu Hasungen bisher aus ihrem früheren Wohnhause und Hofstatt, darin jetzt Herold v. Krumbach wohne, gelieferten Zins von 6 Schill. weniger 3 Pfennige Kasselscher Währung auf ihre 1 ½ Acker zwischen Mühlhausen und Rotenditmold am Graswege bei Hinz Eghard d. j. verlegt und wollten sie zu Martini entrichten.
Zehntverhältnisse
1308 ist der Zehnte im Besitz des Klosters Kaufungen, das ihn den Landgrafen im Tausch gegen Vogteieinkünfte aus den Dörfern (Nieder-) Zwehren, Vollmarshausen, Ober- und Niederkaufungen zu Eigen überträgt
Wirtschaft
Mühlen
Scheibenmühle, Walkmühle an der Ahna, Rodenmühle, Lohmühle an der Ahna.
Nachweise
Literatur
- Thomas-Sergej Huck, Zisterzienserkloster Hardehausen, S. 260
- K. Heinemeyer, Königshöfe und Königsgut im Raum Kassel, S. 74-75
- Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 62
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 339 (die eigene Ansetzung "Mulhoiffen", S. 340, ist nicht zu begründen)
- Scholz, Wasser- und Windmühlen Stadt Kassel, S. 53-56
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Mühlhausen, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2899_muehlhausen> (aufgerufen am 17.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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