Hilboldessen

Die Lage von Hilboldessen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
9,5 km nordöstlich von Wolfhagen
Lage und Verkehrslage
1 km südwestlich bei Zierenberg in der Flur Hilboldesser Kirche. An der besagten Stelle macht die vorbeigehende Straße einen kleinen Bogen nach Süden um eine Erhebung, auf der sich offenbar die Kapelle des Dorfes befand (siehe Ortskirche).
Ersterwähnung
1074
Siedlungsentwicklung
1298 lag Hilboldessen bereits wüst. Die Einwohner waren wohl in die neue Stadt Zierenberg gezogen.
Historische Namensformen
- Hilboldeshusun (1081) [Fälschungen um 1100 HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 585 und HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 586. Druck Mainzer Urkundenbuch 1, S. 253-258, Nr. 358]
- Hiltdeboldessun, in (1123) [HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 591; Druck: Mainzer Urkundenbuch 1, S. 417-420, Nr. 514]
- Hildeboldessen, in (1253) [HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 16; Schreibweise nach Druck in: E. E. Becker, Nachrichten von dem ehemaligen Benediktiner-Kloster Breitenau, in: Hessische Beiträge zur Gelehrsamkeit und Kunst, Bd. 2 (1787), Beilagen, S. 25-27, Nr. 3]
- Hildeboldissen, in (1298) [Wenck, Hessische Landesgeschichte 3, Urkundenbuch S. 171, Nr. 204; Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 139-140, Nr. 383]
- Hildebolsden, in (1298) [Wenck, Hessische Landesgeschichte 3, Urkundenbuch S. 172, Nr. 205; Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 140, Nr. 384]
- Hyldeboldissen; Hildeboldsen (1305) [Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 164-165, Nr. 458]
- Hildebaldesen (1318) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 74 Nr. 629]
- Hylbolzen (1352) [Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 181]
- Hilboldsen (um 1900) [Topographische Karte]
- Hilboldessen (1926) [Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 235]
- Hilboldesser Kirche (1965/68) [HLGL-Flurnamensammlung]
- Hilbolzen [Niveaukarte Kurfürstentum Hessen 1840-1861]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1123)
- Dorf, Kapelle
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3520111, 5692273
UTM: 32 U 520029 5690436
WGS84: 51.364831° N, 9.287701° O
Statistik
Ortskennziffer
63302907031
Verfassung
Altkreis
Wolfhagen
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1123 bestätigt der Mainzer Erzbischof Adalbert dem Kloster Hasungen den Besitz von sechs Mansen und acht Hörigen in Hilboldessen. 1253 erhält Kloster Breitenau Besitz in Hilboldessen.
- Ende des 13. Jahrhunderts geht der Ort in der Stadtgründung von Zierenberg auf.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- capellule (1298)
- Auf sie deutet heute noch der Flurname Hilboldesser Kirche auf einer leichten Erhebung im Gelände, die von einer Straße in südlichem Bogen umgangen wird (hier lokalisiert).
Pfarrzugehörigkeit
Die Kapelle untersteht 1318 dem Pleban von Zierenberg.
Patronat
Das Patronat über sie hatte sich 1298 der Landgraf vorbehalten, 1305 wird dies bestätigt.
Nachweise
Literatur
- Klaus Sippel, Archäologische Fundstellen und Funde aus mittelalterlicher Zeit im Stadtgebiet von Zierenberg, in: Zierenberg 1293 - 1993, S. 42-56, hier S. 53
- Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 181
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 235
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hilboldessen, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2829_hilboldessen> (aufgerufen am 16.06.2026)
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