Schützeberg

Die Lage von Schützeberg im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
2,5 km nordöstlich von Wolfhagen
Lage und Verkehrslage
Auf einer kleinen Anhöhe am Erpebach gelegen. 0,5 km südöstlich davon findet man heute einen danach benannten Schützebergerhof.
Ersterwähnung
(1081)
Letzterwähnung
1586
Siedlungsentwicklung
1245 wird als Begründer (fundator) des Ortes (oder der Kirche?), in dem der Erzpriester und die Plebane lebten, der selige Altmar genannt. 1335 ist von einer Mühle im Dorf Schützeberg die Rede (HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 125). Um 1400 fiel der Ort wüst, die Kirche bestand als Sitz des Erzpriesters fort und wurde erst Ende des 16. Jahrhunderts abgebrochen.
Historische Namensformen
- Scuzzeberch (1081) [Fälschungen um 1100 HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 585 und HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 586. Druck Mainzer Urkundenbuch 1, S. 253-258, Nr. 358]
- Scuziberc (1085) [Mainzer Urkundenbuch 1, S. 266-267, Nr. 367]
- Scuzziber, de (1131) [HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 590]
- Scuzzeberch, in (1180) [HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 605]
- Schutheberc, in (1209) [Karl E. Demandt, Besitz des Fritzlarer Petersstiftes in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde , 61 (1936), S. 35-120, hier S. 103]
- Scuteberch (1234) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 14]
- Scuceberc (1236) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 17]
- Scutzeberch (1241) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 606]
- Scuttheberich (1242) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 607]
- Suteberg, in (1245) [Codex diplomaticus Saxoniae, Urkunden der Markgrafen von Meißen, Landgrafen von Thüringen, Herzöge und Kurfürsten von Sachsen, Hauptteil 1, Abt. A. 4, Bd.4: 1235-1247, S. 234-235, Nr. 159 und 160]
- Scuzeberg, in (1310) [Karl E. Demandt, Besitz des Fritzlarer Petersstiftes in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde , 61 (1936), S. 35-120, hier S. 103]
- Scutzeberge, in (1335) [HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 125]
- Schuytzeberg; Schuczeberch (1347) [Schreibweise nach Archivregest (Rubrum) HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 261]
- Schützenberg (1708/10) [Geländebezeichnung Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 1]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1335)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3513666, 5689618
UTM: 32 U 513587 5687782
WGS84: 51.341158° N, 9.19506° O
Statistik
Ortskennziffer
63302810038
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 13. Jahrhundert: Gericht Wolfhagen-Schützeberg
- 1403: Landgrafschaft Hessen, Amt Wolfhagen
Altkreis
Wolfhagen
Herrschaft
- 1085 weist der Mainzer Erzbischof die Mutterkirche Schützeberg mit Zubehör bei der Teilung des Stiftsvermögens zwischen Propst und Kanoniker letzteren zu.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Das Kloster Hasungen besaß hier außer einigen Höfen vor allem die Pfarrkirche s. Petri, die ihm um 1081 der Erzbischof von Mainz bestätigte und 1241 übertrug (siehe Ortskirche). 1335 vermachte ein Wolfhagener Bürger dem Kloster Breitenau eine Mühle in Schützeberg. 1524 verkaufte der letzte Abt von Hasungen seinen restlichen Besitz, einen halben Freihof an einen Wolfhager Bürger
Zehntverhältnisse
1209 und 1310 ist das Stift Fritzlar im Besitz der Zehnten.
Ortsadel
Adlige 1160 bis Ende des 15. Jahrhunderts.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- aecclesia (1081)
- mater aecclesia (1085)
- Die Pfarrkirche s. Petri war im Besitz des Klosters Hasungen, dem auch noch einige Höfe vor Ort gehörten (siehe Besitz).
- um 1081 bestätigt der Mainzer Erzbischof dem 1074 gegründeten Kloster Hasungen u.a. den Besitz der Kirche in Schürzeberg.
- 1241 wird die Kirche dem Kloster Hasungen übertragen
- Sie war Zentrum des Dekanats Schützeberg (siehe Kirchliche Mittelbehörden).
- Nach der Reformation verfiel die Kirche.
- Seit 1586 wurde sie allmählich abgebrochen.
Patrozinien
- Petrus [1239]
- Nikolaus [1420]
Pfarrzugehörigkeit
In der gefälschten Gründungsurkunde von (1081) schenkt Erzbischof Siegfried I. der 1074 gegründeten Propstei Hasungen u.a. die Kirche in Schützeberg.
1235 gilt die Kirche in Schützeberg als Mutterkirche von Wolfhagen.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Schützeberg.
In dem Verzeichnis von 1425 werden Ehlen und zum Hof an Stelle von Oberelsungen, Istha und Martinhagen angeführt (Falckenheiner UB 29).
Ein Erzpriester erschien 1131 (UA Hasungen).
Wirtschaft
Mittelpunktfunktion
Schützeberg war Sitz eines Erzpriestersprengels, zu dem 1505 Altenstädt, Balhorn, Oberelsungen, Gasterfeld, Gran, Jstha, Martinhagen, Nothfelden, Totenhausen, Wolfhagen und Zierenberg gehörten (Wilhelm Classen, Kirchliche Organisation Althessens, S. 227).
Nachweise
Literatur
- Sippel, Klaus, Schützeberg bei Wolfhagen
- Görlich, Paul, Wolfhagen, S. 298
- Bätzing, Gerhard, Pfarrergeschichte des Kirchenkreises Wolfhagen, S. 1-16
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 433
- Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 178
- Lyncker, Karl, Die Wüstung Schützeberg bei Wolfhagen; in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 6 (1854), S. 105-120
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schützeberg, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2811_schuetzeberg> (aufgerufen am 13.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/2811