Haldmerden

Die Lage von Haldmerden im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
15 km östlich von Hofgeismar
Lage und Verkehrslage
Wüst nördlich Veckerhagen in der Nähe des Forsthauses Ziegelhütte am Haldmerfeld.
Ersterwähnung
1093
Letzterwähnung
1551
Siedlungsentwicklung
1409 ist der Ort noch bewohnt, fällt aber bald darauf wüst und geht in Veckerhagen auf
Historische Namensformen
- Altmarethen, in (1093) [Fälschung UB Mainz 1, S. 289-293, Nr. 385]
- Haltmerdun; Hartmardun (1125) [UB Mainz 1, S. 436-437, Nr. 528]
- Altmarethen, in (1152) [Fälschung J. Dolle, Papsturkunden in Niedersachsen und Bremen bis 1198, S. 197-202, Nr. 87]
- Haltmerde (1203) [NLA HA Cal. Or. 100 Bursfelde Nr. 10]
- Halcmerthe (1266) [Kruppa, Grafen von Dassel, S. 471, Regest Nr. 432; NLA HA Cal. Or. 100 Bursfelde Nr. 19]
- Haltmerthe (1272/73) [Staatsarchiv Würzburg, Domkapitel Mainz, Mainzer Urkunden 3391 (zu 1273); das Vidimus von 1284 datiert zu 1272 HStAM Bestand Urk. 52 Nr. 8; Druck Gudenus, Codex diplomaticus exhibens anecdota 1, S. 751-752, Nr. 341; Regest (fehlerhaft) Kruppa, Grafen von Dassel, S. 482, Nr. 474]
- Haltmerde (1288) [Wenck, Hessische Landesgeschichte 2,1, Urkundenbuch, S. 224, Nr. 213; Regest: Kruppa, Grafen von Dassel, S. 497-498, Regest Nr. 534]
- Haltmerde (1303) [Vogt, RggEbMz Nr. 0767, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe]
- Haltmerden, to (ca. 1380) [Lippoldsberger Güterregister, in: Desel, Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, S. 187-189, Beil. IV]
- Holtmerden (1409) [J. Wolf, Geschichte des Geschlechts von Hardenberg 2, Urkundenbuch S. 96-104, Nr. 47]
- Haltmern (1451) [NLA HA Cal. Or. 100 Bursfelde Nr. 87]
- Holtmar (1551) [Flurname unter Veckerhagen in Gieselwerderer Salbuch]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1093, 1125, 1203, 1272, 1288)
- Wüstung 1570
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3541227, 5710245
WGS84: 51.52521592° N, 9.59297955° O
Statistik
Ortskennziffer
63302202010
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1288: Herzogtum Braunschweig, Amt und Gericht Gieselwerder (Pfandverschreibung an den Grafen von Everstein)
- 1303: Erzstift Mainz, Amt und Gericht Hofgeismar (Pfandverschreibung an den Grafen von Waldeck)
- 1409: Burg und Gericht Gieselwerder (Mainzer Pfandbesitz der Herren von Hardenberg)
Altkreis
Hofgeismar
Herrschaft
- 1272 in der Grafschaft, die Graf Ludwig von Dassel an Mainz verkauft. 1288 verpfänden die Herzöge Albert und Wilhelm von Braunschweig dem Grafen Otto von Everstein Schloss und Stadt Gieselwerder mit den zugehörigen Dörfern und Vogteien, wozu auch das Dorf Haltmarden gehört. 1303 verpfändet Mainz die Vogtei, die zum Komplex der Gerichte um Hofgeismar gerechnet wird, dem Grafen von Waldeck.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1093 stattet Erzbischof Ruthard von Mainz das durch den Grafen Heinrich, den Sohn des Herzogs Otto (von Northeim), gegründete Kloster Bursfelde u.a. mit Besitzungen Haltmarden aus.
- 1125 überträgt der Mainzer Erzbischof dem Kloster Lippoldsberg u.a. Güter in Haltmerden.
- 1152 bestätigt Papst Eugen III. dem Kloster Bursfelde u.a. Besitz in Haldmerden.
- 1203 schenkt der erzbischöfliche Ministeriale Hermann dem Kloster Bursfelde sein gesamtes Eigentum, bestehend aus sechs Hofstätten und zwei Hufen.
- 1266 überträgt Konrad von Schöneberg zwei Hufen in dem Ort Haltmerden an das Kloster Bursfeld.
- 1770 gehörte es den von Stockhausen
Zehntverhältnisse
Der im Güterverzeichnis von um 1380 genannte Zehnte des Klosters Lippoldsberg geht vermutlich auf die Schenkung von Erzbischof Adalbert von 1125 zurück. 1451 wird er an das Kloster Bursfelde verkauft.
Wirtschaft
Mühlen
1455 ist eine Mühle belegt
Nachweise
Literatur
- Veckerhagen in sieben Jahrhunderten, S. 11-12
- Henne, Mittelalterliche Wüstungen im Gericht Gieselwerder und ihre Siedlungsplätze, S. 438
- Desel, Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, S. 141
- Jäger, Kulturlandschaft Kreis Hofgeismar, Nachdruck 1988, S. 176, Nr. 39
- K. Günther, Territorialgeschichte der Landschaft zwischen Diemel und Oberweser vom 12. bis zum 16. Jahrhundert, S. 225, 231
- Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 3
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 199
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Haldmerden, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2778_haldmerden> (aufgerufen am 29.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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