Gerwartshausen

Die Lage von Gerwartshausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
19,5 km nordöstlich von Hofgeismar
Lage und Verkehrslage
Auf der Karte 1559 ist Gerbenhusen etwa halbwegs zwischen den heute 3,2 km voneinander entfernten Orten Arenborn und Oedelsheim eingetragen, somit offenbar in der heutigen Gemarkung von Oedelsheim gelegen. Hier kann vorerst nur der betreffende Raum als Annäherung ungefähr lokalisiert werden (interessanter Flurname Martensgehren). Vielleicht ist Gerwartshausen zudem identisch mit Germeshausen.
Ersterwähnung
Mitte 13. Jahrhundert
Letzterwähnung
1422
Siedlungsentwicklung
1311 verspricht Luthard von Meinersen, Herr der Burg Grubenhagen, er wolle den Nonnen von Lippoldsberg 6 Mark Silber zahlen für den Schaden, den er dem Klosterhof in Gewartshausen zugefügt habe. 1341 ist der Hof an den Ritter Werer von Adelebsen verpachtet. Nach der Wüstwerdung im 15. Jahrhundert entsteht im 16. Jahrhundert in diesem Bereich eine Glashütte. Jäger vermutet die Identität mit Germeshausen.
Vorbemerkung Historische Namensformen
Möglicherweise mit Germeshausen identisch.
Historische Namensformen
- Gherewaredeshusen (Mitte 13. Jahrhundert) [Chronik Lippoldsberg, hrsg. von Wilhelm Arndt, in: MGH SS 20, S. 558]
- Gerwardeshusen (1293) [HStAM Bestand Urk. 36]
- Gerwordeshusen (1356) [Schunder, Die von Loewenstein, Bd. 2: Regesten und Urkunden, S. 103, Nr. 217]
- Gerverdeshusen (1311)
- Garwardeshußen, tho; Gerwerdeshußen, tho (ca. 1380) [Lippoldsberger Güterregister, in: Desel, Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, S. 187-189, Beil. IV]
- Garwershusen (1422) [HStAM Bestand Urk. 36]
- Gerwigshausen, zu (1551) [Gieselwerderer Salbuch HStAM Bestand S Nr. 331]
- Gerbeshausen (1559) [Beschreibung der Werderischen Gehölze HStAM Bestand Karten Nr. P II 21418]
Bezeichnung der Siedlung
- Hof (1311)
- Glashütte (1551)
- Wüstung (1559)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3542904, 5718059
UTM: 32 U 542813 5716211
WGS84: 51.595322° N, 9.618086° O
Statistik
Ortskennziffer
63303007003
Frühere Ortskennziffer
63302106003
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Gericht Gieselwerder
Altkreis
Hofgeismar
Gericht
- Gericht Gieselwerder
Herrschaft
- 1293 gibt der Herzog von Braunschweig als Lehnsherr der Burg Gieselwerder seine Zustimmung, dass der Oedelheimer Pleban Heinrich zwei Hufen in der Gemarkung Oedelsheim im Tausch gegen den Zehnten in Gerwardshausen von den Lippoldsberger Nonnen erwirbt.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Mitte des 13. Jahrhunderts berichtet die Chronik vom Erwerb von 5 Hufen in Gerwartshausen durch das Kloster Lippoldsberg. Nach dem Güterverzeichnis von um 1380 verfügen die Nonnen von Lippoldsberg über drei Hufen. 1422 verpfändet das Kloster seinen Hof in Gerwartshausen mit dem Zehnten und dem Vorwerk. Nach dem Tode der Käufer sollen die Güter wieder an das Kloster fallen.
Nachweise
Literatur
- Chronik von Oedelsheim. 800 bis 2000, S. 56
- Henne, Mittelalterliche Wüstungen im Gericht Gieselwerder und ihre Siedlungsplätze, S. 443-445
- Jäger, Kulturlandschaft Kreis Hofgeismar, Nachdruck 1988, S. 175, Nr. 30a
- K. Günther, Territorialgeschichte der Landschaft zwischen Diemel und Oberweser vom 12. bis zum 16. Jahrhundert, S. 429
- Desel, Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, S. 137-138
- Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 3
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 168
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gerwartshausen, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2743_gerwartshausen> (aufgerufen am 29.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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