Bennenhausen (Bensheim)

Wüstung · 116 m über NN  
Gemarkung
Gewissenruh
Gemeinde
Wesertal
Landkreis
Kassel
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Wüstung

Lagebezug

18 km nordöstlich von Hofgeismar

Lage und Verkehrslage

0,5 km nordwestlich von Gewissenruh in Richtung Wahmbeck an der Weser, die hier gleichzeitig die Landesgrenze nach Niedersachsen bildet.

Ersterwähnung

1089-1093

Letzterwähnung

1437

Siedlungsentwicklung

Der Ort wird vermutlich bereits Ende des 13. Jahrhunderts von den Bewohnern verlassen und die Ländereien vom Kloster selbst bewirtschaftet. 1437 ist Bennenhausen wüst. 1722 wird in diesem Bereich die Hugenottenkolonie Gewissenruh angelegt.

Vorbemerkung Historische Namensformen

In den ältesten Quellen nicht eindeutig zu trennen und daher in der Literatur bisweilen verwechselt sind Bunekenhusen (vgl. den entsprechenden Artikel , in: Ortsnamen Landkreis Göttingen, S. 80-81) und Bünichheim. S. hierzu auch Desel, Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, S. 118-119, 124-125 und 126

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (nach 1078)
  • ville (vor 1220)
  • villa (1264)

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3536706, 5721486
UTM: 32 U 536622 5719745
WGS84: 51.62753° N, 9.529075° O

Statistik

Ortskennziffer

63303002003

Frühere Ortskennziffer

63302102003

Einwohnerstatistik

Verfassung

Altkreis

Hofgeismar

Gericht

  • Gericht Gieselwerder

Herrschaft

  • Bennenhausen gehörte den Grafen von Dassel. Vor 1220 statten die Brüder von Dassel ihre Schwester und deren Verlobten, Berthold von Schöneberg, mit einem Teil der Grafschaft aus. Bennenhusen wird ausdrücklich ausgenommen. Es zählt u.a. zu dem Besitz, dessen Oberhoheit Graf Ludolf 1272/73 an den Erzbischof von Mainz verkauft.
  • 1538 gelangt die Gerichtsgewalt des Klosters Lippoldsberg an die Landgrafschaft Hessen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1221 bekennt Abt Heinrich von Helmarshausen, dass die Ritter Ludolf, Heinrich und Johannes dem Kloster Lippoldsberg eine Hufe Land in Bennenhausen gestiftet hat. 1264 schenkt Graf Ludolf von Dassel dem Kloster Land und Rodungsland seiner Lehnsleute Bertradis von Bennenhausen und deren Sohn. In der Folge kommt weiterer Besitz hinzu. Graf Ludolf von Dassel überlässt aber 1279 dem Kloster Lippoldsberg seine Rechte an den Gütern zu Bennenhusen und dem ganzen Dorf, nämlich zwei Hufen und einen Salzbrunnen. Die Familie kauft sich damit in das Kloster ein. Bereits im 14. Jahrhundert sind die Rechte der Nonnen in dem inzwischen wüsten Bennenhausen nicht mehr nachweisbar.
  • 1437 gelangen die Lippoldsberger Güter in Bennenhausen und in Gotmarsen in den Besitz der Einwohner von Bodenfelde, mit Ausnahme der Fischerei in der Weser. Nach dem Scheitern der geplanten Stadtgründung in Bodenfelde setzt Herzog Wilhelm von Braunschweig die Nonnen 1489 wieder in ihre Rechte ein.

Zehntverhältnisse

Um 1089 wird u.a. der Zehnte in Bennenhausen von Graf Dietrich IV. von Katlenburg, der ihn wohl vom Mainzer Erzbischof zu Lehen trug, an diesen zurückgegeben und an das neu gegründete Kloster Lippoldsberg übertragen.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

Nach 1078 löst Erzbischof Siegfried von Mainz u.a. die villa Bennenhausen von der Sendzugehörigkeit zur Kirche Oedelsheim und verlegt sie zur neu gegründeten Kirche in Lippoldsberg.

Siehe auch

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Orte

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Bennenhausen (Bensheim), Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2616_bennenhausen-bensheim> (aufgerufen am 06.05.2026)

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