Offenhausen

Die Lage von Offenhausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
11 km südöstlich von Wolfhagen
Lage und Verkehrslage
0,5 km südwestlich von Sand in der sogenannten Finkenburg, einem von Westen kommenden Seitental der Ems. Straßenbezeichnung Offenhäuser Weg
Siedlungsentwicklung
Mitte des 15. Jahrhunderts fällt Offenhausen wüst. 1535 wird ein Streit zwischen dem Hospital Merxhausen und der Dorfschaft Sand über Rechte an der Wüstung beilegt. 1742 entsteht ein großes Gutshaus, das bis
1936 der zur Anstalt Merxhausen gehört und dann in Erbhöfe aufgeteilt wird.
Vorbemerkung Historische Namensformen
Der Beleg 1015-36 ist nicht sicher diesem Ort zuzuordnen, in Betracht kommt auch Offensen (Stadt Uslar, Landkreis Nordheim), vgl. hierzu Ortsnamen Landkreis Northeim, S. 288-289.
Historische Namensformen
- Uffanhusun (1015-36 ) [Abschrift 12. Jahrhundert, Vita Meinwerci, in:MGH Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum 59: Tenckhoff, S. 61, Cap. 123]
- Offenhusen, in (1209) [Karl E. Demandt, Besitz des Fritzlarer Petersstiftes in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde , 61 (1936), S. 35-120, hier S. 53, 100]
- Offinhusin, de (1236) [HStAM Bestand Urk. 87 Nr. 1761]
- Offenhusen (1242) [HStAM Bestand Urk. 87 Nr. 1763]
- Offenhusen, in (1242) [HStAM Bestand Urk. 38 Nr. 7; Druck mit falscher Datierung auf 1243 bei Falckenheiner, Geschichte hessischer Städte und Stifter, Band 2: Hofgeismar, Urkundenbuch S. VIII, Nr. IV]
- Offenhausen (1557) [HStAM Bestand S Nr. 482]
- Offenhausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 6]
- Offenhausen (1840-1861) [Kurfürstenthum Hessen : Niveau Karte auf 112 Blättern, Kassel 1840-1861, 21: Niedenstein (1 : 25000)]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1357) [Demandt, Quellen Fritzlar, S. 390 f. Nr. 232.]
- Hof
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3517821, 5678295
UTM: 32 U 517740 5676464
WGS84: 51.239267° N, 9.254125° O
Statistik
Ortskennziffer
63300604003
Einwohnerstatistik
- 1885: 2 Wohnhäuser mit 12 Bewohnern
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Gudensberg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Niedenstein
- 1814-1819: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
- 1819-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Naumburg (zu Sand gehörig)
Altkreis
Wolfhagen
Herrschaft
- 1357 und 1386 wird Offenhausen als landgräflich bezeichnet, gehört aber 1403 zum gesonderten Distrikt des Klosters Merxhausen. 1448 verzichten Reinhard von Dalwigk und Friedrich von Hertingshausen nach der erneuten Niederlage gegen den Landgrafen von Hessen und den Erzbischof von Mainz auf die Weidelsburg und den Großteil ihrer Güter, u.a. auf Offenhausen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1242 schenken Graf Ludwig von Wildungen, die Grafen von Bilstein, Graf Hermann von Schaumburg und die von Schartenberg ihr jeweiliges Viertel Besitzanteil an Offenhausen dem Kloster Merxhausen. 1357 (Fritzl. Kopiar 4,82) und 1386 (GR Balhorn) wird der Hof als landgräflicher Besitz bezeichnet.
- 1535 einigte sich das Hospital Merxhausen mit dem Dorf Sand über die Wüstung Offenhausen.
Zehntverhältnisse
1209 und 1310 hat das Petersstift Fritzlar Zehnteinkünfte in Offenhausen.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1236: Priester
- 1242: Pfarrkirche (parrochialis Ecclesie in Offenhusen)
Pfarrzugehörigkeit
1242 inkorporiert der Mainzer Erzbischof Siegfried III. die Pfarrkirche Offenhausen dem Kloster Merxhausen.
Patronat
Das Patronat besitzt seit 1242 das Kloster Merxhausen.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archipresbyterat Fritzlar, Kirchspiel des Stifts Merxhausen
Wirtschaft
Mühlen
1557 wird im Salbuch des Hospitals Merxhausen eine Mühle zu Offenhausen erwähnt
Nachweise
Literatur
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Offenhausen, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2415_offenhausen> (aufgerufen am 09.06.2026)
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