Dörnhagen

Die Lage von Dörnhagen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
11 km südlich von Kassel
Lage und Verkehrslage
Dorf mit einfachem gestrecktem Grundriß und lockerer Bebauung östlich der Fulda am Westabhang der Söhre. Kirche in zentraler Lage. Moderne regelhafte Bebauung nach Südwesten und vor allem nach Osten in Richtung Söhre. Chaussee nach Kassel und Melsungen. Durch die Ortslage verlaufen die Bundesstraße B83 und die Kreisstraße K16. Westlich der Ortslage verläuft die Autobahn A7; die nächstgelegene Anschlußstelle ist Guxhagen.
Ersterwähnung
1253
Siedlungsentwicklung
1346 wird Dörnhagen als Wüstung bezeichnet
Historische Namensformen
- Durchain, in (1253) [HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 15; Schreibweise nach Druck in: E. E. Becker, Nachrichten von dem ehemaligen Benediktiner-Kloster Breitenau, in: Hessische Beiträge zur Gelehrsamkeit und Kunst, Bd. 2 (1787), Beilagen, S. 27-28, Nr. 4]
- Wernhershagen, in (1303) [HStAD Bestand B 13 Nr. 1 = Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 155-156, Nr. 430]
- Dorichhagen (1304) [HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 58]
- Durchayn (1346) [Landgrafen-Regesten online Nr. 2264]
- Dorchagen, in (1380) [Klosterarchive 2: Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein, S. 314, Nr. 812]
- Dorrenhagen; Greven Wernhershayn (1414) [HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 255]
- Dorynhayn (1456) [Klosterarchive 2: Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein, S. 172-173, Nr. 435]
- Dörnhayn (1461) [HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 324]
- Dornhain (1585) [Der ökonomische Staat, S. 77]
- Dörnhagen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 1]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1253)
- villa (1303)
- Dorf (1304)
- Wüstung (1346)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1873-1877; 1935 (Reichsautobahn)
Älteste Gemarkungskarte
1700
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3534654, 5677008
UTM: 32 U 534566 5675177
WGS84: 51.226927° N, 9.49503° O
Statistik
Ortskennziffer
633008040
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 669, davon 499 Acker (= 74.59 %), 109 Wiesen (= 16.29 %), 0 Holzungen
- 1961 (Hektar): 694, davon 2 Wald (= 0.29 %)
Einwohnerstatistik
- 1346: wüst [GR Dennhausen]
- 1585: 38 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 1747: 49 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1885: 637, davon 637 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 1098, davon 999 evangelisch (= 90.98 %), 81 katholisch (= 7.38 %)
- 1970: 1247 Einwohner
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1458: Landgrafschaft Hessen, Amt Neustadt Kassel
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Kassel, Gericht vor der Neuenstadt
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Neustadt
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Neustadt
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Waldau
- 1814-1817: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Kaufungen
- 1817-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Waldau
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Kassel
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Kassel
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kassel
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kassel
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Gemeinde Fuldabrück (s. Gemeindeentwicklung)
Altkreis
Kassel
Gemeindeentwicklung
Seit 01.08.1972 ist Dörnhagen ein Ortsteil der Gemeinde Fuldabrück (Sitz).
Gericht
- 1569: Vierter Schöppenstuhl
- 1822: Landgericht Kassel
- 1850: Justizamt Kassel I
- 1867: Amtsgericht Kassel II
- 1879: Amtsgericht Kassel
Herrschaft
- 1280 war Dörnhagen Besitz der Hunde. 1303 belehnen Landgraf Heinrich I. von Hessen, seine Gemahlin Mechthild und ihr Sohn Johann den Ritter Johann Riedesel und seine Erben mit 50 Mark Silber Kasseler Währung aus namentlich genannten Gütern u.a. zu Wernershagen.
- 1346 verkaufen die Hunde und von Holzhausen u.a. die Wüstung Dörnhagen an Hessen. 1378 (nicht 1388) werden sie aber mit 1/4 belehnt (Wenck, Hessische Landesgeschichte 2,1, Urkundenbuch, S. 456, Nr. 422; Landgrafen-Regesten online Nr. 3331). Nach dem Kasseler Salbch (HStAM Bestand S Nr. 414 II) des Jahres 1539 besitzen die Landgrafen zwei Hufen, ein Haus und eine Scheune in Dörnhagen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1253 gehörte 1/3 des Dorfes dem Kloster Breitenau von der Witwe Hermanns von Holzhausen. In der Folge kommt weiterer Besitz hinzu.
- 1380 haben die Ritter Otto gen. Hund und Hartmann von Englis Besitzansprüche in Dörnhagen und Dennhausen.
Zehntverhältnisse
1414 kommt es vor Vertretern des Landgrafen zu einer Streitschlichtung wegen des Zehnten. Die Männer des Dorfes Dörnhagen bleiben auch weiterhin dem Kloster Breitenau zehntpflichtig, es sei denn, sie können ihre behauptete Zehntfreiheit beweisen (HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 255)
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Pfarrei (um 1410)
- Kirche (1425 )
- Pfarrer (1456)
- Ursprünglich romanische Saalkirche mit Turm aus dem 13. Jahrhundert; Schiff 1743 erweitert, 1966 Umgestaltung und Renovierung
Pfarrzugehörigkeit
Das Kirchspiel Dörnhagen mit Dennhausen, Bergshausen und Dittershausen entstand nach der Reformation und ist 1569 sowie 1585 belegt.
1872 gehören zur protestantischen Pfarrei der Klasse Kaufungen als Filiale Bergshausen, Dennhausen und Dittershausen. Mit der Errichtung eine Pfarrstelle in Fuldabrück wird das Kirchspiel Dörnhagen 1973 aufgelöst, so dass nur noch die Kirchengemeinde Dörnhagen besteht.
Patronat
1569 und 1585: Landgraf von Hessen
Diakonische Einrichtungen
1908 - 1916, 1931 - 1948 Schwesternstation (Landeskirchliches Archiv Kassel, E 1 Dörnhagen Pfarrarchiv Dörnhagen); 1926 besteht eine Gemeindediakoniestation Ritter, Kirchliches Handbuch, S. 300
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Jacobi vor 1546 bis ca. 1568
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archipresbyterat Fritzlar, Erzpriestersprengel Gensungen
1505: Dekanat Gensungen (Würdtwein D. 10, 518)
Kultur
Schulen
1910 Volksschule mit zwei Klassen
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Kassel, Bd. II, S. 172-185
- Eisenträger/Krug, Territorialgeschichte der Kasseler Landschaft, S. 147, 202-203
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 94 f.
- Holtmeyer, Landkreis Kassel, S. 51-53
- Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 107
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 195
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 492
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Dörnhagen, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2258_doernhagen> (aufgerufen am 08.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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