Dittershausen

Die Lage von Dittershausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
8,5 km südwestlich von Kassel
Lage und Verkehrslage
Haufendorf mit ringartig um die Dorfkirche angeordneter Bebauung am Westrand der Söhre in einer Scheife am rechten Ufer der Fulda. Moderne regelmäßige Besiedlung im Osten in Richtung Dennhausen. Brücke über die Fulda in Richtung Rengershausen.
Ersterwähnung
1253
Historische Namensformen
- Ditharteshusen, in (1253) [HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 15; Schreibweise nach Druck in: E. E. Becker, Nachrichten von dem ehemaligen Benediktiner-Kloster Breitenau, in: Hessische Beiträge zur Gelehrsamkeit und Kunst, Bd. 2 (1787), Beilagen, S. 27-28, Nr. 4]
- Ditershusen (1346) [Landgrafen-Regesten online Nr. 2264; Schreibweise nach Ledderhose, Kleine Schriften 5, S. 238]
- Dittershausen (1445) [HStAM Bestand Urk. 16 Nr. 300]
- Dittershausen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 77]
- Ditershausen (1597) [Fuldakarte HStAM Bestand Karten Nr. R III 7, Karte 9]
- Dittershausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 1]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1253)
- Dorf (1346)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1895
Älteste Gemarkungskarte
1701
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3533376, 5679695
UTM: 32 U 533289 5677863
WGS84: 51.251154° N, 9.476985° O
Statistik
Ortskennziffer
633008030
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 193, davon 140 Acker (= 72.54 %), 17 Wiesen (= 8.81 %), 5 Holzungen (= 2.59 %)
- 1961 (Hektar): 198, davon 4 Wald (= 2.02 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: 12 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 1747: 19 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1885: 212, davon 212 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 531, davon 463 evangelisch (= 87.19 %), 59 katholisch (= 11.11 %)
- 1970: 626
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1458: Landgrafschaft Hessen, Amt Neustadt Kassel
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Neustadt
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Neustadt
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Waldau
- 1814-1817: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Kaufungen
- 1817-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Waldau
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Kassel
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Kassel
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kassel
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kassel
- 1967: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel
Altkreis
Kassel
Gemeindeentwicklung
Am 1.7.1967 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss der Gemeinden Dennhausen und Dittershausen zur neu gebildeten Gemeinde Fuldabrück.
Gericht
- bis 1822: Amt Waldau
- 1822: Landgericht Kassel
- 1850: Justizamt Kassel I
- 1867: Amtsgericht Kassel II
- 1879: Amtsgericht Kassel
Herrschaft
- 1346 verkaufen die Hunde und von Holzhausen u.a. das Dorf Dittershausen mit Gerichten und allem Zubehör an Hessen, doch erscheinen die von Dalwigk und die von Hertinghausen noch 1347 mit Rechten im Dorf. 1378 belehnt Hessen die Hunde mit 1/4 des Dorfes (Lehenurk.). 1408 befindet sich das Dorf mit Gericht im Besitz des Ritters Eckebrecht von Grifte, von dessen Familie die Landgrafen es erst 1559 zurückerwerben können. Ansprüche der Hunde und der von Grifte bestehen noch 1569 und erst das Salbuch von 1582 vermerkt, dass Dittershausen mit aller Obrigkeit, Gericht und Recht dem Landgrafen allein unterstehe und alle Ansprüche der Hunde und der von Grifte abgegolten seien.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1253 erhält Kloster Breitenau von der Witwe des Hermann von Holzhausen eine Mühle und eine halbe sowie eine halbe Hufe in Dittershausen.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Filialkirche (1445)
- Kirche im Kern mittelalterlich, 1778 kleiner Saalbau mit dreiseitigem Schluss errichtet, 1990 renoviert
Pfarrzugehörigkeit
1445 wird der Anspruch der Bauern auf eine Pfarrei abgewiesen mit Verweis darauf, dass Dittershausen und Hertinghausen schon vor 47 Jahren Filialen von Grifte waren.
Nach der Reformation 1569 und 1585 Filial von Dörnhagen, so auch 1872. 1973 Zusammenschluss der früheren Filialgemeinden von Dörnhagen, Dennhausen und Dittershausen zur Kirchengemeinde Fuldabrück.
Patronat
1346 verkauften die Hunde und von Holzhausen ihr Dorf Dittershausen samt dem Patronat an Hessen.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Grifte, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Grifter Pfarrer Heinrich Ratz um 1527.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1253 ist eine Mühle belegt, die Kloster Breitenau übertragen wird.
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Kassel, Bd. II, S. 166-171
- Eisenträger/Krug, Territorialgeschichte der Kasseler Landschaft, S. 206
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 195
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 93
- Holtmeyer, Landkreis Kassel, S. 50-51
- W. Classen, Kirchliche Organisation, S. 201 f.
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Dittershausen, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2257_dittershausen> (aufgerufen am 08.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/2257