Osterhausen

Die Lage von Osterhausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
5 km südlich von Bad Arolsen
Lage und Verkehrslage
Nördlich von Elleringhausen an der Twiste unweit der Kappelmühle; Flurname Auf den Kirchhöfen, zu Osterhausen, Osterfeld
Ersterwähnung
10. Jahrhundert
Siedlungsentwicklung
1608-10 verlagert sich der Hof des Klosters Volkhardinghausen etwa 500 m talabwärts in den Bereich des Gutes Bilstein. 1756 ist der Bereich des ehemaligen Dorfes Osterhausen wüst.
Historische Namensformen
- Astereshusun, in (um 968-969) [Abschrift 15. Jahrhundert Traditiones Corbeienses, § 322, S. 135, vgl. Schütte, Mönchslisten, S. 245]
- Ast(i)ereshusun, in (986-988) [Abschrift 15. Jahrhundert Traditiones Corbeienses, § 422, S. 147, vgl. Schütte, Mönchslisten, S. 270]
- Assiereshusun, in (um 1020) [12. Jahrhundert Vita Meinwerci, hrsg. von Guido M. Berndt, S. 112-113, Cap. 30, Vita Meinwerci, in:MGH Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum 59: Tenckhoff, S. 35, Cap. XXXII, Zuordnung nicht gesichert]
- Ostirhusen, in (1194) [Kop. 14. Jahrhundert Regesten der Erzbischöfe von Köln 2, S. 299, Nr. 1488]
- Hosterhusen, in (1234) [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 7943, Druck: Spilcker, Geschichte der Grafen von Everstein und ihrer Besitzungen, Urkundenbuch, S. 64-66, Nr. 51]
- Osterhosen, de (1276) [Urkunden Kloster Wormeln, S. 47, Nr. 10]
- Osterhusen, de (1276) [Kopiar Westfälisches Urkundenbuch 4,3, S. 692, Nr. 1444]
- Osterhusen, in (1294) [Kopiar Westfälisches Urkundenbuch 4,3, S. 1040, Nr. 2296]
- Osterhus (13. Jahrhundert) [Verzeichnis von Zehnt-Einkünften der Abtei Corvey, in: Liber vitae der Abtei Corvey, Bd. 1, S. 113, i.5]
- Oysterhuzen, in (Anfang 14. Jahrhundert) [Güterverzeichnis des Stifts Meschede Johann Suibert Seibertz (Hrsg.), Quellen der Westfälischen Geschichte 1, S. 381-418, hier S. 387 Anm. 27 und S. 388]
Burgen und Befestigungen
- 1608-10 verlagert sich der Hof des Klosters Volkhardinghausen etwa 500 m talabwärts in den Bereich des Gutes Bilstein. 1756 ist der Bereich des ehemaligen Dorfes Osterhausen wüst.
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3500381, 5689549
UTM: 32 U 500307 5687713
WGS84: 51.340701° N, 9.004407° O
Statistik
Ortskennziffer
63501802003
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Landau (zeitweilig auch Amt Mengeringhausen)
Altkreis
Waldeck
Gericht
- 1537: Freigericht Mengeringhausen
Herrschaft
- 1294 besitzt Graf Otto I. von Waldeck vier Hufen in Osterhausen, mit denen er Dietrich von Mederich belehnt.
- Mit der Säkularisierung des Klosters Volkhardinghausen gehen der Besitz und die Herrschaftsrechte endgültig an die Grafen von Waldeck über.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts erhält Kloster Corvey Güterschenkungen in Osterhausen.
- Um 1020 erhält die Frau des jungen Adligen Meinher für die Zustimmung zu Übertragungen an das Bistum Paderborn von Bischof Meinwerk Pachteinnahmen in Osterhausen.
- 1194 bestätigt der Kölner Erzbischof Adolf von Köln dem Kloster Flechtdorf den Besitz von drei Hufen in Osterhausen. Weitere Nachrichten liegen erst aus dem 15. Jahrhundert vor.
- 1234 überweisen Bernhard und Hermann von Holzhausen und Hermann von Itter dem Kloster Arolsen die Kirche in Kapelle gegen Güter in Osterhausen und zwölf Mark aus Wettesingen und bekunden, dass der Vogt des Klosters, Graf Adolf von Waldeck, kein Anrecht an dieser Kirche und den Hof in Remmenchusen habe.
- In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts hat Kloster Meschede Güterbesitz in Osterhausen.
- Im 15. Jahrhundert war auch das Kloster Volkhardinghausen in Osterhausen begütert.
Zehntverhältnisse
In einem im 13. Jahrhundert in den Liber vitae der Abtei Corvey eingetragenen Verzeichnis wird Osterhausen als Zehntbesitz der Abtei aufgeführt. 1336-59 trägt der Ritter Gerold von Osterhausen Güter und Zehnten dasselbst von Corvey zu Lehen. 1418 und 1454 hat ihn die Familien von Braunsen als Lehen, 1521 Werner von Winter. Später werden die Grafen von Waldeck vom Abt von Corvey belehnt.
Ortsadel
1234
Nachweise
Literatur
- 1100 Jahre Twiste, S. 69-71
- Schwersmann, Benediktinerkloster Flechtdorf, S. 312-313
- Wetekam, Braunsen. Waldecksche Ortssippenbücher 13, S. 21-22
- Bau- und Kunstdenkmäler Kassel N.F. 2 (Kreis der Twiste), S. 267 f.
- Bockshammer, Grafschaft Waldeck, S. 199-206
- Höhle, Ortschaften in Waldeck, S. 85-88, Nr. 53
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Osterhausen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1924_osterhausen> (aufgerufen am 12.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/1924