Wrexen

Dorf · 215 m über NN  
Gemeinde
Diemelstadt
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

13,5 km nordwestlich von Bad Arolsen

Lage und Verkehrslage

Dorf mit einfachem Grundriss in flachem Gelände an der Mündung der Orpe in die Diemel, unmittelbar an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen (Kreis Höxter und Hochsauerlandkreis). Kirche in zentraler Lage im alten Ortskern im Norden am Schnittpunkt der L 3081 (Hauptstraße) und der L 3438 (Orpethaler Straße). Jüngere Siedlungsausdehnung nach Südweste und Osten.
Im Südwesten verläuft die A 44, im Norden die B 7, im Osten die B 252.

Ersterwähnung

1141

Vorbemerkung Historische Namensformen

Ob die Belege zu 1141 tatsächlich auf Wrexen zu beziehen sind, muss offen bleiben

Historische Namensformen

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1968-1970

Älteste Gemarkungskarte

1856

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3499626, 5708085
UTM: 32 U 499552 5706242
WGS84: 51.507307° N, 8.99355° O

Statistik

Ortskennziffer

635008090

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 783, davon 308 Acker (= 39.34 %), 65 Wiesen (= 8.30 %), 304 Holzungen (= 38.83 %)
  • 1961 (Hektar): 784, davon 334 Wald (= 42.60 %)

Einwohnerstatistik

  • 1541: 27 Häuser
  • 1620: 38 Häuser
  • 1650: 32 Häuser
  • 1738: 62 Häuser
  • 1770: 111 Häuser, 672 Einwohner
  • 1885: 946, davon 896 evangelisch (= 94.71 %), 31 katholisch (= 3.28 %), 19 Juden (= 2.01 %)
  • 1895: 928, davon 883 evangelisch (= 95.15 %), 28 katholisch (= 3.02 %), 17 Juden (= 1.83 %)
  • 1961: 1326, davon 1071 evangelisch (= 80.77 %), 224 katholisch (= 16.89 %)

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1339 und 1390: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
  • 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
  • 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Rhoden
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis

Waldeck

Gemeindeentwicklung

Am 1.11.1970 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rhoden und Wrexen zur Stadt Diemelstadt zusammen. Am 31.12.1970 schlossen sich die Gemeinden Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen der Stadt Diemelstadt an. Ab 31.12.1971 wurden die Gemeinden Hesperinghausen und Orphetal Stadtteile von Diemelstadt.

Gericht

  • 1537: Freistuhl Mengeringhausen
  • 1816: Oberjustizamt der Diemel (Sitz in der Stadt Rhoden)
  • 1850: Kreisgericht Arolsen
  • 1868/69: Amtsgericht Arolsen

Herrschaft

  • 1141 bestätigt der Mainzer Erzbischof Markolf dem Kloster Blasien zu Northeim seinen Besitz, u.a. in 6 Hufen und 1 Mühle in Wrexen (vgl. hierzu jedoch die Vorbemerkung Historische Namensformen).
  • 1294 belehnt der Graf von Waldeck den Ritter Dietrich von Mederich mit 3 Hufen zu Wrexen. 1360 erwirbt der Graf von Waldeck ein halbes Gut in Wrexen.
  • 1390 verpfändet Graf Heinrich von Waldeck Schloß und Stadt Rhoden mit Gütern u.a. zu Wrexen an Kurt Spiegel vom Desenberg. 1537 gehört Wrexen mit aller Obrigkeit, Gericht, Ge- und Verbot usw. den Grafen von Waldeck, Anspruch auf die Hälfte besitzen jedoch die Herren von Brobeck.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1370, 1376 und 1416 verkaufen die Herren von Brobeck Güter und Teile des Fischereirechts bei Wrexen an das Kloster Hardehausen. 1480 bis 1544 gehört den Herren von Brobeck ein Teil der Einkünfte und des Grundbesitzes in Wrexen, das somit zum umfangreichsten Güterbesitz des Geschlechts gehörte, der erst langsam an die Grafen von Waldeck überging.

Zehntverhältnisse

1360 erwarb der Graf von Waldeck den Viertelzehnten von Gottschalk von Brobeck. 1368 hat Arnold von Rösenbeck Anteil am Zehnten. 1485 heißt es, die von Brobeck hätten keinen Anteil am Zehnten mehr. 1537 ist der Zehnte zwischen den Grafen von Waldeck und den Herren von Brobeck geteilt

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1351: Pfarrer
  • 1618: Kapelle errichtet, die zwischen 1682 und 1688 auf Veranlassung von Fürst Georg Friedrich zu einer Pfarrkirche erweitert wird. 1796 Sanierung wegen Baufälligkeit, 1845 Abriss
  • 1845-1847: Neubau der heutigen Kirche, einem gotisierenden Saalbau

Pfarrzugehörigkeit

1352 katholische Pfarrei, die zuvor in Billinghausen ihren Sitz hat. Seit der Reformation Filial von Rhoden, seit 1682 eigenständige evangelische Pfarrei, 1815-47 unbesetzt von Rhoden aus verwaltet, dann wieder Pfarrei. Filialgemeinde bzw. eingepfarrt ist Orpethal.

Patronat

Grafen von Waldeck

Bekenntniswechsel

Da bis 1682 Filial von Rhoden, Einführung der Reformation vermutlich in den 1540er Jahren. Erster eigener evangelischer Pfarrer: Johannes Linnekugel 1682-1685

Juden

Statistik: 1802: 1 Familie; 1847: 1 Familie: (10 Personen); 1905: 17; 1925: 23 Juden; vermutlich 4 bis 5 Familien Wrexen gehörte zur Gemeinde Rhoden Im Gewerbe besonders die Papierfabrik Gebrüder Mosheim bekannt alemannia-judaica

Kultur

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Historische Ereignisse

1770 großer Dorfbrand

Wirtschaft

Durch die Lage an Orpe und Diemel bedingt, spielten Mühlen, Hämmer und Fischerei im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit eine zentrale Rolle (vgl. Siedlungsplätze und Besitz)

Mühlen

Zu den Mühlen außerhalb der Ortslage vgl. Siedlungsplätze
Diemelmühle (heute Fabrikstraße 1), 1537 als Mahlmühle bezeichnet, herrschaftliche Bannmühle. Ende des 19. Jahrhundert Umbau zur Pappenfabrik, seit 1942 Plattenwerk Pauly & Co, 1995 stillgelegt.
In diesem Bereich lag auch die 1731 angelegte Damm-Mühle, in der im 19. Jahrhundert auch Öl geschlagen und Gips gestampft wird, bevor Gebäude und Gelände an die Gebrüder Pohlmann verkauft werden.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Wrexen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1878_wrexen> (aufgerufen am 30.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/1878