Ludenbeck

Die Lage von Ludenbeck im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
15 km nordöstlich von Hofgeismar
Lage und Verkehrslage
Im Reinhardswald nordöstlich von Gottsbüren nahe der L 763 im Bereich des Lumbachs (Trumbach)
Siedlungsentwicklung
Das Dorf wird bereits Anfang des 14. Jahrhunderts als wüst bezeichnet. Möglicherweise wurde es im 15./16. Jahrhundert zeitweise wieder besiedelt. 1570 ist die Rede von eine Moln oberhalb dem Dorfe auff der Lumbach, die auch noch 1587 betrieben wird.
Vorbemerkung Historische Namensformen
Die Wüstung Ludenbeck ist in der Literatur häufig mit dem ebenfalls wüsten Lübbecke bei Hombressen gleichgesetzt worden. Die Quellen machen jedoch deutlich, dass es zwei nicht weit voneinander entfernt liegende Wüstungen ähnlichen Namens gibt. Der Siedlungsname ist noch in der Gewässerbezeichnung erhalten.
Historische Namensformen
- Ludenbiken (vor 1220) [HStAM Bestand Urk. 52 Nr. 5; Kruppa, Grafen von Dassel, S. 389, Regest Nr. 132; Druck bei: C.N.B. Falckenheiner, Berichtigende Zusätze zu Wenck's Geschichte der Grafen von Dassel, in: Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens 4 (1831), S. 153, Beilage 3; vgl. Wenck, Hessische Landesgeschichte 2,1, Urkundenbuch, S. 224, Nr. 213 Anm.]
- Ludenbike (1292) [HStAM Bestand Urk. 36]
- Ludenbeke (1317) [Vogt, RggEbMz Nr. 1881, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe = HStAM Bestand Urk. 36]
- Ludenbeke, tho (ca. 1380) [Lippoldsberger Güterregister, in: Desel, Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, S. 187-189, Beil. IV]
- Ludenbecke, an dem (1425) [Gewässerbezeichnung; Bayerisches Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Urkunde, Weltlicher Schrank 29/31)
- Ludebeke, in deme (1450) [Urkundenbuch Stift Hilwartshausen, S. 260, Nr. 296]
- Lumbach, auff der (1570) [Gewässerbezeichnung; Salbuch des Amtes Sababurg HStAM Bestand S Nr. 542]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1292)
- deserta villa (1317)
- Dorf (1570)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3535826, 5717904
UTM: 32 U 535738 5716057
WGS84: 51.594424° N, 9.515932° O
Statistik
Ortskennziffer
63320000019
Verfassung
Altkreis
Hofgeismar
Herrschaft
- Vor 1220 statten die Brüder von Dassel ihre Schwester und deren Verlobten, Berthold von Schöneberg, mit einem Teil der Grafschaft aus, u.a. mit Lübbecke.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Ursprünglich im Besitz der Grafen von Dassel, 1220 als Erbe im Besitz der Grafen von Schönenberg, die es als Lehen ausgeben. 1287 bekennen der Abt Johann von Helmarshausen und Hermann von Desenberg, genannt Spiegel, dass der Helmarshäuser Minsiteriale Werner von Exen seine Güter an das Kloster LIppoldsberg verkauft hat. 1292 verzichtet Konrad von Schöneberg auf seine Rechte zugunsten des Klosters Lippoldsberg, womit sich der Ort - offenbar aber nur für kurze Zeit - bis auf die Gerichtsbarkeit und das Jagd- und Forstrecht im Besitz des Klosters befand.
- 1450 liegt eine Schuld des Klosters Hilwartshausen auf den Ländereien u.a. bei Ludenbeck.
Wirtschaft
Mühlen
Nachweise
Literatur
- K. Günther, Territorialgeschichte der Landschaft zwischen Diemel und Oberweser vom 12. bis zum 16. Jahrhundert, S. 56-57
- Desel, Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, S. 153-154
- Roland Henne, Lumbach - oder Trumbach? Ein kleines geschichtsträchtiges Tal im Reinhardswald, in: Jahrbuch Landkreis Kassel 2010, S. 30-36
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ludenbeck, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/15611_ludenbeck> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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