Billinghausen

Die Lage von Billinghausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Gehöftgruppe
Lagebezug
14 km nordwestlich von Bad Arolsen
Lage und Verkehrslage
Nördlich von Orpethal am Hellgraben, einem von der Diemel abgeleiteten Betriebsgraben
Ersterwähnung
1036
Weitere Namen
Billinghäuser Hammer
Billinghäuser Mühle
Siedlungsentwicklung
Komplexe, aus verstreut liegenden Hof- und Mühlengebäuden bestehende Anlage. 1352 werden Teile nach Wrexen verlegt, um 1487 ist der Ort wüst und wird dem Kloster Volkhardinghausen zur Wiederbesiedlung übergeben. Ende des 16. Jahrhunderts entsteht ein Hütten- und Hammerwerk.
Historische Namensformen
- Bilinchuson; Bilichusen (1036) [12. Jahrhundert; Transsumpt 1416 Urkundenbuch des Stifts Busdorf in Paderborn 1, S. 1-7, Nr. 1 M; A]
- Bilinchusen, de (1196) [Abschrift um 1200, Urkunden Kloster Hardehausen, S. 63-64, Nr. 24]
- Bilinchusen, de (um 1213) [Urkunden Kloster Dalheim, S. 20-21, Nr. 5]
- Billinchusen (1231) [Westfälisches Urkundenbuch 4.1, S. 130-131, Nr. 198]
- Bylinchusen (1231) [Abschrift 17. Jahrhundert Westfälisches Urkundenbuch 4.1, S. 133-135, Nr. 204]
- Bellenkhusen, in (1294) [Kopiar Westfälisches Urkundenbuch 4,3, S. 1040, Nr. 2296]
- Belinchosen (1331) [Urkunden Kloster Hardehausen, S. 486, Nr. 665)
- Bellinckhausen (1537) [HStAM Bestand 127 Nr. 3]
- Billinghausen (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
Bezeichnung der Siedlung
- vorewerc (1036)
- marka, ville (1331)
- grangia (1487)
- Meierei (16. Jahrhundert)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3497043, 5707201
UTM: 32 U 496970 5705358
WGS84: 51.499354° N, 8.956354° O
Statistik
Ortskennziffer
63500806002
Einwohnerstatistik
- 1895: 4 Wohnhäuser mit 33 Bewohnern
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1487: Grafschaft Waldeck
- 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
- 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
- bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Rhoden
- 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
- 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
- 1853: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste
- 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
- 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Altkreis
Waldeck
Herrschaft
- 1036 beurkundet Bischof Meinwerk von Paderborn die Gründung des Stifts Busdorf und bestätigt ihm den Besitz des zum Haupthof Hardehausen gehörigen Vorwerks Billinghausen.
- 1294 belehnt der Graf von Waldeck den Ritter Dietrich von Mederich mit zwei Hufen in Billinghausen. Der Ort wird dann afterverlehnt und geht zwischen 1353 und 1369 an Kloster Hardehausen und an Marsberger Bürger. Kloster Hardehausen hat umfangreiche Fischereirechte in der Diemel.
- 1487 wird das damals wüste Dorf vom Grafen von Waldeck dem Kloster Volkhardinghausen zum Wiederaufbau gegeben, wobei er sich Gericht, Straße, Zoll, Wildbann und Fischerei vorbehielt. Nach der Einführung der Reformation fällt Billinghausen wieder an die Grafen zurück.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Vgl. Herrschaft
- 1490 werden neben den von Calenberg die von Brobeck als wichtigste Grundherren genannt. Später wird die Mark aufgeteilt und geht zum Großteil an die Herren von Calenberg in Westheim. Im 18. Jahrhundert Verpfändung an die Familie Spiegel zu Peckelsheim. 1810 wird das Gut von der fürstlichen Kammer an die Grafen von Westphalen verkauft.
Ortsadel
1196
Kirche und Religion
Ortskirchen
- um 1213: Priester (sacerdos)
- 1231: ecclesia, 1520 als Kapelle bezeichnet, die als geistliche Filiale des Klosters Volkhardinghausen eine gewisse Rolle spielte. Das Wohnhaus, in der sich diese befand brannte 1869 ab, wurde aber neu errichtet.
Patrozinien
- Johannes Baptista
Pfarrzugehörigkeit
Seit 1352 nannte sich der Pfarrer von Billinghausen nach Wrexen. Später wurden beide Orte nach Rhoden eingepfarrt.
Patronat
Grafen von Waldeck
Kirchliche Mittelbehörden
Bis 1530: Mainzer Kirchenprovinz, Diözese Paderborn, Archidiakonat Warburg
Wirtschaft
1581 wird ein Hamerschmidde bober Billingkhausen erwähnt, die reiche Eisenerträge lieferte und auch als Schmelze genutzt wird. Zwischen 1673 und 1690 bestehen zwei Hämmer. 1814 von der Fürstlichen Kammer an Landrat Schreiber übertragen und stillgelegt
Mühlen
Billinghäuser Mühle im 17. Jahrhundert als Bannmühle entstanden; zunächst als Ölmühle-, dann als Sägewerk und Schrotmühle genutzt; im 19. Jahrhundert im Besitz des Grafen von Westphal;
Zuletzt 1 Mahlgang (oberschlächtig), 1947 wegen Baufälligkeit entfernt
Nachweise
Literatur
- Aumüller, Brobeck, S. 56-57
- Karl Schäfer, Geschichte der Eisenindustrie in der ehemaligen Grafschaft Waldeck, S. 129-134
- Bau- und Kunstdenkmäler Kassel N.F. 2 (Kreis der Twiste), S. 207
- Bockshammer, Grafschaft Waldeck, S. 177-187
- Boer, Reformbestrebungen in dem Waldecker Kloster Volkardinghausen 1465-1576, 2 Bände, hier Bd. 1, S. 30-31
- Mannel, Eisenhütten und Hämmer des Fürstentums Waldeck, S. 19, 179
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Billinghausen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1496_billinghausen> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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