Ammenhausen

Die Lage von Ammenhausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
8 km nordöstlich von Bad Arolsen
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriß und geringer Siedlungsdichte in ebenem Gelände zwischen bewaldeten Höhenzügen. Durch den Ort führt die Verbindungsstraße Volkmarsen- Rhoden (L 3081).
Ersterwähnung
1243
Siedlungsentwicklung
In der Gemarkung wurde im Bereich des plateauartigen Waldstücks "Der Stock" eine aus 41 Hügeln bestehende Gruppe von Hügelgräbern der Bronzezeit gefunden.
1483 und 1492 wird das als wüst bezeichnete Ammenhausen den Antonitern in Grünberg zur Neubesiedlung übergeben, die in der Folge auch stattfindet.
Vorbemerkung Historische Namensformen
Vgl. auch Ammenhausen (Wüstung) im Landkreis Kassel (Gemarkung Immenhausen)
Historische Namensformen
- Ammenhusen, in (1243) [Urkunden Kloster Hardehausen, S. 114, Nr. 95]
- Emmenchus (13. Jahrhundert) [Verzeichnis von Zehnt-Einkünften der Abtei Corvey, in: Liber vitae der Abtei Corvey, Bd. 1, S. 113, i.5]
- Ammenhusen, tho (1339) [Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg, Bd. 1, S. 331-332, Nr. 652]
- Ammenhosen, tzu (1342) [Urkunden Kloster Hardehausen, S. 522-523, Nr. 720]
- Ammenhusen, in (1380) [Johann Suibert Seibertz (Hrsg.), Quellen der Westfälischen Geschichte 3, S. 286]
- Amenhußn; Ammenhusen (1483) [Klosterarchive 7: Die oberhessischen Klöster 3,1, S. 359-360, Nr. 531 und S. 361-362, Nr. 533]
- Ammenhausen (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (13. Jahrhundert)
- Dorf (1342)
Älteste Gemarkungskarte
1857
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3503540, 5701203
UTM: 32 U 503465 5699363
WGS84: 51.44544° N, 9.049856° O
Statistik
Ortskennziffer
635008010
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 372, davon 191 Acker (= 51.34 %), 34 Wiesen (= 9.14 %), 116 Holzungen (= 31.18 %)
- 1961 (Hektar): 371, davon 105 Wald (= 28.30 %)
Einwohnerstatistik
- 1541: 8 Häuser
- 1620: 16 Häuser
- 1650: 12 Häuser
- 1738: 29 Häuser
- 1770: 35 Häuser, 152 Einwohner
- 1885: 215, davon 215 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1895: 185, davon 185 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 147, davon 133 evangelisch (= 90.48 %), 14 katholisch (= 9.52 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1339,1390 und 1481: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
- 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
- 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
- 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
- bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Rhoden
- 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
- 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
- 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
- 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
- 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
- 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Altkreis
Waldeck
Gemeindeentwicklung
Am 1.11.1970 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rhoden und Wrexen zur Stadt Diemelstadt zusammen. Am 31.12.1970 schlossen sich die Gemeinden Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen der Stadt Diemelstadt an. Ab 31.12.1971 wurden die Gemeinden Hesperinghausen und Orphetal Stadtteile von Diemelstadt.
Gericht
- 1537: Freistuhl Mengeringhausen
- 1816: Oberjustizamt der Diemel (Sitz in der Stadt Rhoden)
- 1850: Kreisgericht Arolsen
- 1868/69: Amtsgericht Arolsen
Herrschaft
- 1339 verschreibt Graf Heinrich IV. von Waldeck seiner Schwiegertochter Mechthild von Braunschweig zur Leibzucht Burg und Stadt Rhoden mit Renten u.a. aus Ammenhausen. 1390 verpfändet Graf Heinrich von Waldeck Schloß und Stadt Rhoden mit Gütern u.a. Ammenhausen zu an Kurt Spiegel vom Desenberg. 1483 verkauft Graf Otto IV. dem Kloster Arolsen das Dorf Ammenhausen, behält sich aber geholcze, wiltbanne, gerichte und gebede vor. 1537 ist das Dorf zwischen den Waldecker Linien geteilt.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1343 übereignet Ritter Dietrich von Mederich Abt und Konvent von Hardehausen seine Hufe Land im Dorf Ammenhausen.
- 1380 hat das Kanonissenstift Geseke (Kreis Soest) Einkünfte in Ammenhausen.
Zehntverhältnisse
In einem im 13. Jahrhundert in den Liber vitae der Abtei Corvey eingetragenen Verzeichnis wird Ammenhausen als Zehntbesitz der Abtei aufgeführt.
1243 tritt der der Paderborner Domdechant den Zehnten in Dehausen und Ammenhausen dem Kloster Hardehausen gegen eine Kornrente ab.
1453 wird Herbord von Brobeck vom Abte von St. Blasien zu Northeim mit dem Zehnten über die Mark Ammenhausen belehnt. Sein Nachfolger gibt ihn 1482 an Kloster Arolsen.
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ammenhausen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1477_ammenhausen> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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