Letter

Die Lage von Letter im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
13 km südwestlich von Frankenberg (Eder)
Lage und Verkehrslage
Der in der Nähe fließende Tiefenbach (heute Wollmarbach) auch Letterbach genannt.
Flurnamen Im Lettergrund, Am Letterberg, Im Wahllettergrund, Auf dem Wahlletter, Auf dem Wahlletterrücken, In der obersten Letterhecke, In der untersten Letterhecke, Letterhude
Ersterwähnung
1345 (Klosterarchive 4: Die oberhessischen Klöster 2, S. 78)
Letzterwähnung
Siedlungsentwicklung
Die Siedlung, die sich seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Nieder-, Ober-, Rechten- und Waldletter ausdifferenzierte, fiel in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wüst, 1527 Letzterwähnung als Sieldung, 1708 ist nur noch ein Gut vorhanden
Historische Namensformen
- Letter, von (1345) [Klosterarchive 4: Die oberhessischen Klöster 2, S. 78 Nr. 132]
- Letter (1434) [Klosterarchive 4: Die oberhessischen Klöster 2, S. 304, Nr. 659]
- Letter (1527) [Klosterarchive 4: Die oberhessischen Klöster 2, S. 362 Nr. 797]
- Niederletter
- Niddern Lettere (1361)
- Oberletter
- Obern Lettere (1361)
- Obernletter (1381)
- Waldletter
- Waltlettere (1402) [HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 20]
- Wailtletter (1472) [HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 65]
- Rechtenletter (1472) [HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 65]
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3475934, 5650744
UTM: 32 U 475869 5648924
WGS84: 50.991391° N, 8.656174° O
Statistik
Ortskennziffer
63500405002
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- um 1400: Amt Battenberg (Ober- und Wahlletter)
Altkreis
Frankenberg
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1381 verpfänden Siegfried und Gertrud von Biedenfeld den halben Zehnten zu Oberletter gegen zwei halbe Höfe zu Ober- und Niederallendorf an die Brüder Mollner von Battenberg (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 8)
- 1395 ertauschen Johann und Jutta von Hatzfeld einen halben Hof zu Biebighausen von Siegfried und Gela von Biedenfeld gegen ihren halben Hof zu Letter (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 17)
- 1402 verpfänden Siegfried und Gertrud von Biedenfeld den von Johann von Hatzfeld erhaltenen halben Hof zu Waldletter an den Battenberger Bürger Johann Lesch.
- 1410 versetzt Kraft von Hatzfeld dem Johann Leschen Bürger zu Battenberg, Konen seiner Frau sein halbes Gut zu Waldletter (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 24).
- 1434 verpachtet das Stift Wetter seinen Hof zu Letter an Hermann Lettermann, vermutlich aus Laisa, zu Landsiedelrecht.
- 1472 entlehnen Wiegand von Biedenfeld, Siegfrids Sohn und Margarethe seine Frau von Hermann zu Berghofen 4 Gulden und verpfänden dafür zwei halbe Güter, zu Waldletter und Rechtenletter, mit Vorbehalt der Wiederlösung.
- 1473 gestatten Wiegand und Margarethe von Biedenfeld dem Hermann zu Berghofen die Einlösung des an Henne Fleckenbühl verpfändete halbe Gut zu Rechtenletter (HStAM Best. Urk. 105 Nr. 68)
- 1498 gestattet die Witwe Margarethe von Biedenfeld dem Volpe zu Wollmar die Einlösung des an Hermann zu Berghofen (Berghöfer) verpfändeten Guts zu Letter (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 115)
- 1509 gestattet Margarethe von Biedenfeld wiederum dem Heinz Mellnauer die Einlösung des Guts zu Letter von den Kindern Volpes (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 128)
- 1522 schlagen die Witwe Gertrud von Lehrbach und Eberhard von Rollshausen weitere 16 Gulden auf das an Heinz Mellnauer verpfändete Gut zu Letter (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 186)
- 1523 verpfändet Diethard von Rollshausen dem Heinz Mellnauer seine Rechte an dem biedenfeldischen Gut zu Letter (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 190)
- 1531 wird festgestellt, dass die Wüstung Wetter seit langen Zeiten denen von Laisa gehöre und die von Wolmar keinen Anteil daran haben.
- 1531 verpfändet Eberhard von Rollshausen seine Hälfte am Wiesenhof, der Erbwiese und einem Acker zu Waldletter an Ludwig Wigand zu Laisa (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 143)
- 1560 verpfändet Hans von Lehrbach dem Lichthans zu Berghofen eine halbe Wiese zu Letter (HStAM Bestand Urk. 105 Nr. 218)
- 1708 Hans Leinweber und Seibert Dippel aus Laisa werden mit dem Gut des Ritterstifts Wetter in Letter (Löttergut) belehnt (HStAM Best. Urk. 87 Nr. 2275)
- 1836-1858 Johannes Wild hat das Lettergut des Ritterstifts Wetter inne (HStAM Best. 330 Battenberg Nr. E 511)
Zehntverhältnisse
1698 ist der landgräfliche Zehnt zu Letter biedenfeldisches Lehen aus den Händen der Grafen von Solms (HStAM Best. Urk. 84 Nr. 333) 1716 wird eine Grenzziehung zwischen dem landgräflichen Zehnt und dem Zehnt des Stifts Wetter gezogen (HStAM Best. 304 Nr. 8900) 1732-1747 belehnt das Stift Wetter Johannes Dippel und Christian Schneider mit dem Stiftszehnt (HStAM Bestand 304 Nr. 8907) 1744 beschweren sich die Einwohner von Laisa über die Vergabe des Zehnt des Ritterstifts Wetter in Letter (Letterzehnt) an einige Battenberger Bürger (HStAM Best. 304 Nr. 6952)
Kirche und Religion
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Dekanat Battenfeld
Nachweise
Literatur
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Letter, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1302_letter> (aufgerufen am 05.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/1302