Ober-Erlenbach

Die Lage von Ober-Erlenbach im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
Ober-Erlenbach liegt 4,6 km östlich von Bad Homburg.
Lage und Verkehrslage
Der Ort liegt 1,1 km nördlich von Ober-Eschbach.
Ersterwähnung
768-779
Siedlungsentwicklung
Die Gemarkung von Ober-Erlenbach war schon in frühgeschichtlicher Zeit bewohnt. In der Antike siedelten die Römer hier, worauf Fundatmente, Tonscherben und Münzen aus der Zeit des Antoninus Pius hindeuten. Der heutige Ort entstand im 6.-7. Jahrhundert n. Chr. als fränkische Siedlung. Ober-Erlenbach war dann Königsgut bis es 948 an das Kloster Hersfeld kam. Zwischen 1854 und 1888 wanderte ein kleiner Teil der Bevölkerung nach Nordamerika aus.
Zwischen 1950 und 1980 verdoppelte sich die Einwohnerzahl und die Wohngebiete an den Ortsrändern wurden ausgebaut.
Historische Namensformen
- Herlibah, in; Erlibach, in; Erlibarh, in (948) [MGH Diplomata Könige 1, Konrad I. : Sickel, S. 179-181, Nr. 96, 97 = Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1, S. 87-92, Nr. 48, 49]
- Ober-Erlenbach
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Burgen und Befestigungen
- Gickelsburg (vorgeschichtliche Wehranlage zwischen 600-500 v. Chr.)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3477180, 5565580
UTM: 32 U 477114 5563794
WGS84: 50.225869° N, 8.679161° O
Statistik
Ortskennziffer
434001030
Flächennutzungsstatistik
- 1854 (Morgen): 3652, davon 2525 Acker, 196 Wiesen, 804 Wald
- 1961 (Hektar): 904, davon 187 Wald (= 20.69 %)
Einwohnerstatistik
- 1812: 143 Häuser, 799 Seelen
- 1961: 2393, davon 530 evangelisch (= 22.15 %), 1834 katholisch (= 76.64 %)
- 1970: 3915
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Königstein (reichsfreier, unmittelbarer Besitz des Grafen von Ingelheim)
- 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg
- 1806-1810: Primatialstaat Karl Theodor von Dalbergs im Rheinbund
- 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Frankfurt, Landdistriktmarie Frankfurt
- 1820: Patrimonialgericht Graf v. Ingelheim;
- 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Vilbel;
- 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg;
- 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg;
- 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Vilbel
- 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg;
- 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Hochtaunuskreis
Altkreis
Friedberg
Gemeindeentwicklung
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die neu gebildete Stadtgemeinde Bad Homburg v.d. Höhe eingegliedert.
Gericht
- Zum fuldischen Hofgericht mit Schwerpunkt in Eschersheim (sog. "Cremser Gericht") gehörig.
- 1820: Patrimonialgericht Ober-Erlenbach;
- 1823: Landgericht Groß-Karben;
- 1853: Landgericht Vilbel;
- 1879: Amtsgericht Vilbel.
Herrschaft
- Vor 948 Königsgut.
- 948 zum Kloster Hersfeld gehörig.
- 1403 an Graf Philipp III. von Falkenstein verkauft.
- 1418 gelangt der Ort an die Grafen von Solms.
- 1420 kommt Ober-Eschbach an Graf Eberhard II. von Eppstein.
- 1535 erhält Graf Ludwig von Stolberg-Königstein das Dorf als Teil des eppsteinischen Erbes.
- 1581 gehört Ober-Erlenbach zum Erzbistum Mainz.
- 1691 geht der Ort an Anselm Franz von Ingelheim über, wobei die Mainzer Landeshoheit bestehen bleibt.
- 1816 wird Ober-Erlenbach zu Hessen-Darmstadt geschlagen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 779 vermacht eine Frau namens Meginburc ihren Besitz zu Ober-Erlenbach dem Kloster Lorsch.
- 948 im Besitz des Klosters Hersfeld.
- 1403 Verkauf des Dorfes an Graf Philipp III. von Falkenstein.
- 1691 ist der Ort im Besitz des Anselm Franz von Ingelheim.
- Das Kloster Thron hatte hier 1249 Besitz.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1765: Bau der Kirche St. Martin an Stelle der alten Ortskirche.
Patrozinien
- Martinus
Pfarrzugehörigkeit
Seit 1297 ist Ober-Erlenbach eine eigenständige Pfarrei.
1347 wurde der Ort dem Kloster Hersfeld inkorporiert.
Patronat
1297 war das Patronat im Besitz des Klosters Hersfeld.
1404 verkauft das Kloster das Patronat an die Herren von Falkenstein.
1465 treten die Herren von Isenburg-Büdingen und die ältere Linie der Grafen von Solms-Lich als Inhaber des Patronats auf.
Ab 1510 sind die Grafen von Solms-Lich die alleinigen Besitzer des Patronats.
1548 fällt das Recht an die Grafen von Solms-Laubach.
Bekenntniswechsel
Evangelische Bewegung Anfang der 1520er Jahre vorhanden, der Ober-Erlenbacher Priester Nikolaus Carben heiratet 1523 in Worms.
1538 Einführung der Reformation.
Katholischer Bekenntniswechsel: 1603, 1632 unter schwedischer Herrschaft lutherisch, 1636 endgültig katholisch.
Kirchliche Mittelbehörden
Ab 1107 zum Mainzer Archidiakonat St. Peter, Dekanat Eschborn gehörig.
Kultur
Schulen
Um 1600 Schule vorhanden; 1693: Neubau der Schule; 1910 Volksschule mit drei Klassen, Schulhaus von 1901
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Historische Ereignisse
Die barocken Altäre von St. Martin wurden 1808 aus dem ehemaligen Nonnenkloster Nieder-Ilbenstadt nach Ober-Erlenbach überführt.
Wirtschaft
Zwischen 1950 und 1980 siedelten sich Betriebe in Ober-Erlenbach an.
Nachweise
Literatur
- Historisches Ortsverzeichnis Großherzogtum und Volksstaat Hessen, S. 159-160
- 100 Jahre Obertaunuskreis
- Luthmer, Kunstdenkmäler des östlichen Taunus
- Magistrat Bad Homburg, 1200 Jahre
- Erler, Cremser Gericht
- Diehl, Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die hessen-darmstädtischen Souveränitätslande, S. 482
- Krapp, Hessische Schulstatistik, S. 205
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ober-Erlenbach, Hochtaunuskreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11597_ober-erlenbach> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/11597