Kirdorf

Die Lage von Kirdorf im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
Kirdorf liegt 2,2 km nordwestlich von Bad Homburg.
Lage und Verkehrslage
Der Ort liegt östlich von Dornholzhausen. 1899 wurde Straßenbahnstrecke zwischen Homburg und Kirdorf eingeweiht.
Ersterwähnung
892
Siedlungsentwicklung
Im Dreißigjährigen Kireg stark zerstört, wurde Kirdorf langsam wieder aufgebaut.
Am Ende des 19. Jahrhunderts begann im Rahmen der Homburger Stadterweiterung ein großes Bauprogramm. Die rege Bautätigkeit wurde nach Ende des 2. Weltkrieges fortgesetzt.
Historische Namensformen
- Kirchdorph, in uilla (892) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3325]
- Kirchdorph, in villa (10. Jahrhundert) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3678]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (892)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Burgen und Befestigungen
- Im 14.-16. Jahrhundert war das Dorf durch Wälle, Graben und Heckengebück befestigt.
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3471969, 5567727
UTM: 32 U 471905 5565940
WGS84: 50.244946° N, 8.605979° O
Statistik
Ortskennziffer
434001060
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 668, davon 267 Acker (= 39.97 %), 111 Wiesen (= 16.62 %), 252 Holzungen (= 37.72 %)
Einwohnerstatistik
- 1885: 2161, davon 306 evangelisch (= 14.16 %), 1853 katholisch (= 85.75 %), 2 Juden (= 0.09 %)
- 892: 58 Hörige (Lorscher Codex)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- undatiert: Mark Hardt
- 892: Niddagau, Preungesheimer Mark (in pago Nitachgouue in Brunningesheimer marca)
- 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Königstein
- 1806: Großherzogtum Hessen, Herrschaft Hessen-Homburg
- 1816: Landgrafschaft Hessen-Homburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis
- 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Obertaunuskreis
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Hochtaunuskreis
Altkreis
Obertaunuskreis
Gemeindeentwicklung
Am 29.6.1901 Eingemeindung nach Bad Homburg v.d.H.
Herrschaft
- 1232: Erzbistum Mainz
- 1445-1535: Grafen von Eppstein
- 1535-1581: Grafen von Stolberg-Königstein
- 1581:Kurmainz
- 1803: Fürstentum Nassau-Usingen
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 892 schenkten Adolf und seine Huda dem Kloster Lorsch den Kirdorf.
- 1232 im Besitz des Erzbistums Mainz.
- 1445-1535 im Besitz der Grafen von Eppstein.
- 1535-1581 im Besitz der Grafen von Stolberg-Königstein.
- 1581 wieder im Besitz von Kurmainz.
- 1803 im Besitz von Nassau-Usingen.
- 1803 nach Tausch im Besitz von Hessen-Homburg.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1229: Kirche;
- 1540: Kapelle "Unser lieben Frauen";
- 1655: Kirchenneubau;
- 1765: Kirchenneubau;
- 1862: Einweihung der St. Johanniskirche;
- 1913: Einweihung der ev. Gedächtniskirche.
Pfarrzugehörigkeit
Patronat
Das Patronat war im Besitz derer von Kronberg. Ab 1461 gehörte es den Grafen von Solms-Lich.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich um 1540.
Katholischer Bekenntniswechsel: 1606
Kirchliche Mittelbehörden
Ab 1107 zum Mainzer Archidiakonat St. Peter, Dekanat Eschborn gehörig.
1803 dem Vikariat Aschaffenburg unterstellt.
Nach 1821 direkt Rom unterstellt.
Seit 1836 durch das Bistum Mainz betreut.
Ab 1884 zum Erzbistum Limburg gehörig
Kultur
Schulen
1910 Einweihung der heutigen Ketteler-Francke-Schule als Bürgerschule 3 und 4.
1972 Bau der Homburger Gesamtschule in Kirdorf.
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Historische Ereignisse
1622 wurde Kirdorf durch die Truppen Herzog Christians von Braunschweig gebrandschatzt, wobei 80 Wohnhäuser, Schule, Kirche und Rathaus zerstört wurden.
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Kirdorf, Hochtaunuskreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11522_kirdorf> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/11522