Niederhöchstadt

Die Lage von Niederhöchstadt im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
11 km nordöstlich von Hofheim am Taunus
Lage und Verkehrslage
2 km nordwestlich von Eschborn, im östlichen Main-Taunus-Vorland in Hanglage oberhalb des rechten Ufers des Westerbachs An der B 8 und der L 3014. Bahnhof der Eisenbahnlinie Frankfurt am Main/Rödelheim – Kronberg ("Kronberger Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.11.1874).
Historische Namensformen
- Hekestat inferiori (1046-1056) [Nassauisches Urkundenbuch 1,1, S. 62, Nr. 118]
- Hecgestat, in (1191) (UB Mainz 2, Nr. 557, S. 922-924) Zuordnung unklar, vgl. Oberhöchstadt
- Nedirn Heckestad (1327) [Nassauisches Urkundenbuch 1,3, S. 145, Nr. 1866]
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3468007, 5558226
UTM: 32 U 467945 5556443
WGS84: 50.159332° N, 8.551237° O
Statistik
Ortskennziffer
436003020
Flächennutzungsstatistik
- 1843: 1457 Morgen
- 1885 (Hektar): 383, davon 294 Acker (= 76.76 %), 55 Wiesen (= 14.36 %), 0 Holzungen
- 1895: 382,8 ha
- 1961 (Hektar): 383, davon 0 Wald
- 1981 384 ha
Einwohnerstatistik
- 1688: 24 Familien
- 1704: 30 Haushalte
- 1765: 37 Märker
- 1771: 38 Haushalte
- 1817: 239 Einwohner
- 1885: 462, davon 22 evangelisch (= 4.76 %), 440 katholisch (= 95.24 %)
- 1961: 2832, davon 1236 evangelisch (= 43.64 %), 1437 katholisch (= 50.74 %)
- 1970: 4393 Einwohner
- 1987: 6548 Einwohner
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Im Frühmittelalter Niddagau
- Kronberger Mark
- 1581-1803: Oberrheinischer Reichskreis
- 1782: Amt Königstein
- 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Amt (Herrschaft) Kronberg
- 1803: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amt Kronberg
- 1806: Herzogtum Nassau, Amt Kronberg
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
- 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
- 1854: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
- 1867: Preußen Provinz Hessen-Nassau, Obertaunuskreis
- 1919: Hilfskreis Königstein in der französischen Besatzungszone
- 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis
Altkreis
Main-Taunus-Kreis
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 schließt sich Niederhöchstadt mit Eschborn zusammen.
Gericht
- Die Gerichtsbarkeit gehörte zwischen 1340-1350 den Herren von Spomheim.
- 1816: Amt Königstein
- 1849: Justizamt Königstein
- 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Königstein
- 1867: Amtsgericht Königstein
Herrschaft
- 1328: unter gemeinsamer Hoheit der Grafen von Falkenstein und Sponheim
- 1581: Kurmainz
- 1584: Kurmainzer Lehen unter Kronberger Herrschaft
- 1803: Nassau-Usingen
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Zwischen 1046-1056 überträgt der Adlige Hecil, welcher vermutlich als Wetterau-Graf Ezzo zu identifizieren ist, dem Kloster Fulda Besitzungen in Niederhöchstadt.
- 1331 gehören dem Deutschen Orden in Sachsenhausen 20 Morgen Wiesen.
- 1344 verkaufen Johann von Rödelheim und Hartmut von Breidenloch einen Geldzins auf ihren Landbesitz.
- 1520 gehören Rödelheimer Schloßgut Ländereien in Niederhöchstadt, welche wahrscheinlich aus dem Erbe des Frank von Kronberg stammten.
- 1717 vergeben die Grafen von Solms hier Güter zur Erbleihe.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1515: Nikolauskapelle
- 1951: Abriss der Kirche und Neubau
Patrozinien
- Nikolaus
Pfarrzugehörigkeit
Vor der Reformation gehörte Niederhöchstadt als Filial zur Pfarrei Schwalbach. Nach Einführung der Reformation war der Ort Filial von Eschborn. Im Zuge der Rekatholisierung wurde die Gemeinde wieder Filial von Schwalbach. Seit 1950 als Pfarrvikarie zu Eschborn gehörig
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation: 1526
Katholischer Bekenntniswechsel: 1628
Kirchliche Mittelbehörden
Seit 1107 zum Dekanat Eschborn, Archidiakonat St. Peter in Mainz gehörig
Kultur
Schulen
1719: Lehrer
1825 und 1883: Erweiterung des Schulgebäudes am Kirchplatz
1957: Schulneubau (seit 1972 als Grundschule genutzt)
1966: Abriss des Schulgebäudes am Kirchplatz
1993: Erweiterung der Westerbach-Grundschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1692: Müller
1853: Mühle
Nachweise
Literatur
- Bethke, Main-Taunus-Land, S. 141-142
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 75
- Niemeyer, Pagus, S. 109-112
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 853
- Weidenbach, Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, in: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 10 (1870), online
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Niederhöchstadt, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11287_niederhoechstadt> (aufgerufen am 01.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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