Burg-Hohenstein

Die Lage von Burg-Hohenstein im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
5,5 km nördlich von Bad Schwalbach
Lage und Verkehrslage
Bahnhof der Eisenbahnlinie Diez – Wiesbaden ("Aartalbahn";"Langenschwalbacher Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.5.1894) (bis Stilllegung der Strecke 1983).
Historische Namensformen
- Ober- und Unterdorf
- Hohenstein (bis 1972)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Burgen und Befestigungen
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3432729, 5562262
UTM: 32 U 432681 5560477
WGS84: 50.192658° N, 8.056888° O
Statistik
Ortskennziffer
439006030
Flächennutzungsstatistik
- 1961 (Hektar): 797, davon 468 Wald (= 58.72 %)
Einwohnerstatistik
- 1587: 17 Hausgesessene
- 1809: 410 Einwohner (davon 7 Juden)
- 1827: 374
- 1961: 99, davon 246 evangelisch (= 248.48 %), 125 katholisch (= 126.26 %)
- 1970: 452
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- seit 1367: Amtssitz der Grafen von Katzenelnbogen
- 1530: Amtssitz in der Hessischen Niedergrafschaft (zum Umfang s. Mittelpunktfunkion)
- 1629: Amtssitz in der Hessischen Niedergrafschaft (zum Umfang s. Mittelpunktfunkion)
- 1729: Verlegung der Amtsverwaltung nach Langenschwalbach
- 1806-1813: Kaiserreich Frankreich, Niedergrafschaft Katzenelnbogen (sog. pays reservés unter dem vom Departement Donnersberg beauftragten Präfekten Balthasar Pietsch; Verwaltung weiterhin in Langenschwalbach)
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach
- 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VI (Kreisamt Langen-Schwalbach)
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
- 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
- 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis
Altkreis
Untertaunuskreis
Gemeindeentwicklung
Am 1.7.1972 zur Gemeinde Hohenstein. Der Ortsteil Hohenstein wurde in Burg-Hohenstein umbenannt.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Ende des 12. Jahrhunderts im Besitz der Grafen von Katzenelnbogen als mainzisches Lehen. Die Burg war Sitz von Keller und Landschreiber und war mit Burgmannen besetzt. In einer Urkunde des Jahres 1252 werden 12 Burgmannen genannt. Mit dem Erlöschen des Mannesstamms der Grafen von Katzenelnbogen 1479 im Erbgang an die Landgrafschaft Hessen (-Marburg). 1648 an Landgraf Ernst von Hessen-Rotenburg. 1816 an das Herzogtum Nassau, 1866 an Preußen. Heute im hessischen Landesbesitz.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1353: Kaplan
- 1402: existiert neben der Burgkapelle eine Kapelle im Dorf
- 1453: Marienkapelle, an deren Stelle 1884 die heutige Pfarrkirche entsteht
Pfarrzugehörigkeit
1401 zum Kirchspiel Kemel gehörig, nach Einführung der Reformation selbständige Pfarrei.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Kemel, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Kemeler Pfarrer Walter Schellemann um 1534. Erster eigener nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Heinrich Sartor 1555-1592 Reformierter Bekenntniswechsel: 1605(?), 1626 wieder lutherisch.
Kultur
Schulen
Schulmeister: Johannes Papa bis 1602
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mittelpunktfunktion
Residenz, Verwaltungssitz und später auch Amtssitz der Grafen von Katzenelnbogen. 1530 umfasste das Amt Hohenstein die hessischen Orte Langenschwalbach, Lindschied, Heimbach, Wambach, Bärstadt, Hausen, Ramschied, Fischbach, Nieder-und Obergladbach, Dornbach, Watzelhain, Kemel, Dreispringen, Wisper, Dickschied, Nauroth, Hilgenroth, Zorn, Münchenroth, Algenroth, Ober- und Niedermeilingen, Holzhausen über Aar, den Lieberger und Sterger Hof, Huppert, Laufenselden, Berndroth, Reckenroth, Allendorf, Katzenelnbogen, Schönborn, Oberfischbach und die Höfe Schaufers, Schellbüsch und Rödelsberg sowie die Orte in den vierherrischen Gerichten Altenberg und Kördorf. 1629 umfasste das Amt nach einem Dorfbuch folgenden Gerichte: 1. Langenschwalbach mit Lindschied und Heimbach, 2. Bärstadt mit Wambach, Hettenhain, Hausen vor der Höhe, Fischbach, Langenseifen und Ramschied, 3. Katzenelnbogen mit Klingelbach, Schönborn, Allendorf, Ober-, Mittel- und Niederfischbach, Ebertshausen, Gutenacker und den Höfen Berbach, Schaufers, Schellbüsch und Rödelsberg, 4. Kemel mit Wisper, Watzelhain, Dreispringen (Springen), Huppert, Dornbach sowie dem Hinterforster und Nehrer (Erler) Hof, 5. Laufendselden mit Berndroth, Reckenroth und den Höfen Steg, Hasenberg und Ackerbach, 6. Ober- und Niedermeilingen mit Mnchenroth, 7. Zorn mit Nauroth, Dickschied, Gerolstein, Hilgenroth, Algenroht und dem Schönberger Hof, 8. Dieethardt mit Weidenbach, 9. Holzhausen über Aar, 10. Hohenstein mit dem Gieshübler und Lieberger Hof, 11. das innerhalb seiener Bannzäune hessische, sonst vierherrische Dorf Holzhausen auf der Heide. Mit der Verlegung der Amtsverwaltung nach Langenschwalbach endet die Mittelpunktfunktion von Hohenstein.
Nachweise
Literatur
- Kehrein, Nassauisches Namenbuch, S. 215,
- Bach, Siedlungsnamen, S. 126,
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 87,
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 612,
- Denkmaltopographie Rheingau-Taunus-Kreis 2, S. 244-250,
- Sponheimer, Landesgeschichte, S. 236,
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 460-461,
- Biller, Burgen im Taunus, S. 125-129,
- Friedhoff, Burg Hohenstein,
- Luthmer, Untertaunus, S. 174-180,
- Diehl, Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die acquirierten Lande und die verlorenen Gebiete, S. 291
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg-Hohenstein, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11099_burg-hohenstein> (aufgerufen am 13.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/11099