Zorn

Die Lage von Zorn im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
11 km nordwestlich von Bad Schwalbach
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß auf einer Hochebene. Am südlichen Ortsrand Kirche in erhöhter Lage.
Historische Namensformen
- Zorn, in (1189/1190) [Sauer, Lehnsbücher Herrschaft Bolanden]
- Zorne, in (um 1260) [Demandt, Regesten Katzenelnbogen 1, S. 96-101, Nr. 139]
Bezeichnung der Siedlung
- curie (1189/90)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3422736, 5558779
UTM: 32 U 422692 5556996
WGS84: 50.16013° N, 7.917678° O
Statistik
Ortskennziffer
439005180
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 610, davon 172 Acker (= 28.20 %), 41 Wiesen (= 6.72 %), 378 Holzungen (= 61.97 %)
- 1961 (Hektar): 619, davon 375 Wald (= 60.58 %)
Einwohnerstatistik
- 1583: 19 Hausgesäße
- 1809: 244 Einwohner (6 Juden)
- 1827: 273
- 1885: 363, davon 295 evangelisch (= 81.27 %), 51 katholisch (= 14.05 %), 17 Juden (= 4.68 %)
- 1961: 370, davon 294 evangelisch (= 79.46 %), 72 katholisch (= 19.46 %)
- 1970: 413
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1530 und 1629: Hessische Niedergrafschaft, Amt Hohenstein
- 1806-1813: Kaiserreich Frankreich, Niedergrafschaft Katzenelnbogen (sog. pays reservés unter dem vom Departement Donnersberg beauftragten Präfekten Balthasar Pietsch; Verwaltung weiterhin in Langenschwalbach)
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach
- 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VI (Kreisamt Langen-Schwalbach)
- 1854: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
- 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
- 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis
Altkreis
Untertaunuskreis
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 zur neugebildeten Gemeinde Heidenrod.
Gericht
- 1816: Amt Hohenstein
- 1817: Amt Langenschwalbach
- 1849: Justizamt Langenschwalbach
- 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Langenschwalbach
- 1867: Amtsgericht Langenschwalbach
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Die Grafen von Katzenelnbogen sind im 12. Jahrhundert in Zorn begütert und haben 1189/90 die Hälfte der Fronhube an Werner II. von Bolanden zu Lehen ausgetan.
- Um 1260 werden in der Erbteilung Harpert in Zorn mit Frau und Kinder der älteren Linie des Grafenhauses Katzenelnbogen zugesprochen. 1335 befindet sich Zorn als katzenelnbogisches Lehen in den Händen der Familie Biz von St. Goar. 1361 im Weistum des Vierherrengedings auf dem Einrich genannt. 1623 und 1628 hatten die von Breidbach einen Hof und den nassauischen halbenTeil des Zehnten zu Lehen.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1740/41: Kirche an der Stelle einer baufälligen älteren, möglicherweise aus dem 14. Jahrhundert stammenden, errichtet.
Pfarrzugehörigkeit
Ursprünglich Filial von Niedermeilingen.
1542: Pfarrei
1583 gehören Algenroth, Dickschied, Hilgenroth und Nauroth zum Kirchspiel Zorn. Dickschied, Hilgenroth und Nauroth jedoch generell zum Kirchspiel Dickschied gehörig. Anfang des 17. Jahrhunderts ist Zorn mit Algenroth Filiale von Nieder-Meilingen.
Patronat
Ursprünglich haben vermutlich die Grafen von Katzenelnbogen, 1491 die Herren von Breitbach, 1583 die Landgrafen von Hessen das Patronatsrecht inne.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation: 1533
Kirchliche Mittelbehörden
Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Marienfels
Kultur
Schulen
1683 Schule gegründet
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Historische Ereignisse
Am 12. Juli 1866 fand die sogenannt Schlacht bei Zorn statt, ein Scharmützel zwischen nassauischen und preußischen Truppen im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Preußen und Österreich und deren Verbündeten. Obwohl hier siegreich, wurde das Herzogtum Nassau nach der Niederlage Österreichs von Preußen annektiert.
Nachweise
Literatur
- Kehrein, Nassauisches Namenbuch, S. 292,
- Bach, Siedlungsnamen, S. 104,
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 192,
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 618,
- Sponheimer, Landesgeschichte, S. 256,
- Denkmaltopographie Rheingau-Taunus-Kreis 2, S. 226-229,
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Zorn, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/10839_zorn> (aufgerufen am 17.03.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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