Zorn

Dorf · 440 m über NN  
Gemeinde
Heidenrod
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

11 km nordwestlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß auf einer Hochebene. Am südlichen Ortsrand Kirche in erhöhter Lage.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • curie (1189/90)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3422736, 5558779
UTM: 32 U 422692 5556996
WGS84: 50.16013° N, 7.917678° O

Statistik

Ortskennziffer

439005180

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 610, davon 172 Acker (= 28.20 %), 41 Wiesen (= 6.72 %), 378 Holzungen (= 61.97 %)
  • 1961 (Hektar): 619, davon 375 Wald (= 60.58 %)

Einwohnerstatistik

  • 1583: 19 Hausgesäße
  • 1809: 244 Einwohner (6 Juden)
  • 1827: 273
  • 1885: 363, davon 295 evangelisch (= 81.27 %), 51 katholisch (= 14.05 %), 17 Juden (= 4.68 %)
  • 1961: 370, davon 294 evangelisch (= 79.46 %), 72 katholisch (= 19.46 %)
  • 1970: 413

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1530 und 1629: Hessische Niedergrafschaft, Amt Hohenstein
  • 1806-1813: Kaiserreich Frankreich, Niedergrafschaft Katzenelnbogen (sog. pays reservés unter dem vom Departement Donnersberg beauftragten Präfekten Balthasar Pietsch; Verwaltung weiterhin in Langenschwalbach)
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VI (Kreisamt Langen-Schwalbach)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis

Untertaunuskreis

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 zur neugebildeten Gemeinde Heidenrod.

Gericht

  • 1816: Amt Hohenstein
  • 1817: Amt Langenschwalbach
  • 1849: Justizamt Langenschwalbach
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Langenschwalbach
  • 1867: Amtsgericht Langenschwalbach

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Die Grafen von Katzenelnbogen sind im 12. Jahrhundert in Zorn begütert und haben 1189/90 die Hälfte der Fronhube an Werner II. von Bolanden zu Lehen ausgetan.
  • Um 1260 werden in der Erbteilung Harpert in Zorn mit Frau und Kinder der älteren Linie des Grafenhauses Katzenelnbogen zugesprochen. 1335 befindet sich Zorn als katzenelnbogisches Lehen in den Händen der Familie Biz von St. Goar. 1361 im Weistum des Vierherrengedings auf dem Einrich genannt. 1623 und 1628 hatten die von Breidbach einen Hof und den nassauischen halbenTeil des Zehnten zu Lehen.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1740/41: Kirche an der Stelle einer baufälligen älteren, möglicherweise aus dem 14. Jahrhundert stammenden, errichtet.

Pfarrzugehörigkeit

Ursprünglich Filial von Niedermeilingen.
1542: Pfarrei
1583 gehören Algenroth, Dickschied, Hilgenroth und Nauroth zum Kirchspiel Zorn. Dickschied, Hilgenroth und Nauroth jedoch generell zum Kirchspiel Dickschied gehörig. Anfang des 17. Jahrhunderts ist Zorn mit Algenroth Filiale von Nieder-Meilingen.

Patronat

Ursprünglich haben vermutlich die Grafen von Katzenelnbogen, 1491 die Herren von Breitbach, 1583 die Landgrafen von Hessen das Patronatsrecht inne.

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation: 1533

Kirchliche Mittelbehörden

Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Marienfels

Kultur

Schulen

1683 Schule gegründet

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Historische Ereignisse

Am 12. Juli 1866 fand die sogenannt Schlacht bei Zorn statt, ein Scharmützel zwischen nassauischen und preußischen Truppen im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Preußen und Österreich und deren Verbündeten. Obwohl hier siegreich, wurde das Herzogtum Nassau nach der Niederlage Österreichs von Preußen annektiert.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Zorn, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/10839_zorn> (aufgerufen am 17.03.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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