Keul-Wiese: ogig der Keul Wieß an der Hegh

Historischer Beleg aus Schwalbach  
Gemeinde
Schöffengrund
Landkreis
Lahn-Dill-Kreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Keul-Wiese

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1691

Quelle

Fürstliches Archiv Braunfels, Urkunden A, Schubl. 5, Nr. 56.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Wiese

Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünfläche‘.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Wiese

Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünlandfläche‘. Neben das Simplex und die zahlreichen Komposita treten die Diminutivformen Wieschen, Wießgen und Wiesel. Die zusammengehörigen Belege aus Auerbach und Bensheim zeigen einen zersprochenen Namen, dessen Zugehörigkeit zu Wiese im BT unsicher ist. Den ältesten Belegen aus Rüsselsheim liegt ein FamN Wiese zu Grunde.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Keil m.

1

Als FlN bezeichnet Keil dreieckige, spitz zulaufende Grundstücke, bildlich übertragen von der Form des Handwerksgegenstands, ahd. chil, kîl (Graff 4, 386), mhd. kîl st.m. ‚Keil‘ (Lexer 1, 1570; Kluge/Mitzka 362; Weigand/Hirt 1, 1018; DWB 11 [V], 446ff.).

Als Wort ist Keil in vielfältigen direkten und übertragenen Gebrauchsweisen bekannt (SHessWb 3, 1237f.). Die im südwestlichen Oberdt. verbreitete Nebenform Keidel, die dort auch als FlN auftritt (Keinath 64; SchwäbWb 4, 308; Vollmann 25), reicht als Wort bis an den hessischen Südrand (SHessWb 3, 1237), hat sich aber hier nicht in FlN niedergeschlagen. Hingegen scheint sich eine alte Nebenform Keul (DWB 11 [V], 448f.) vereinzelt in FlN-Formen widerzuspiegeln, sofern dabei nicht nhd. Keule zugrunde liegt.

2

Von der sprachlichen Form her gibt es kaum Identifizierungsschwierigkeiten, da die Hauptvarianten Keil und Kiel wenig phonologische Varianz aufweisen. Die vereinzelten Kiel-Namen im Diphthongierungsgebiet wurden ausgesondert.

Sehr viel höher ist der Unsicherheitsgrad, ob nicht eine Reihe Keil-Namen, insbesondere wenn der Name BT ist, auf den auch in Hessen häufigen FamN Keil, Kiel zurückzuführen sind. Klar sind Fälle wie z. B. „Keilshäuschen“ (5318c3 Allendorf an der Lumda GIE), aber bei anderen Namen mit Flexions-/s/ wie Keilswiese, Keilsborn ist eine Entscheidung unmöglich. Obwohl sie mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit zum FamN gehören, sind die siebzehn einschlägigen Belege hier aufgenommen; sie verteilen sich ziemlich gleichmäßig über den ganzen Vorkommensraum.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 64

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Keul-Wiese: ogig der Keul Wieß an der Hegh (Schwalbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/98467_ogig-der-keul-wiess-an-der-hegh> (aufgerufen am 05.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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