Schiff-Lücke: bey d: Schifflucken
Beleg
Standard-Flurname
Schiff-Lücke
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1569
Quelle
Stadtarchiv Frankfurt am Main, Liebfrauenstift, Bücher, Nr. 29.
Weitere Belege
- SCHIFFLUECKE
- 1343: in der schyfluckin
Reimer, Heinrich: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehem. Provinz Hanau. Bd. 2. 1301-1349. Leipzig 1892., S. 609 - 1513: (Über der) schifflucken
Clemm, Ludwig: Die Urkunden der Prämonstratenserstifte Ober- und Nieder- Ilbenstadt 1450-1806. In: Archiv für Hessische Geschichte, NF 15 (1926). S. 147-224, 385-517., S. 213 - 1656: in der Schiefflücken [Acker]
Staatsarchiv Marburg, O II c, Pfarrei Hanau. - 1768: über der Schifflicke [Acker]
Staatsarchiv Marburg, Karten, A II 1640., fol. 7' - 1858: In der Schifflücke
Staatsarchiv Marburg, Karten, A II 27., Nr. 20
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Lücke
Zu ahd. lucka ‚Lücke, Öffnung, Zwischenraum‘, mhd. lücke, lucke st. sw. F. ‚Loch, Lücke‘; die FlN beziehen sich auf Durchlässe in Landwehren oder im Dorfzaun, auf Öffnungen in Weidezäunen u.ä.
Schiff
Die Namen scheinen meist zu schief (s.d.) zu gehören, mit Kürzung des Stammvokals zu /i/. Damit fiel der BT lautlich mit nhd. Schiff zusammen und konnte entsprechend umgedeutet werden.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Lücke
Zu ahd. lucka ‚Lücke, Öffnung, Zwischenraum‘, mhd. lücke, lucke st. sw. F. ‚Loch, Lücke‘; die FlN beziehen sich auf Durchlässe in Landwehren oder im Dorfzaun, auf Öffnungen in Weidezäunen u. ä.
Schiff
Die Namen scheinen meist zu ahd. scief, mhd. schief ‚schief, ungerade‘ zu gehören: Ein Adjektiv, das aus dem Niederdt. ins Mittel- und Oberdt. gekommen ist, dort auch in der Form scheif (vgl. den Beleg aus Unter-Sensbach). Offenbar wurde der Stammvokal in den meisten Fällen nach der Monophthongierung /ie/ / /iː/ zu /i/ gekürzt. Damit fiel der BT lautlich mit nhd. Schiff zusammen und konnte entsprechend umgedeutet werden. Nur in Neckarsteinach jedoch, wo die Schiffhalde am Neckarufer liegt, kann auch real ein Anlegeplatz namengebend gewesen sein.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schiff-Lücke: bey d: Schifflucken (Windecken)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/9742_bey-d-schifflucken> (aufgerufen am 04.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/9742