Rind-Riemen: Der Rindsriemen

Historischer Beleg aus Windecken  
Gemeinde
Nidderau
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Rind-Riemen

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1858

Quelle

Staatsarchiv Marburg, Karten, A II 27.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Rind

Zu ahd. rind, rint, mhd. rint st.N. ‚Rind‘. Die Namen beziehen sich meist auf Viehweiden oder die dorthin führenden Wege. Mitunter sind Körperteile als FormN namengebend: Rindsfuß, Rindhaut (wohl für eine große, unregelmäßige Fläche). - Gelegentlich wird /rind/ zu /ring/ gutturalisiert und kann dann mit Ring (s.d.) vermengt sein. Durch dialektale Sendkung /i/ > /e/ sind Vermengungen mit Renn (s.d.) möglich.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Riemen

Zu ahd. riomo, mhd. rieme sw. M., fnhd. riem, rimen ‚schmaler Streifen, Riemen‘. Die FlN beziehen sich auf lang gestreckte, schmale Flurstücke, meist Ackerstreifen. In Mörlenbach liegt Umdeutung zu Römer (s. d.) vor.

Rind

Zu ahd. rind, rint, mhd. rint st. N. ‚Rind‘. Die Namen beziehen sich meist auf Viehweiden oder die dorthin führenden Wege. Bei den Belegen aus Bürstadt (und Schwanheim?) handelt es sich vermutlich um Tränkestellen für Rinder (vgl. Mörtel1). Rintbach (Mörlenbach) ist ein historischer GewN. In einigen Belegen erscheint der Stammvokal /i/ zu /e/ gesenkt.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Rind-Riemen: Der Rindsriemen (Windecken)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/9732_der-rindsriemen> (aufgerufen am 04.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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