Norre: unter der Nurren
Beleg
Standard-Flurname
Norre
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1755
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 179, Nr. 204.
Deutungen
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Norre
Norr, Norre st. sw. ?F. bezeichnet eine nasse Stelle im Acker oder Gemarkungsteile, die wegen Nässe unfruchtbar sind.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Knorren m. / Norre f.
- 1A
Knorren geht zurück auf mhd. knorre sw.m. ,Knorre, an Bäumen‘ (Lexer 1, 1653), mhd. knûr, knurre st.sw.m. ‚Fels, Klippe, Gipfel‘ (Lexer 1, 1656), mnd. knorre m. ‚Knorren, harte Verdickung‘ (Lasch/Borchling 2, 602).
Als Wort ist Knorren als Bezeichnung für ‚Knoten, Auswuchs an den Bäumen‘ (Kluge/Mitzka 384; ähnlich SHessWb 3, 1528; KehreinWb 236) gebräuchlich. In Waldeck ist knare ein ,steiniger Flecken im Ackerland‘ (WaldWb 58).
In FlN bezeichnet Knorren ‚Baumstumpf, Erdscholle, dicker Stein‘ und ,Felsblock, Klippe, Gipfel‘ (Dittmaier 152) oder durch Rodung gewonnenes Land, aus dem noch Baumstümpfe herausragen (Keinath 87).
In Hessen beziehen sich die FlN auf durch Steine, Erdklumpen u. ä. unebenes Land.
- 1B
Norre gilt als Anlautvariante zu Knorren (Dittmaier 215). Als Wort und als Name bezeichnet Nürn, Norn f. einen ‚Felsen, Felsblock‘ oder einen steinigen, unfruchtbaren Acker mit ,Nürnen‘, „d. h. einen aus dem Humus hervorragenden größern oder kleinem Felsblock“ (Vilmar 287f.; ähnlich Köster 62). Nach Kehrein ist Norre eine ,unfruchtbare, bs. nasse Stelle in einem Acker‘ (KehreinWb 295; KehreinNb 511; ähnlich Bach 2 § 309).
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 76
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Norre: unter der Nurren (Offenbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/95478_unter-der-nurren> (aufgerufen am 03.11.2026)
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