Fern-Wein-Garten: Zun fern weingart:
Beleg
Standard-Flurname
Fern-Wein-Garten
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1551
Quelle
Staatsarchiv Marburg, O II c, Pfarrei Hanau.
Weitere Belege
- 1325: qd dicit: zu dem verrin wingarthin [Weingarten]
Staatsarchiv Marburg, O II c, Pfarrei Windecken. - 1343: zu Verrin wingartin
Reimer, Heinrich: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehem. Provinz Hanau. Bd. 2. 1301-1349. Leipzig 1892., S. 609 - 1349: daz felt gein den verren wingarten
Reimer, Heinrich: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehem. Provinz Hanau. Bd. 2. 1301-1349. Leipzig 1892., S. 800 - 1368: zu Fernwingarten [Weingarten]
Reimer, Heinrich: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehem. Provinz Hanau. Bd. 3. 1350-1375. Leipzig 1894., S. 662 - 1400: nest den ferren wingarten
Reimer, Heinrich: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehem. Provinz Hanau. Bd. 4. 1376-1400. Leipzig 1897., S. 795 - 1442: uff den ferne wingarte:
Staatsarchiv Darmstadt, B 5. - 1538: zu den fern Wingartt: [Weingarten]
Staatsarchiv Marburg, O II c, Pfarrei Windecken. - 1567: obendig den fern weingarten [Acker]
Staatsarchiv Marburg, O II c, Pfarrei Hanau. - 1586: Zu den ferrn weingarten [Weingarten]
Stadtarchiv Frankfurt am Main, Liebfrauenstift, Urkunden., Nr. 1071 - 1858: Am Fanweingarten
Staatsarchiv Marburg, Karten, A II 27., Nr. 50
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Fern
Zu ahd. ferrana, mhd. verne ‚fern‘. Der Name bezieht sich auf die relative Lage vom Ort aus gesehen. In Münster korrespondiert deshalb eine Nahheide (s.d.). Der Fernwald, in neuer Zeit namengebend für eine Großgemeinde, war -von Gießen aus gesehen- ‚der ferne Wald‘.
Garten
Zu ahd. gart, garto, mhd. garte sw. M. ‚Garten‘. Dazu gehören die Diminutive Gärtchen, Gärtches. Gärten sind in der Regel eingezäunte Flächen, meist in Ortsnähe.
Wein
In Verbindung mit GTen wie -acker, -born, -feld, -furt, -straße geht Wein meistens auf eine kontrahierte Form von Wagen (s. d.) zurück und verweist deshalb auf Wagenstraßen bzw. auf Grundstücke in der Nähe von solchen Wegen. - In Cleeberg beziehen sich die Belege auf die von Frankfurt nach Norden führenden frühmittelalterlichen Fernverkehrswege. In Albach liegen die Weinäcker am Weg nach Oppenrod/Burkhardsfelden, benachbart davon ein Reuteracker.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Fern
Einzelne Belege dürften zu einem FamN Fern gehören (so in Weiher), die übrigen zu ahd. ferrana ‚von ferne, von weitem, weitab‘, mhd. verne ‚fern‘ und den dazu gebildeten Erweiterungen wie möglicherweise mhd., nhd fernig ‚vorjährig‘ (in Darmstadt) und Fernung ‚Ferne, Hintergrund‘ (in Zellhausen).
Garten
Zu ahd. gart, garto, mhd. garte sw. M. ‚Garten‘. Dazu gehören die Diminutive Gärtchen und Gärtlein. Gärten sind eingezäunte Flächen, meist in Ortsnähe.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Fern-Wein-Garten: Zun fern weingart: (Windecken)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/9510_zun-fern-weingart> (aufgerufen am 04.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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