Fern-Wein-Berg: an dem Fern weinberg
Beleg
Standard-Flurname
Fern-Wein-Berg
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1768
Quelle
Staatsarchiv Marburg, Karten, A II 1640.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Berg
Zu ahd. berg, mhd. berc st. M. Als Simplex steht Berg für markante Bodenerhebungen in der Gemeinde. Im Übrigen können sehr unterschiedliche Höhen mit Berg benannt werden.
Fern
Zu ahd. ferrana, mhd. verne ‚fern‘. Der Name bezieht sich auf die relative Lage vom Ort aus gesehen. In Münster korrespondiert deshalb eine Nahheide (s.d.). Der Fernwald, in neuer Zeit namengebend für eine Großgemeinde, war -von Gießen aus gesehen- ‚der ferne Wald‘.
Wein
In Verbindung mit GTen wie -acker, -born, -feld, -furt, -straße geht Wein meistens auf eine kontrahierte Form von Wagen (s. d.) zurück und verweist deshalb auf Wagenstraßen bzw. auf Grundstücke in der Nähe von solchen Wegen. - In Cleeberg beziehen sich die Belege auf die von Frankfurt nach Norden führenden frühmittelalterlichen Fernverkehrswege. In Albach liegen die Weinäcker am Weg nach Oppenrod/Burkhardsfelden, benachbart davon ein Reuteracker.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Berg
Zu ahd. berg, mhd. berc st. M. Als Simplex steht Berg für eine markante Bodenerhebung in der Gemeinde oder gelegentlich auch spezieller für einen Weinberg.
Fern
Einzelne Belege dürften zu einem FamN Fern gehören (so in Weiher), die übrigen zu ahd. ferrana ‚von ferne, von weitem, weitab‘, mhd. verne ‚fern‘ und den dazu gebildeten Erweiterungen wie möglicherweise mhd., nhd fernig ‚vorjährig‘ (in Darmstadt) und Fernung ‚Ferne, Hintergrund‘ (in Zellhausen).
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Fern-Wein-Berg: an dem Fern weinberg (Windecken)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/9500_an-dem-fern-weinberg> (aufgerufen am 04.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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