Senf-Korn: in den senffer korn

Historischer Beleg aus Oberquembach  
Gemeinde
Schöffengrund
Landkreis
Lahn-Dill-Kreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Senf-Korn

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1620

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 88, Akten Nr. 487.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Korn

Zu ahd. korn ‚Korn, Samen‘, mhd. korn st.N. ‚Fruchtkorn, Getreidekorn, Kern der Beere‘. In Hessen ist mit Korn meistens der Roggen gemeint. - Kornmaß ist das ‚Maß fürs Kornmessen, das amtlich vorgeschriebene Maß‘, scheint aber auch als Flächen- oder Längenmaß gegolten zu haben.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Korn

Zu ahd. korn ‚Korn, Samen‘, mhd. korn st. N. ‚Fruchtkorn, Getreidekorn, Kern der Beere‘. In Südhessen gelten heute allgemein ‚Getreide‘ und speziell ‚Roggen‘. Der Name der Rheinaue Kornsand (Geinsheim, Trebur) ist von daher aber nicht schlüssig zu deuten; vielleicht zu mhd. hor ‚Schmutz‘1. Bei Belegen mit Flexions-s kann auch der FamN Korn namengebendes Motiv sein.

Körn

Zum FamN Körn.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Semde f. (m./n.)

1

Als Bezeichnung für die Binse ist die Semde, ahd. semida f. (Graff 6, 222), mhd. semede, semde st.sw.f.‚ st.n. ‚Schilf, Ried, Binse‘ (Lexer 2, 873) im deutschen Sprachraum weit verbreitet, wenngleich im Niederdt. „anscheinend nur in älterer Sprache“ (DWB 16 [X, I] 557), mnd. semede (Schiller/Lübben 4, 187). In Hessen, vor allem nördlich des Mains, ist die Bezeichnung für die Binse in vielfältigen Varianten gebräuchlich (Kehrein 377; Crecelius 787; v. Pfister 276; HNassWb 3, 554, 576ff.). Die in den FlN belegten Varianten lassen sich auf fünf Haupttypen reduzieren, die allerdings zusätzlich im Vokalismus variieren (/e:‚ e, i:, i, a/): Neben der auf -/(e)d(e)/ ausgehenden Form stehen zu /ds/ und /s/ spirantisierte Formen -/(e)ds(e)‚ -/(e)s(e)/. Hinzu kommt eine auf /e/ ausgehende Nebenform se:me u.ä.‚ die häufiger zu /se(:)miç/ kollektiviert auftritt. Allerdings haben auch -/(e)d/und -/e(d)s/- als Suffixe kollektivierende Eigenschaft: ‚Ort, wo es viele Semen gibt‘ (vgl. Dittmaier 56).

2

Außer diesen einzuordnenden und deshalb sicher identifizierbaren Namentypen sind drei Varianten (mit geringer Belegzahl) aufgenommen, bei denen Vermengung mit anderen Bedeutungen nicht ausgeschlossen werden kann:

1. Senft(e) (HNassWb 3, 578) (Vermengung mit Senf, dial. auch /senfd/).

2. Simmer u.ä. (Plural zu Simme u.ä. oder Vermengung mit Simmer ‚Getreidehohlmaß‘ (20-50 Pfund) (HNassWb 3, 601; Vgl. Dittmaier 29l)

3. Simmel, Semmel u.ä. (hierher?; vgl. HNassWb 3, 577).

Die /se(:)men/- sind aufgenommen.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 128

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Senf-Korn: in den senffer korn (Oberquembach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/93148_in-den-senffer-korn> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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