Gold-Hütte: auf der Gold Hütt

Historischer Beleg aus Merkenbach  
Gemeinde
Herborn
Landkreis
Lahn-Dill-Kreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Gold-Hütte

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1791

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 179, Nr. 197.

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Gold

Die Namen beziehen sich auf ahd. gold, mhd. golt st. N. ‚Gold‘. Wo sie schon ursprünglich hierher gehören, beziehen sie sich teils auf Stellen, wo tatsächlich oder angeblich Gold oder ähnlich Wertvolles gefunden wurde, teils war aber im übertragenen Sinne nur ein besonders fruchtbarer und ergiebiger Acker namengebend. Im Anschluss daran kann der Name gelegentlich als SpottN für schlechte Böden auftreten. Auch glänzender, glimmerhaltiger Boden oder gelb blühende Pflanzen können der Benennung zu Grunde liegen.

Hütte

Meist zu ahd. hutta, mhd. hütte sw. st. F. ‚Hütte, Zelt‘, in der Bergmannssprache auch ‚Gebäude zum Schmelzen der Erze‘. Die FlN verweisen mehrheitlich auf allein stehende Hütten in Feld und Wald (etwa Schutzhütten für Feldhüter und Waldarbeiter), gelegentlich wohl auf ärmliche Häuschen am Dorfrand. Vereinzelt kann auch ein Bezug auf eine Schmelz- oder Ziegelhütte vorliegen.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Gold

Die Namen beziehen sich auf ahd. gold, mhd. golt st. N. ‚Gold‘. Wo sie schon ursprünglich hierher gehören, beziehen sie sich wie in Gernsheim und Mörlenbach teils auf Stellen, wo tatsächlich oder angeblich Gold oder ähnlich Wertvolles gefunden wurde1, teils war aber im übertragenen Sinne nur ein besonders fruchtbarer und ergiebiger Acker namengebend. Im Anschluss daran kann der Name gelegentlich als SpottN für schlechte Böden auftreten. Auch glänzender, glimmerhaltiger Boden oder gelb blühende Pflanzen können der Benennung zu Grunde liegen. Solche Namen wurden manchmal, so in Ober-Mumbach, zu Geldacker gewandelt. In Ober-Klingen liegt eine Umdeutung aus Galle vor2.

Hütte

Zu ahd. hutta, mhd. hütte sw. st. F. ‚Hütte, Zelt‘, in der Bergmannssprache auch ‚Gebäude zum Schmelzen der Erze‘. Die FlN verweisen mehrheitlich auf allein stehende Hütten in Feld und Wald (etwa Schutzhütten für Feldhüter oder Waldarbeiter), gelegentlich wohl auf ärmliche Häuschen am Dorfrand. Vereinzelt kann auch ein Bezug auf eine Schmelz- oder Ziegelhütte vorliegen. Ein Teil der Namen ist vermutlich durch Umdeutung aus ursprünglichem Hut ‚Behütung, Schutz, Viehhut‘ entstanden; so dürfte das Hüttenhäuschen in Eberstadt eher ein *Hütehäuschen ‚Haus für den Viehhüter‘ sein (vgl. auch Gadernheim und Nieder-Kinzig).

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Gold-Hütte: auf der Gold Hütt (Merkenbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/86096_auf-der-gold-huett> (aufgerufen am 04.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/86096