Sau-Pferch: Sauperch
Beleg
Standard-Flurname
Sau-Pferch
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1770
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Hattenrod, Nr. 1.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Pferch
Zu ahd. pfarrih, pferrih ‚Gehege, Hürde‘, mhd. pherrich st. M. ‚Einfriedung‘, einer Entlehnung aus mittellat. parricus ‚eingeschlossener Raum, Gehege‘. Dabei handelt es sich meist um Einfriedungen, die an wechselnden Stellen eingerichtet werden, um eine Herde aufzunehmen.
Sau
Die Namen beziehen sich durchweg auf die Schweinehaltung: ahd. mhd. sû st. F. ‚Sau‘ und bezeichnen Aufenthaltsorte und Wege (Saubrücke) über die die Tiere getrieben wurden. Zuweilen war auch das Wildschwein namengebend. Die FlN Saumagen und Saurüssel beziehen sich hingegen auf die Grundstücksform. Saureuse bezieht sich auf einen Ort, an dem Schweine reusen ‚wühlen‘.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Pferch
Zu ahd. pfarrih, pferrih ‚Gehege, Hürde‘, mhd. pherrich st. M. ‚Einfriedung‘, einer Entlehnung aus mittellat. parricus ‚eingeschlossener Raum, Gehege‘. Die amtlichen Namenbelege zeigen entgegen den in der Mundart gültigen Varianten Perch, Persch, Pirch gemäß der Standardsprache fast ausschließlich Formen mit verschobenem /pf/. Wegen der vereinzelten Vermengung mit pirschen ist die Zugehörigkeit der Belege aus Gundernhausen unsicher. Meist waren die Pferche Wiesenbereiche, auf denen Kleinvieh, insbesondere Schafe, in einer Umzäunung gehalten wurde.
Sau
Die Namen beziehen sich durchweg auf die Schweinehaltung: ahd. mhd. sû st. F. ‚Sau‘. Bei manchen Namen wie Saufang war das Wildschwein namengebend, bei manchen wie bei Saulache und Sauwuhl kommen beide Möglichkeiten in Betracht. Die Bedeutung der Schweinehaltung spiegelt sich auch in den verschiedenartigen FormN, die sich auf das Schwein beziehen, vor allem Saumagen (ein junger Name), Saukopf und Sauschwanz. Der FlN in Hetschbach erinnert an einen Schweinehirten namens Valentin und die ihm überlassene Nutzung.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Pferch m.
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Pferch, ahd. pharrich, pferrich (Graff 3, 346, 349), mhd. pherrich, md. perich (Lexer 2, 241) ist aus mlat. parricus ‚eingeschlossener Raum, Gehege‘ entlehnt (Kluge/Mitzka 543; Weigand/Hirt 2, 408), „ohne daß sich eine besondere Wortgeographie abzeichnet“ (Müller/Frings 359), und bezeichnet „eine Umhegung, Umzäunung, besonders zur Aufnahme von Vieh im Freien“ (DWB 13 [VII], 1673).
In den Dialekten Hessens ist das Wort in den Formen Perch, Pirch (diese auch bei E. Alberus; vgl. DWB ebd.)‚ gelegentlich auch Perich allgemein verbreitet (SHessWb 1, 792; HNassWb 2, 592f.; WaldWb 80; Crecelius 656). Das Wort bezieht sich heute meist auf Schafpferche, die als bewegliche Einzäunung auf Äckern immer weiter gerückt werden können, sowie auch auf den dadurch zur Düngung anfallenden Mist.
In hessischen Flurnamen muß jedoch von der allgemeinen Bedeutung ,eingezäunter Aufenthaltsplatz für Haustiere‘ (Dittmaier 227) ausgegangen werden, wie die Kombinationstypen Saupferch, Kuhpferch u. a. Zeigen.
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Die Identifizierung ist in der Regel unproblematisch. In Einzelfällen ist Vermengung mit Pfirsich (/perʃbaum/) und pirschen („Pirschweg“) möglich; diese Belege blieben unberücksichtigt.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 39
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Sau-Pferch: Sauperch (Hattenrod)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/786130_sauperch> (aufgerufen am 04.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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