Kleinlinden-Au: in der Kleinlinder Au
Beleg
Standard-Flurname
Kleinlinden-Au
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1847
Quelle
Jung (1985): Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Gerichtsbuch Allendorf.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Au
Zu ahd. ouwa, mhd. ouwe st. F. ‚Land am oder im Wasser, feuchter Wiesengrund, Flussinsel‘. Gelegentlich auftretende Graphien <h> und (vereinzelt) <g> sind in der Stellung zwischen zwei Vokalen als Schreibungen für einen Gleitlaut aufzufassen, der zur Ausspracheerleichterung dient. - Die Auzahl in Münster legt schon wegen des GTs Zahl ‚Schwanz‘ (s.d.) die Vermutung nahe, dass der BT Au Ergebnis einer Umdeutung ist. Der Beleg von 1489 lässt offen, ob mit <Auwer> der Auerhahn (s.d.) oder der Auerochse gemeint ist, deren Schwanz das namengebende Motiv bildete. Bei beiden Varianten ist dann allerdings erstaunlich, dass die Diphthongierung /u:/ > /au/ hier schon vollzogen ist.
Kleinlinden
Zum OrtsN Klein-Linden, dessen Sprachformen von den Anfängen bis in die Gegenwart zeigen, dass der OrtsN nicht mit (Großen-, Lützel-) Linden (s.d.) zusammenhängt, sondern auf kollektivierendes Lindich, Lindes ‚Lindengehölz‘ zurückgeht (s.d.).
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Au
Zu ahd. ouwa, mhd. ouwe st. F. ‚Land am oder im Wasser, feuchter Wiesengrund, Flussinsel‘. Gelegentlich auftretende Graphien lgg, ,hh und bb sind in der Stellung zwischen zwei Vokalen als Schreibungen für einen Gleitlaut aufzufassen, der zur Ausspracheerleichterung dient. Au- und Aab-Belege stehen öfter nebeneinander; so auch in Bensheim, wo der Au-Name in der Raab-Straße aufgegangen ist
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Kleinlinden-Au: in der Kleinlinder Au (Klein-Linden)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/785518_in-der-kleinlinder-au> (aufgerufen am 06.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/785518