Hopfen-Krebe: im hoppengraeb(en)
Beleg
Standard-Flurname
Hopfen-Krebe
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1740
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, P 1, Nr. 1095.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hopfen
Zu ahd. hopfo, mhd. hopfe sw. M. ‚Hopfen‘ (Humulus lupulus). Die Namen verweisen auf die zum Bierbrauen verwendete Nutzpflanze und ihre typische Anbaufläche, den Hopfengarten (zu gleichbedeutend ahd. hopfgarto, mhd. hopfegarte sw. M.). Der Hopfenrain, der Hopfenborn und vielleicht einige andere dagegen verdanken ihren Namen eher dem Bewuchs mit Wildhopfen.
Krebe
Zu mhd. krebe sw. M. ‚Korb‘, eigentlich ‚geflochtener Korb‘. Kreben waren eingezäunte Weideplätze für Vieh, insbesondere für Schweine. Sie gehörten zum Sonderland der Gemarkung. - Die Belege sind allerdings von Gräben ‚Gräben‘ (s.d.), vielleicht auch von mhd. grêve, grêbe, der mitteldt. Form von mhd. grâve ‚königlicher Gerichtsvorsitzender, Graf‘, oft nicht klar zu trennen, besonders wenn sie als BT vorkommen.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hopfen
Zu ahd. hopfo, mhd. hopfe sw. M. ‚Hopfen‘ (Humulus lupulus). Die Namen verweisen auf die zum Bierbrauen verwendete Nutzpflanze und ihre typische Anbaufläche, den Hopfengarten (zu gleichbedeutend ahd. hopfgarto, mhd. hopfegarte sw. M.). Der Hopfenrain (Reichenbach) dagegen verdankt seinen Namen vielleicht auch dem Bewuchs mit Wildhopfen. Die FlN in Rimbach und Zotzenbach stellen vermutlich falsche Verschriftungen von mündlich überlieferten Dialektformen dar.
Krebe
Zu mhd. krebe sw. M. ‚Korb‘, eigentlich ‚geflochtener Korb‘. Kreben waren eingezäunte Weideplätze für Vieh, insbesondere für Schweine. Sie gehörten zum Sonderland der Gemarkung, das individuell genutzt werden konnte. Die Belege sind allerdings von den Graben-, Gräben- und wohl auch den Greffe- und Krähen-Namen oft nicht zu trennen, besonders wenn sie als BT vorkommen. In Ober-Modau scheint auch ursprünglich Krebe vorgelegen zu haben, der Name für das Wiesengelände wurde schon früh umgedeutet (unter Einfluss von Rebstock).
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Hopfen m.
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Der Hopfen, spätahd. hophe m. (Graff 4, 832), mhd. hopfe, hopfen sw.m. (Lexer 1, 1336f.) bezieht sich auf mehrere Pflanzenarten, vorzugsweise und in der Regel in FlN aber auf die zur Bierherstellung benötigte Nutzpflanze Humulus lupulus(DWB 10 [IV‚II]‚ 1795; Weigand/Hirt l, 887f.; Kluge/Mitzka 314; Dittmaier 114). Das Wort ist in Hessen allgemein verbreitet, die Redensart es ist maltz und hopffen verlorn von E. Alberus erwähnt (SHessWb 3, 698f.; Crecelius 467; WaldWb 47).
Der Hopfenanbau erfolgte meist im Gartenbau, unterlag deshalb dem Gartenrecht; der Hopfen stand „als Zaunpflanze im Nachbarrecht“ (DRWb 5, 1542), so daß der bei weitem häufigste Kombinationstyp Hopfengarten ist. Eine sichere Abgrenzung gegen die Benennung nach frei wachsendem Wildhopfen ist nicht immer möglich. Am ehesten werden sich Kombinationstypen wie Hopfenrain auf diesen beziehen.
Hopfen scheint gelegentlich zu /hebe/ umgelautet zu sein; doch sind diese Belege nicht ganz sicher.
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Vereinzelt scheint Vermengung mit /ho:p/ ,Hof‘ nicht auszuschließen zu sein.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 26
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hopfen-Krebe: im hoppengraeb(en) (Vetzberg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/782804_im-hoppengraeb-en> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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