Schmelz-Mühle-Wiese: Schmelzmühlenwiese
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Mühle
Zu ahd. mulî, mulin ‚(mit Wasserkraft betrieben) Mühle, Mühlstein‘, mhd. mül, müle st. sw. F. ‚Mühle‘, einer Entlehnung aus gleichbedeutend lat. molina. Die mündlichen Formen haben oft die Form /me(:)n/, wobei das /n/ entweder aus der Flexion stammt: *an der müh(le)n oder durch /n/-/l/-Dissimilation entstanden ist. Namengebend waren meist Wassermühlen sowie die zu ihrem Betrieb notwendigen technischen Anlagen wie etwa Wassergräben und Stauwehre. Auf den Mühlwegen wurden Getreide und das gemahlene Mehl transportiert. Nur in einem Beleg steckt erkennbar ein FamN: Mühlhansenroth in Langd gehört zum PN Hans Mühl als ÜberN ‚der an/von der Mühle‘.
Schmelz
Die Namen hängen mit ahd. smelzan, mhd. smelzen, smilzen st.V. intran. ‚zerfließen, schmelzen‘ bzw. dem Kausativ smelzen sw.V. trans. ‚in Fluss bringen, schmelzen‘ zusammen. In den meisten Fällen (wie z.B. in Cleeberg und Salzböden in der Schmelzmühleund am Rande des Krofdorfer Forstes) handelt es sich um Orte, wo (Eisen-)Erz verhüttet bzw. geschmolzen wurde. - Das Schmelzer Wehr benennt die Wasserzufuhr für die Schmelzmühle.
Wiese
Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünfläche‘.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Mühle
Zu ahd. mulî, mulin ‚(mit Wasserkraft betriebene) Mühle, Mühlstein‘, mhd. mül, müle st. sw. F. ‚Mühle‘, einer Entlehnung aus gleichbedeutend lat. molīna. Namengebend waren Wassermühlen sowie die zu ihrem Betrieb notwendigen technischen Anlagen wie etwa Wassergräben (Mühlgräben) und Stauwehre (Mühlwehr). Mühlwehr steckt möglicherweise auch in Müllwert (Biebesheim am Rhein). Millert, Müllert sind vermutlich wie Bangert aus Baum-garten Zusammenrückungen aus Mühl-garten. Auf den Mühlwegen wurden Getreide und das gemahlene Mehl transportiert. Müllenrad (in Nieder-Roden) gehört nicht zu Mühlrad, sondern ist zu den -rod-Namen mit PN als BT zu stellen. Unklar ist der GT des Belegs aus Winterkasten.
Schmelz
Die Namen hängen in unterschiedlicher Weise mit ahd. smelzan, mhd. smelzen, smilzen st. V. intrans. ‚zerfließen, schmelzen‘ bzw. dem Kausativ smelzen sw. V. trans. ‚in Fluss bringen, schmelzen‘ zusammen. In den meisten Fällen handelt es sich um Orte, wo (Eisen-)Erz verhüttet bzw. geschmolzen wurde. Die Simplexformen, aber auch Zusammensetzungen wie Schmelzofen (Gras-Ellenbach) und Schmelzmühle (Ober-Klingen)
Wiese
Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünlandfläche‘. Neben das Simplex und die zahlreichen Komposita treten die Diminutivformen Wieschen, Wießgen und Wiesel. Die zusammengehörigen Belege aus Auerbach und Bensheim zeigen einen zersprochenen Namen, dessen Zugehörigkeit zu Wiese im BT unsicher ist. Den ältesten Belegen aus Rüsselsheim liegt ein FamN Wiese zu Grunde.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schmelz-Mühle-Wiese: Schmelzmühlenwiese (Ruppertsburg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/779540_schmelzmuehlenwiese> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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