Aduch: obig der Eintauche
Beleg
Standard-Flurname
Aduch
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1755
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 230/1.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Aduch
Aduch ‚überdeckter Abzugsgraben zur Be- und Entwässerung‘ und seine zahlreichen umgestalteten Varianten gehören zu ahd. agedoht, mhd. adich, aduch ‚Abzugsgraben, Röhre‘, einer Entlehnung aus lat. aquaeductus ‚Wasserleitung‘. Ahd. /age-/ wird dabei zu mhd. /â-/ zusammengezogen. Der FlN wird oft nicht mehr verstanden und deshalb umgedeutet oder zersprochen. Von Attich (s.d.) sind die Belege nicht immer sicher zu trennen.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Aduch
Aduch ‚überdeckter Abzugsgraben zur Be- und Entwässerung‘ und seine zahlreichen umgestalteten Varianten gehören zu ahd. agedoht, mhd. adich, aduch ‚Abzugsgraben, Röhre‘, einer Entlehnung aus lat. aquaeductus ‚Wasserleitung‘. Ahd. age- wird dabei zu mhd. â- zusammengezogen. In den BT ist vielfach Art ‚Acker‘, Ad oder Erde hineingedeutet worden, sodass die verbleibende Silbe als GT Hauch aufgefasst werden konnte. Daher erklären sich Formen wie Odenhauch, mit Umgestaltung des gedachten BT in Anlehnung an Hauch, Atem und wohl auch der Beleg Im kleinen Athem (Richen).
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Aduch f.‚ m./n.
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Dieser Name, mhd. belegt als adich, aducht m. (Lexer 1, 22), âdûche, âdûcht (Weigand/Hirt 1, 56), ist als Lehnwort aus dem galloroman. aquaeductus ,Wasserleitung‘ früh ins Dt. gekommen (Frings 138f.; Müller/Frings 92f.; Hubschmid 93 und K. 1) und als Wort in westmitteldt. Dialekten bis heute erhalten (Post 81ff. und K. l4). Das Wort bezeichnet auch im Hessischen einen ‚überdeckten hohlen Abzugsgraben‘ im Felde oder im Ortsbereich (SHessWb 1, 230; KehreinWb 44; Crecelius 17f.)‚ einen ‚mit Steinen und Dornen gefüllten Graben, welcher zur Ableitung der in einem Acker befindlichen Näße dient‘ (Vilmar 4, 94). Die FlN beziehen sich auf solche ehemaligen Anlagen (Dittmaier 10, 12).
Wort und Name treten in den vielfältigsten Varianten auf, teils unverstanden zersprochen, teils volksetymologisch umgedeutet. Auch das Genus variiert. Umdeutung (mit Angleichung an Zucht < ziehen) liegt vor in der in Nordhessen (vgl. Curtze 1850, 30) vorkommenden Form Ageducht, Abzucht < mnd. âgeducht f. (Lasch/Borchling 1, 47).
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Wegen der Variationsbreite der mündlichen Formen ist die 2 Identifizierung der Namen außer den Standardformen Aduch u. ä. und Andauch u.ä. schwierig und z. T. unsicher.
Sicherstes formales Identifizierungskriterium ist die Namenstruktur . Neben Ageducht wurden nur Namen mit dieser Struktur aufgenommen. Das von Vilmar 94 hervorgehobene und von Crecelius ebd. bestätigte Oberhessische Erdocke u. ä. kommt in FlN nicht vor; vgl. Estor 1407: Erdocke, ein verdeckter Wasserlauf. Jedoch gehört der von Frey (= HFB 17, 14) unverstandene Name „an der Arthauch“ hierher.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 121
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Aduch: obig der Eintauche (Queckborn)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/777828_obig-der-eintauche> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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