Licht-Hart-Hecke: auf die lichthartsheck
Beleg
Standard-Flurname
Licht-Hart-Hecke
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1758
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 354, Akten, Nr. 1200.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hart
Zu mhd. hart st. M.N.F. ‚Weidetrift; Wald‘, nhd. Hart ‚Bergwald, waldiger Höhenzug‘. Die Namen beziehen sich auf Waldstücke und bewaldete Anhöhen, die in der Regel als Weidewald genutzt wurden. Das dialektal untergegangene Wort zeigt in den FlN meist fem. Genus. Angehängtes Genitiv-/s /führt verschiedentlich zur Schreibung <Harz>; vereinzelt weisen diese Namen vielleicht aber auch auf Örtlichkeiten hin, die bei der Harzgewinnung eine Rolle spielten. - In Watzenborn-Steinberg scheint Umdeutung aus Hader (s.d.) vorzuliegen.
Hecke
Zu ahd. hegga ‚Wall, Schanze‘, mhd. hecke, hegge, heck st. sw. F. ‚Hecke‘; bedeutet in den westmitteldt. Dialekten nicht nur ‚lebender Zaun‘, sondern auch ‚Gebüsch, Gestrüpp; Buschwald‘. Die FlN beziehen sich in erster Linie auf künstlich gezogene, lebende Umzäunungen, die zur Eingrenzung von Flurstücken oder, in älterer Zeit, zur klein - wie großräumigen Befestigung dienten: Dörfer und Gehöfte waren oft von Hainbuchenzäunen umgeben, Landwehren aus undurchdringlichen Heckenstreifen, sog. Gebücken (s.d.), gebildet. Daneben verweisen viele Namen aber auch auf einzeln stehendes Strauchwerk und Dorngestrüpp in der Feldflur, vor allem aber auch forstlich genutzte Waldstücke mit Busch- oder Niederwald. Bei den älteren Namen ist eine sichere Unterscheidung zwischen Hecke und dem verwandten Hege nicht immer möglich.
Licht
Zu ahd. lioht, leoht ‚licht, hell, glänzend‘, mhd. lieht ‚hell, strahlend, blank (kahl?)‘ bzw. zum zugehörigen Substantiv ahd. lioh(t) ‚Licht, Helle; Leuchte‘, mhd. lieht st.N. ‚Licht, Leuchten, Helle, Glanz; Kerze‘. Die FlN verweisen in der Regel auf helle, sonnige, baumlose Örtlichkeiten, auf Waldstücke mit gelichtetem Baumbestand (bzw. auf Lichtungen im Wald), teilweise auch auf Flurstücke mit auffällig heller Bodenfärbung.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hart
Zu mhd. hart st. M. N. F. ‚Weidetrift; Wald‘, nhd. Hart ‚Bergwald, waldiger Höhenzug‘. Die Namen beziehen sich auf Waldstücke und bewaldete Anhöhen, die in der Regel als Weidewald genutzt wurden. Das dialektal untergegangene Wort zeigt in den FlN meist fem. Genus und der Stammvokal ist oft zu /o/ verdumpft. Bei Hertel handelt es sich um eine Verkleinerungsform mit -el-Suffix, bei Hartling (Lampertheim) um eine Ableitung oder einen FamN. Angehängtes Genitiv-s führt verschiedentlich zur Schreibung dHarz-H; vereinzelt weisen diese Namen vielleicht aber auch auf Örtlichkeiten hin, die bei der Harzgewinnung eine Rolle spielten. Manchmal ist Vermischung mit dem Adjektiv hart (Gräfenhausen, Klein-Krotzenburg) oder dem Substantiv Herd(e) möglich.
Hecke
Zu ahd. hegga ‚Wall, Schanze‘, mhd. hecke, hegge, heck st. sw. F. ‚Hecke‘, bedeutet in den westmitteldt. Dialekten nicht nur ‚lebender Zaun‘, sondern auch ‚Gebüsch, Gestrüpp; niederer Buschwald‘. Die FlN beziehen sich in erster Linie auf künstlich gezogene, lebende Umzäunungen, die zur Eingrenzung von Flurstücken oder, in älterer Zeit, zur klein- wie großräumigen Befestigung dienten: Dörfer und Gehöfte waren oft von Hainbuchenzäunen umgeben, Landwehren aus undurchdringlichen Heckenstreifen, sog. Gebücken (s. d.) gebildet (vgl. z. B. Eberstadt). Daneben verweisen viele Namen aber auch auf einzeln stehendes Strauchwerk und Dorngestrüpp in der Feldflur, vor allem aber auf forstlich genutzte Waldstücke mit Busch- oder Niederwald. Bei den älteren Namen ist eine sichere Unterscheidung zwischen Hecke und dem verwandten Hege nicht immer möglich (s. Leeheim, Trebur). An Verkleinerungsformen erscheinen sowohl Heckel als auch die Weiterbildung Heckelchen.
Licht
Meist zu ahd. lioht, leoht ‚licht, hell, glänzend‘, mhd. lieht ‚hell, strahlend, blank (kahl?)‘ bzw. zum zugehörigen Substantiv ahd. lioh(t) ‚Licht, Helle; Leuchte‘, mhd. lieht st. N. ‚Licht, Leuchten, Helle, Glanz; Kerze‘. Die FlN verweisen in der Regel auf helle, sonnige, baumlose Örtlichkeiten, auf Waldstücke mit gelichtetem Baumbestand (bzw. auf Lichtungen im Wald), teilweise auch auf Flurstücke mit auffällig heller Bodenfärbung. Wo auf einzelne Bäume Bezug genommen wird (Einhausen, Hering, Lengfeld, Rembrücken, Schwanheim), dürfte es sich um solche mit gelichteter Krone handeln. Einzelne Namen (Bessungen, Winterkasten?) könnten auch an Abgaben erinnern, die in Form von Kerzen (oder zur Unterhaltung des ewigen Lichts) zu entrichten waren. Einigen FlN liegt der HofN Lichtenklingen (Rimbach?, Siedelsbrunn, Wald-Michelbach), einigen wohl auch ein FamN Licht oder Lichter (Ellenbach) zu Grunde.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Licht-Hart-Hecke: auf die lichthartsheck (Oberkleen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/776966_auf-die-lichthartsheck> (aufgerufen am 01.06.2026)
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