Heilig-Kreuz: auf dem heÿl(igen) Creutz

Historischer Beleg aus Oberkleen  
Gemeinde
Langgöns
Landkreis
Gießen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Heilig-Kreuz

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

ca. 1754

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Oberkleen Nr. 1.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Heilig

Zu ahd. heilag, hêlag, hêlig, heileg, mhd. heilec, heilic ‚heilig, geweiht‘. Die Namen verweisen auf Flurstücke in kirchlichem oder klösterlichem Besitz und auf Orte, an denen ein Heiligenbild (Heiligenhaus, -stock) steht. Der FlN Heiliges Kreuz kann sich sowohl auf Weg- und Feldkreuze als auch auf Besitztümer eines gleichnamigen Klosters oder Spitals beziehen, wie das für den FlN Heiliger Geist gilt - Der Heilige Stein in Muschenheim benennt eine Dolmenanlage.

Kreuz

Zu ahd. krûzi, krûze, mhd. kriuze, krûze st.N. ‚Kreuz‘, einer Entlehnung aus gleichbedeutend lat. crux. In der FlN-Gebung sind Kreuz-Namen sehr häufig und allgemein verbreitet. Namengebend waren hölzerne oder steinerne Kreuze und Bildstöcke an Wegen und Landstraßen, gelegentlich auch Wegkreuzungen, die aber oft ebenfalls durch Kreuze markiert waren. Da Kreuzwege als unheimlich galten, haben sie Eingang in viele Ortssagen gefunden. Die Wegkreuze waren darüber hinaus in vielen Fällen Sühnekreuze, die als Teil der Wiedergutmachung nach Verbrechen am Tatort oder an gut sichtbarer Stelle errichtet werden mussten. - In Beuern scheint ein sonst ungebräuchlicher Plural auf /-er/ vorzuliegen.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Heilig

Zu ahd. heilag, hêlag, hêlig, heileg, mhd. heilec, heilic ‚heilig, geweiht‘. Die Namen verweisen auf Flurstücke in kirchlichem oder klösterlichem Besitz und auf Orte, an denen ein Heiligenbild steht. Der häufige FlN Heiliges Kreuz kann sich sowohl auf Weg- und Feldkreuze als auch auf Besitztümer eines gleichnamigen Klosters oder Spitals beziehen; auch Heiliger Geist und Heilige Anna sind Namen von Konventen oder Spitälern, denen die betreffenden Flurstücke gehören. Die FlN Heiliger Nußbaum, Heilige Tanne, Heilige Buche deuten auf Bäume hin, an denen Heiligenbilder befestigt waren. Unklar ist der FlN in Wolfskehlen. Die mundartliche Form helgen, helchen für heiligen ist auch in viele amtliche FlN eingegangen, sodass die Abgrenzung gegen die Diminutive von Halde und Höhle nicht immer deutlich ist, vor allem, wenn der Name als substantiviertes Simplex auftritt.

Kreuz

Zu ahd. krûzi, krûze, mhd. kriuze, krûze st. N. ‚Kreuz‘, einer Entlehnung aus gleichbedeutend lat. crux. In der FlN-Gebung sind Kreuz-Namen sehr häufig und allgemein verbreitet. Namengebend waren hölzerne oder steinerne Kreuze und Bildstöcke an Wegen und Landstraßen, gelegentlich auch Wegkreuzungen, die aber oft ebenfalls durch Kreuze markiert waren. Da Kreuzwege als unheimlich galten, haben sie Eingang in viele Ortssagen gefunden. Die Wegkreuze waren darüber hinaus in vielen Fällen Sühnekreuze, die als Teil der Wiedergutmachung nach Verbrechen am Tatort oder an gut sichtbarer Stelle errichtet werden mussten.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Heilig-Kreuz: auf dem heÿl(igen) Creutz (Oberkleen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/776931_auf-dem-heyl-igen-creutz> (aufgerufen am 31.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/776931