Eber-Wasen: Eber-Wasen
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Eber
Zu ahd. ebur, mhd. eber st. M. ‚unverschnittenes männliches Schwein, Eber‘. - Der Name des Ebersteins in Königsberg gehört im BT eher zum PN Ebur (s. Ebers), könnte auch auf einen WüstungsN verweisen.
Wasen
Zu ahd. waso, mhd. wasen, wasem st. M. ‚grasbewachsene Erdfläche, Rasen‘. Das Wort ist bedeutungs- und vermutlich auch herkunftsgleich mit nhd. Rasen und bezeichnet wie dieses Rasenflächen, dann aber auch aus dem Rasen gestochene Grasplacken. Die FlN beziehen sich durchgängig auf Wiesen, hauptsächlich wohl auf solche, die der Gemeinschaftsnutzung unterlagen (etwa in Schindwasen, Sauwasen, Gemeindewasen). Bei den Simplizia tritt die Bedeutung ‚Schindanger‘ seit dem 15. Jahrhundert mehr und mehr als namengebendes Motiv auf.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Eber
Zu ahd. ebur, mhd. eber st. M. ‚unverschnittenes männliches Schwein, Eber‘. Namengebend waren Standorte der Eber, oder es handelt sich um Flurstücke für die Halter der Eber. Der Name Eberfalter in Einhausen ist aus einer Klammerform Eberackerfalter entstanden
Wasen
Zu ahd. waso, mhd. wasen, wasem st. M. ‚grasbewachsene Erdfläche, Rasen‘. Das Wort ist bedeutungs- und vermutlich auch herkunftsgleich mit nhd. Rasen und bezeichnet wie dieses Rasenflächen, dann aber auch aus dem Rasen gestochene Grasplacken. Die FlN beziehen sich durchgängig auf Wiesen, hauptsächlich wohl auf solche, die der Gemeinschaftsnutzung unterlagen (etwa in Schindwasen, Sauwasen, Gemeindewasen). Bei den Simplizia tritt die Bedeutung ‚Schindanger‘ seit dem 15. Jh. mehr und mehr als namengebendes Motiv auf.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Wasen m.
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Der FlN geht zurück auf ahd. waso m. (Graff 1, 1063), mhd. wase sw.m., wasen, wasem st.m. ,grasbewachsene Erdfläche, Rasen‘ (Lexer 2, 702) und bezeichnet sowohl Rasenflächen wie aus dem Rasen ausgestochene Grasplacken (DWB 27 [XIII], 2276ff.). Das im Oberdt. und Westmitteldt. übliche Wort für den Rasen ist bedeutungsgleich mit dem niederdt. wrasen und dem daraus im Ostmitteldt. entstandenen Rasen (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 31), anscheinend ohne mit diesem etymologisch verwandt zu sein (DWB ebd.; anders Weigand/Hirt 2, 1215). Da sich in der Neuzeit Rasen räumlich ausbreitet und in der Standardsprache durchsetzt, stellt sich die Frage, ob und wie sich dieser Veränderungsprozeß in hessischen FlN widerspiegelt (Kluge/Mitzka 840). Nach den hessischen Idiotika war Wasen noch im 19. Jh. das hier vorherrschende Wort (Vilmar 442; v. Pfister 331f.; Crecelius 895; KehreinWb 439), und noch in der Gegenwart ist Rasen „weit spärlicher bezeugt als Wasen“ (HNassWb 2, 771; vgl. FrankfWb 3492). Dabei ist die Variante Wasem, bei E. Alberus Wasum, die vielleicht in Analogie zu Boden-Bodem (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 95) entstanden ist (Crecelius ebd.; DWB 27 [XIII], 2277) und hauptsächlich im Rhein- und Moselfränkischen gilt (Wallner 64), sehr verbreitet, oft mit Kurzvokal (v. Pfister ebd.). Der Name tritt gelegentlich zu Wesen, Wesem umgelautet auf.
Wasen, Wasem bezieht sich in hessischen FlN durchweg auf Rasenflächen, und zwar nach Ausweis der häufigeren Kombinationstypen wie Schindwasen, Sauwasen, Gemeindewasen hauptsächlich auf solche, die der Gemeinschaftsnutzung unterlagen. Insofern entspricht Wasen in der Sache weitgehend Anger (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 29; vgl. Dittmaier 331; Keinath 99), war aber als „offener, ebener Wiesenplatz ohne besondere Nutzungsbeschränkung“ (Bader 3, 118).
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Fälle, in denen aufgrund des mündlichen Belegs /
/ unsicher ist, ob ‚Wiesen‘ oder ,Wasen‘ (Umlaut ?) gemeint ist, sind vereinzelt. Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 30
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Eber-Wasen: Eber-Wasen (Lumda)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/773808_eber-wasen> (aufgerufen am 04.11.2026)
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