Süß-Weide (1): vff die Süsse weid

Historischer Beleg aus Königsberg  
Gemeinde
Biebertal
Landkreis
Gießen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Süß-Weide (1)

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1656

Quelle

Staatsarchiv Darmstadt, E 1, K, Nr. 456/6.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Süß

Die Namen gehen auf unterschiedliche Wörter zurück. Zum einen auf das Adjektiv süß, ahd. swuozssi, suozi, mhd. süeze, suoze. So bezeichnet Süßapfelbaum eine besonders süße, kleinfruchtige Obstsorte. Die Süßweiden sind wohl als ‚Wiesen mit süßem Gras‘ anzusehen, im Gegensatz zu solchen mit Sauergräsern. - Der historische Beleg in Rödgen geht auf den Namen Hans Süß zurück.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Süß

Zum Adjektiv süß, ahd. swuozssi, suozi, mhd. süeʒe, suoʒe. Während bei einer Reihe von Kombinationen die Deutung nahe liegt, dass hier auf süßes Gras als Gegensatz zu den Sauergräsern (vgl. sauer) verwiesen wird oder dass es sich um süßes Wasser handelt, ist bei der Verbindung mit anderen GT das namengebende Motiv unklar: Hahn (umgedeutet aus PN?), Pfungstadt, Traisa, Wald-Erlenbach. Süßapfel baum und Süßbirnbaum beziehen sich auf besonders süße, kleinfrüchtige Obstsorten. - In einigen Fällen, besonders in Kleestadt, sind die Namen aber offenbar umgedeutet, da wohl ursprünglich ahd. sioza F. ‚praedia, Landgut‘, auch im Sinne von ‚Weideplatz‘, zu Grunde liegt, was als Wort früh vollständig untergegangen ist. Bezeichnet wurden damit (ausgesonderte?) Weideflächen1.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Süß-Weide (1): vff die Süsse weid (Königsberg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/766593_vff-die-suesse-weid> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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