March-Halde: in der Morchenhöll

Historischer Beleg aus Beuern  
Gemeinde
Buseck
Landkreis
Gießen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

March-Halde

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1767

Quelle

Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Busecker Tal , Nr. 1.

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Halde

Zu ahd. halda, mhd. halde, helde sw. st. F. ‚Bergabhang‘. Die Namen beziehen sich auf Flurstücke in Hanglage. Durch Dehnung oder Umlautung des Stammvokals und Assimilation der nachfolgenden Konsonantenverbindung /ld/ > /ll/ ist ein breites Spektrum von Namenvarianten entstanden, wobei oft eine Umdeutung zu Hölle eine Rolle spielt: Hahl, Halle, Helde, Helle, Heil, Höhle, Hölle.

March

Die Deutung des Namens der großen Grenzflur zwischen Beuern und Reiskirchen und des Namens in Nordeck ist schwierig. Die nahe liegende Anknüpfung an ahd. marah, mhd. marc st. N. ‚Streitross‘ mit der mhd. Nebenform march ist ausgeschlossen, weil dieses Wort stark flektiert (marchs-). Die Schwierigkeit entfällt, wenn man mhd. merhe ‚Stute, Mähre‘ zu Grunde legt, weil der Stammvokal durchweg als <a,o> überliefert ist. Sprachlich unproblematisch ist der Anschluss an mhd. morhe, morche, more sw. F. ‚Möhre, Morchel‘, falls das ein namengebendes Motiv darstellt. Schließlich ist der altdt. PN Marcho als Namengeber keinesfalls auszuschließen.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Halde

Zu ahd. halda, mhd. halde, helde sw. st. F. ‚Bergabhang‘. Die Namen beziehen sich auf Flurstücke in Hanglage. Durch Dehnung oder Umlautung des Stammvokals und Assimilation der nachfolgenden Konsonantenverbindung /ld/ > /ll/ ist ein breites Spektrum von Namenvarianten entstanden: Hahl, Halle, Helde, Helle, Heil, Hille, Höhle, Hölle, Holde, Hülle, Hulle. Lokale Umdeutungen besonders der Varianten Höhle und Hölle waren damit in vielen Fällen verknüpft. In Nieder-Modau/Ober-Ramstadt erfolgte eine Umdeutung, da es sich nach den historischen Formen um ein *Hagel-Kreuz ‚Kreuz, das zur Erinnerung an einen Hagelschlag (?) errichtet wurde‘ handelt. Die Grenzflur Da/Bessungen liegt an einem Hang. Es ist aber von den Belegen her unklar, ob es sich um ein Diminutiv zu Halde oder Höhle handelt oder ob frühe Umdeutung zu heilig (s. d.) stattgefunden hat1. Die Hahlwage in Zell (BGS) liegt oberhalb des Hahn ( Hain, s. d.) als ebene Fläche, sodass der FlN wohl Dissimilation von /n/ > /l/ erfahren hat und als ‚waagrechte Fläche des Hains‘ zu verstehen ist.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„March-Halde: in der Morchenhöll (Beuern)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/751653_in-der-morchenhoell> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/751653