Still-Kraut-Schneise: Stillkraut Schneise
Beleg
Standard-Flurname
Still-Kraut-Schneise
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1874
Quelle
Fürstliches Archiv Lich, Karten, Albach, 1874.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Kraut
Zu ahd. krût ‚Kraut, Gras, Pflanze‘, mhd. krût st.N. ‚Kraut, Kohl‘. In den FlN kommt dabei insbesondere die Bedeutung ‚Kohlkraut, Weißkraut‘ in Betracht. In den Krautäckern und -gärten wurde das Gemüse gezogen, das keiner intensiven Pflege bedurfte. Die Gärten konnten daher auch etwas weiter von der Siedlung entfernt angelegt werden. Als Krautwiesen wurden bestimmte zu einem Hof gehörige Wiesen benannt, die über den Sommer hinweg kleinere Mengen Frischfutter liefern.
Schneise
Schneise ‚Durchhieb durch den Wald; langer, gerade Waldweg‘ als die heute übliche Gebrauchsform gegenüber älterem Schneid(s) tritt zuerst im 14. Jahrhundert im Mitteldt. auf, wird aber in FlN erst im 18. Jahrhundert mit dem Aufkommen der kameralen Forstwirtschaft produktiv. Schneise begegnet dann in großer Anzahl fast ausschließlich als GT von meist rein katasteramtlichen Namen.
Still
Unklar. Nach einem FamN?
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Kraut
Zu ahd. krût ‚Kraut, Gras, Pflanze‘, mhd. krût st. N. ‚Kraut, Kohl‘. In den FlN kommt dabei insbesondere die Bedeutung ‚Kohlkraut, Weißkraut‘ in Betracht. In den Krautäckern und -gärten wurde das Obst und Gemüse gezogen, das keiner intensiven Pflege bedurfte. Die Gärten konnten daher auch etwas weiter von der Siedlung entfernt angelegt werden. Als Krautwiesen wurden auch bestimmte zu einem Hof gehörige Wiesen benannt, die über den Sommer hinweg kleinere Mengen Frischfutter liefern. Ob diese Bedeutung auch in Südhessen vorliegt, ist aber unklar.
Schneise
Schneise ‚Durchhieb durch den Wald; langer, gerader Waldweg‘ als die heute übliche Gebrauchsform gegenüber älterem Schneid(s) (s. d.) tritt zuerst im 14. Jh. im Mitteldt. auf, wird aber in FlN erst im 18. Jh. mit dem Aufkommen der kameralen Forstwirtschaft produktiv. Schneise begegnet dann in großer Anzahl fast ausschließlich als GT von meist rein katasteramtlichen Namen.
Still
Die Namen sind unterschiedlicher Herkunft. Die Vorkommen sind kaum aus Stiegel (s. d.) kontrahiert und gekürzt, sondern gehören zum Adjektiv still, ahd. stilli, mhd. stille. Welche der drei Hauptverwendungen (‚unbewegt‘, ‚lautlos‘, ‚verborgen‘) das namengebende Motiv lieferte, bleibt offen. Unklar ist auch, ob der Beleg aus Langen-Brombach (mit Senkung /i/ /e/) hierher gehört. Es handelt sich um ein Feld in Hufenlage, sodass ein Bezug zu Stell (s. d.) nicht in Betracht kommt.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Kraut
Karte 25
Schneise
Karte 142
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Still-Kraut-Schneise: Stillkraut Schneise (Albach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/747484_stillkraut-schneise> (aufgerufen am 02.06.2026)
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