Aducht: in dem Edichen

Historischer Beleg aus Mittelbuchen  
Gemeinde
Hanau
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Aducht

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1382

Quelle

Reimer, Heinrich: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehem. Provinz Hanau. Bd. 4. 1376-1400. Leipzig 1897.

Weitere Belege

  • 1322/1326: zu den adechin
    Stadtarchiv Frankfurt am Main, Holzhausen-Archiv, Kasten 136, Zinsbuch Johanns von Glauburg und seiner Frau Heddwig., fol. 21

Deutungen

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Aduch f.‚ m./n.

1

Dieser Name, mhd. belegt als adich, aducht m. (Lexer 1, 22), âdûche, âdûcht (Weigand/Hirt 1, 56), ist als Lehnwort aus dem galloroman. aquaeductus ,Wasserleitung‘ früh ins Dt. gekommen (Frings 138f.; Müller/Frings 92f.; Hubschmid 93 und K. 1) und als Wort in westmitteldt. Dialekten bis heute erhalten (Post 81ff. und K. l4). Das Wort bezeichnet auch im Hessischen einen ‚überdeckten hohlen Abzugsgraben‘ im Felde oder im Ortsbereich (SHessWb 1, 230; KehreinWb 44; Crecelius 17f.)‚ einen ‚mit Steinen und Dornen gefüllten Graben, welcher zur Ableitung der in einem Acker befindlichen Näße dient‘ (Vilmar 4, 94). Die FlN beziehen sich auf solche ehemaligen Anlagen (Dittmaier 10, 12).

Wort und Name treten in den vielfältigsten Varianten auf, teils unverstanden zersprochen, teils volksetymologisch umgedeutet. Auch das Genus variiert. Umdeutung (mit Angleichung an Zucht < ziehen) liegt vor in der in Nordhessen (vgl. Curtze 1850, 30) vorkommenden Form Ageducht, Abzucht < mnd. âgeducht f. (Lasch/Borchling 1, 47).

2

Wegen der Variationsbreite der mündlichen Formen ist die 2 Identifizierung der Namen außer den Standardformen Aduch u. ä. und Andauch u.ä. schwierig und z. T. unsicher.

Sicherstes formales Identifizierungskriterium ist die Namenstruktur . Neben Ageducht wurden nur Namen mit dieser Struktur aufgenommen. Das von Vilmar 94 hervorgehobene und von Crecelius ebd. bestätigte Oberhessische Erdocke u. ä. kommt in FlN nicht vor; vgl. Estor 1407: Erdocke, ein verdeckter Wasserlauf. Jedoch gehört der von Frey (= HFB 17, 14) unverstandene Name „an der Arthauch“ hierher.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 121

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Aducht: in dem Edichen (Mittelbuchen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/733500_in-dem-edichen> (aufgerufen am 03.11.2026)

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