Erle-Seife: im Erlen seuffig
Beleg
Standard-Flurname
Erle-Seife
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1735
Quelle
Staatsarchiv Marburg, 317a. Kloster Schlüchtern, 238-239, Nr. 7.
Weitere Belege
- ERLENSEUFEN
- 1712: in der Erle seüffe [Acker]
Staatsarchiv Marburg, 317a. Kloster Schlüchtern, 238-239, Nr. 8. - 1712: die unter Erleseüffe [Wiese]
Staatsarchiv Marburg, 317a. Kloster Schlüchtern, 238-239, Nr. 8. - 1712: im Erleseüffe [Wiese]
Staatsarchiv Marburg, 317a. Kloster Schlüchtern, 238-239, Nr. 8. - 1736: im Erllen Seiffig [Acker]
Staatsarchiv Marburg, 317a. Kloster Schlüchtern, 238-239, Nr. 7. - ca. 1764: neben Erlenseuffen [Acker]
Staatsarchiv Marburg, Kataster I, Ahlersbach, B 1., pag. 260 - ca. 1764: Vorm Erlem Säuffen [Wiese]
Staatsarchiv Marburg, Kataster I, Ahlersbach, B 1., pag. 94
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Erle
Zu ahd. erila, elira, mhd. erle sw. F. ‚Erle‘ (Alnus), daneben auch Eller, Ellen. Namengebend war der Bewuchs mit Erlen. Vereinzelt erscheint historisch auch die Variante Irle. Daneben haben sich die Varianten Eller und Else erhalten (s.d.).
Seife
Die Namen gehören als Substantivbildung von mhd. sîfen st. V. ‚tröpfeln, triefen‘ zu mhd. sîfe sw. M. ‚Bächlein, von einem Bächlein durchzogene Bergschlucht‘; in FlN im Flachland auch im Sinne von ‚feuchte Stelle‘. In Mittelhessen schwankt das Genus zwischen mask. und fem., während die Namen in Südhessen nur fem. Genus aufweisen.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Erle
Zu ahd. erila, elira, mhd. erle sw. F. ‚Erle‘ (Alnus), daneben auch Eller, Ellen. Namengebend war der Bewuchs mit Erlen. Vereinzelt (Bauschheim, Bessungen, Heppenheim, Wiebelsbach) erscheint auch die Variante Irle, die jedoch rezent meist durch standardsprachliches Erle ersetzt worden ist. Dagegen haben sich die Varianten Eller und Else besser erhalten und werden daher unter gesonderten Ansätzen aufgeführt. Die zahlreichen Erle-Belege mit Neutrum als Genus sind ebenfalls Kollektiva. Sie deuten auf Erlenbestand.
Seife
Die Namen gehören als Substantivbildung von mhd. sîfen st. V. ‚tröpfeln, triefen‘ zu mhd. sîfe sw. M. ‚Bächlein, von einem Bächlein durchzogene Bergschlucht‘; in FlN im Flachland auch im Sinne von ‚feuchte Stelle‘. In Südhessen weisen die Namen durchweg fem. Genus auf; in Nlieb liegt Diminutiv vor. Die auch im Pfälzischen vorkommenden Seifds-Namen gehen wohl auf mhd. *sîfezen zurück, vgl. lothringisch-elsässisch sifzen ‚durchsickern, tröpfeln, feucht sein‘, das als Intensivbildung mit dem Suffix -ezzen, -izzen ebenfalls zu mhd. sîfen st. V. gehört. Amtlich wurde der FlN an seufzen angeschlossen.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Seife
Karte 120
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Erle-Seife: im Erlen seuffig (Klosterhöfe)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/723569_im-erlen-seuffig> (aufgerufen am 12.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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