Grau-Wald: GRAUENWALD [graawald]
Weitere Belege
- KLEINES GRAUENWAELDCHEN
- 1600: vorm frauenwaldt
Staatsarchiv Darmstadt, C 1, Nr. 47., fol. 112 - 18. Jahrhundert: Auf das klein Frauen = wäldgen [Acker]
Staatsarchiv Marburg, Kataster I, Horbach, B 1., pag. 30
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Grau
Zu ahd. grâo, mhd. grâ ‚grau‘. Namengebend war in der Regel die Färbung des benannten Objektes. - Vermengung mit dial. /kro:/ ‚Krähe‘ (s. d.) ist leicht möglich, so mit hoher Wahrscheinlichkeit wegen des Kombinationstyps beim grauen Winkel in Queckborn. - Am grauen Mann in Langgöns kann auf den dort nachgewiesenen FamN Grohmann zurückgehen (Schaum).
Wald
Zu ahd. wald, mhd. walt st. M. ‚Wald, Wildnis‘. Der Name gilt allgemein für bewaldetes Gelände. Häufig sind Diminutivformen wie Wäldchen, Wäldches, im historischen Bereich auch Wäldgen, sowie Wäldlein. Durch Assimilation von /ld/ > /ll/ erscheinen verzeinzelt auch Formen wie Wellchen, so dass die Abgrenzung der Wald- und Wall-Belege nicht immer eindeutig ist.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Grau
Zu ahd. grâo, mhd. grâ ‚grau‘. Namengebend war in der Regel die Färbung des benannten Objektes. Gesondert zu betrachten sind die zahlreichen grauen Steine, die in Bürstadt, Dusenbach, Lampertheim, Lorsch, Mosbach, Nieder-Liebersbach, Schaafheim und Schlierbach bezeugt sind. Meist handelt es sich dabei um Grenzsteine, die FlN können aber ebenso auf Grabhügel oder Menhire weisen. Vereinzelt ist auch an eine Herleitung aus anderen ähnlich lautenden Appellativen wie mhd. krâ, krâwe, krô ‚Krähe‘ und vielleicht auch mhd. grave ‚Graf‘, hess. Greffe ‚Gerichtsschreiber, Gemeindeschreiber; Dorfvorstand‘ zu denken. Unklar sind weiter die Grorock-Belege in Crumstadt und Dornheim als FormN („grauer Rock“), da sie auch an die Krähen-Namen angeschlossen werden könnten.
Wald
Zu ahd. wald, mhd. walt st. M. ‚Wald, Wildnis‘. Der Name gilt allgemein für bewaldetes Gelände. Sogenannte Waldgassen führen, wie in Einhausen, in den Wald hinein. Häufig sind Diminutivformen wie Wäldchen, Wäldches, im historischen Bestand auch Wäldgen, sowie im 17. Jh. zweimal Wäldlein. Durch Assimilation von /ld/ /ll/ erscheinen vereinzelt auch Formen wie Wellchen (Igelsbach), sodass die Abgrenzung der Wald- und Wall-Belege nicht immer eindeutig ist und - wie in Nieder-Ramstadt - auch Besitz derer von Wallbrunn (s. d.) namengebend sein könnte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Grau-Wald: GRAUENWALD (Horbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/720205_grauenwald> (aufgerufen am 02.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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