Not-Keil: Not-Keil [der nutkeil]

Rezenter Beleg aus Frohnhausen  
Gemeinde
Dillenburg
Landkreis
Lahn-Dill-Kreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Not-Keil

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Keil

Wohl meist zu ahd. mhd. kîl st. M. ‚Pflock‘. Namengebend war dann die dreieckige, spitz zulaufende Form eines Grundstücks oder seine Lage, durch die es keilförmig in die benachbarten Fluren hineinragte.

Not

Ein Notstall, mhd. nôtstal st. M.‚gewaltsam enge Umschränkung‘, ist ein starkes Holzgestell, worin unbändige pferde ... zum stillstehen gezwungen werden, um sie beschlagen oder operieren zu können. (DWB 7, 952). - Ein Notweg, mhd. nôtwec st. M. ‚Notweg, engerer Weg‘, ist ein schmaler als nothbehelf dienender weg, besonders der zugang zu einem grundstück durch fremdes eigentum. (DWB 7, 955).

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Keil m.

1

Als FlN bezeichnet Keil dreieckige, spitz zulaufende Grundstücke, bildlich übertragen von der Form des Handwerksgegenstands, ahd. chil, kîl (Graff 4, 386), mhd. kîl st.m. ‚Keil‘ (Lexer 1, 1570; Kluge/Mitzka 362; Weigand/Hirt 1, 1018; DWB 11 [V], 446ff.).

Als Wort ist Keil in vielfältigen direkten und übertragenen Gebrauchsweisen bekannt (SHessWb 3, 1237f.). Die im südwestlichen Oberdt. verbreitete Nebenform Keidel, die dort auch als FlN auftritt (Keinath 64; SchwäbWb 4, 308; Vollmann 25), reicht als Wort bis an den hessischen Südrand (SHessWb 3, 1237), hat sich aber hier nicht in FlN niedergeschlagen. Hingegen scheint sich eine alte Nebenform Keul (DWB 11 [V], 448f.) vereinzelt in FlN-Formen widerzuspiegeln, sofern dabei nicht nhd. Keule zugrunde liegt.

2

Von der sprachlichen Form her gibt es kaum Identifizierungsschwierigkeiten, da die Hauptvarianten Keil und Kiel wenig phonologische Varianz aufweisen. Die vereinzelten Kiel-Namen im Diphthongierungsgebiet wurden ausgesondert.

Sehr viel höher ist der Unsicherheitsgrad, ob nicht eine Reihe Keil-Namen, insbesondere wenn der Name BT ist, auf den auch in Hessen häufigen FamN Keil, Kiel zurückzuführen sind. Klar sind Fälle wie z. B. „Keilshäuschen“ (5318c3 Allendorf an der Lumda GIE), aber bei anderen Namen mit Flexions-/s/ wie Keilswiese, Keilsborn ist eine Entscheidung unmöglich. Obwohl sie mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit zum FamN gehören, sind die siebzehn einschlägigen Belege hier aufgenommen; sie verteilen sich ziemlich gleichmäßig über den ganzen Vorkommensraum.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 64

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Not-Keil: Not-Keil (Frohnhausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/71592_not-keil> (aufgerufen am 06.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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