Steck-Erde: in der Steckerden

Historischer Beleg aus Großkrotzenburg  
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Steck-Erde

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1664

Quelle

Staatsarchiv Marburg, 86. Hanauer Nachträge, Nr. _ 946.

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Erde

Zu ahd. erda, mhd. erde st. sw. F. ‚Erde‘. Die Namen können Eigenschaften des Bodens bzw. auf unbebauten Boden verweisen. Mit dem GT -kaute u.ä. zeugen sie vom Abbau von Töpfererde. Erdhäuser stehen zunächst im Zusammenhang mit der Jagd, später dienten sie Waldarbeitern als Unterstand. Erdfall bezieht sich auf einen Erdrutsch. - Der historische Beleg für einen Erdbaum geht vermutlich auf eine Umdeutung von mhd. ederbaum st. M. ‚Efeu‘ zurück.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Erde

Zu ahd. erda, mhd. erde st. sw. F. ‚Erde‘. Die Namen können auf unbebauten Boden bzw. Ödland verweisen. Mit dem GT -kaute oder -grube können sie auch vom Abbau von Töpfererde zeugen. Erdhäuschen stehen zunächst im Zusammenhang mit der Jagd, später dienten sie Waldarbeitern als Unterstand. Da Erde und Irre etymologisch verwandt sind, lassen sich nicht alle Belege sicher zuordnen. Zweifelsfälle stehen unter Irre.

Steck

In den Namenvorkommen haben sich (mindestens) drei verschiedene Appellative vermengt: Die meisten FlN entsprechen dem auch mundartlich weit verbreiteten Stecken, ahd. stecko, stehho, mhd. stecke sw. M. ‚Stecken, Knüttel, Pfahl, Stock‘. Der Name erinnert dann an Orte, wo Stecken geschlagen oder für verschiedene Zwecke, besonders zur Abgrenzung, verwendet wurden. Sicher hierhin gehören aber nur die FlN, die auf -en ausgehen und im Singular stehen. Aber auch viele der Steck-Formen lassen sich hier zuordnen, denn diese Kurzform ist in Hessen historisch belegt, etwa bei Alberus1. Allerdings ist bei diesen Formen auch die Ableitung von *Stöcke, d. h. dem Plural von Stock (s. d.) mit Entrundung /ö/ /e/ und Apokope des -e möglich. Das gilt auch für die Formen, bei denen ein flektierter Plural *in den Stöcken angenommen werden kann (z. B. Unter-Flockenbach, Wolfskehlen). Schließlich lassen sich die Steck-Formen auch als Entrundungen von Stück (s. d.) verstehen. Manche historischen Belegreihen weisen Schwankungen und Unsicherheiten auf, die zeigen, dass die Vermengungen früh begonnen haben.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Steck-Erde: in der Steckerden (Großkrotzenburg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/713168_in-der-steckerden> (aufgerufen am 14.07.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/713168