Pfarr-Wiebel: bey der Pfarwibel

Historischer Beleg aus Großkrotzenburg  
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Pfarr-Wiebel

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1663

Quelle

Staatsarchiv Marburg, 86. Hanauer Nachträge, Nr. _ 2253.

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Pfarr

Zu ahd. pfarra, mhd. pharre st. sw. F. ‚Sprengel, Pfarrkirche‘. Das Wort ist vermutlich eine Entlehnung aus spätlat. par(r)ochia, ‚Gesamtheit der unter einem Bischof stehenden Christen, Diözese‘, dann ‚Pfarrsprengel einer Bischofsstadt‘. Die FlN verweisen auf Grundbesitz der Pfarreien. Soweit ihn der Pfarrer nicht selbst nutzte, wurde er verpachtet und diente so der finanziellen Unterhaltung der Pfarrei.

Wiebel

Die zusammengehörigen Belege in Albach und Steinbach lassen in ihrer ältesten Form von 1492 erkennen, dass der FlN aus mhd. witewal st. M. F. ‚Goldamsel‘ entstanden ist. Erhalten ist hier das fem. Genus und die Konsonantenfolge <-t(e)w-> im Inlaut, die in der Folge zu <-b(b)-> verschmilzt. Der Name verweist auf das Vorkommen des Vogels in diesem Gebiet. - Der Beleg in Queckborn hingegen hat den FamN Wiebel zur Grundlage, der im Raum auch historisch vorkommt.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Pfarr

Zu ahd. pfarra, mhd. pharre st. sw. F. ‚Sprengel, Pfarrkirche‘. Das Wort ist vemutlich eine Entlehnung aus spätlat. par(r)ochia ‚Gesamtheit der unter einem Bischof stehenden Christen, Diözese‘, dann ‚Pfarrsprengel einer Bischofsstadt‘. Davon abgeleitet, nach dem Muster von Propstei, Kaplanei, ist gleichbedeutendes Pfarrei. Die FlN verweisen auf Grundbesitz der Pfarreien. Soweit ihn der Pfarrer nicht selbst nutzte, wurde er verpachtet und diente so der finanziellen Unterhaltung der Pfarrei. Die Belege erscheinen vereinzelt seit der Mitte des 15. Jh.s (Babenhausen, Lorsch, Pfungstadt) und sind jünger als vergleichbares Pfaffe (s. d.).

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Pfarr-Wiebel: bey der Pfarwibel (Großkrotzenburg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/713129_bey-der-pfarwibel> (aufgerufen am 14.07.2026)

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