Sime-Born: Am Simen born

Historischer Beleg aus Geislitz  
Gemeinde
Linsengericht
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Sime-Born

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1781

Quelle

Staatsarchiv Marburg, Karten, A II 1638.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Born

Zu ahd. brunno, purnno, mhd. burne, born sw. M. ‚Brunnen, Quelle‘. Namengebend sind natürlich fließende, nicht gegrabene Quellbrunnen, aus denen geschöpft werden konnte; auch kleine Quellbrunnen im Walde und Wiesenquellen. Born ist eine mitteldt./niederdt. Form und durch /r/-Metathese aus oberdt. Brunnen, ahd. brunno, ‚Brunnen‘ entstanden.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Born

Zu ahd. brunno, purnno, mhd. burne sw. M. ‚Brunnen, Quelle‘. Namengebend sind natürlich fließende, nicht gegrabene Quellbrunnen, aus denen geschöpft werden konnte; auch kleine Quellbrunnen im Walde und Wiesenquellen. Born ist eine mitteldt./niederdt. Form und durch r-Metathese aus oberdt. Brunnen, ahd. brunno, mhd. brunne ‚Brunnen‘ entstanden. Das Diminutiv Börnchen erscheint in Bieber, Bürgel, Büttelborn, Dorndiel, Heppenheim, Klein-Gerau, Königstädten, Klein-Umstadt, Lampertheim?, Offenthal, Raibach, Weiterstadt, Wixhausen, Worfelden. Auffällig ist der Name Bornsprung in Trebur (GT zu springen), der sich zu Borkel (s. d.) und Brunkel (s. d.) stellt. Bornweichel (Gräfenhausen) scheint eine Zersprechung aus -weiher zu sein1.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Semde f. (m./n.)

1

Als Bezeichnung für die Binse ist die Semde, ahd. semida f. (Graff 6, 222), mhd. semede, semde st.sw.f.‚ st.n. ‚Schilf, Ried, Binse‘ (Lexer 2, 873) im deutschen Sprachraum weit verbreitet, wenngleich im Niederdt. „anscheinend nur in älterer Sprache“ (DWB 16 [X, I] 557), mnd. semede (Schiller/Lübben 4, 187). In Hessen, vor allem nördlich des Mains, ist die Bezeichnung für die Binse in vielfältigen Varianten gebräuchlich (Kehrein 377; Crecelius 787; v. Pfister 276; HNassWb 3, 554, 576ff.). Die in den FlN belegten Varianten lassen sich auf fünf Haupttypen reduzieren, die allerdings zusätzlich im Vokalismus variieren (/e:‚ e, i:, i, a/): Neben der auf -/(e)d(e)/ ausgehenden Form stehen zu /ds/ und /s/ spirantisierte Formen -/(e)ds(e)‚ -/(e)s(e)/. Hinzu kommt eine auf /e/ ausgehende Nebenform se:me u.ä.‚ die häufiger zu /se(:)miç/ kollektiviert auftritt. Allerdings haben auch -/(e)d/und -/e(d)s/- als Suffixe kollektivierende Eigenschaft: ‚Ort, wo es viele Semen gibt‘ (vgl. Dittmaier 56).

2

Außer diesen einzuordnenden und deshalb sicher identifizierbaren Namentypen sind drei Varianten (mit geringer Belegzahl) aufgenommen, bei denen Vermengung mit anderen Bedeutungen nicht ausgeschlossen werden kann:

1. Senft(e) (HNassWb 3, 578) (Vermengung mit Senf, dial. auch /senfd/).

2. Simmer u.ä. (Plural zu Simme u.ä. oder Vermengung mit Simmer ‚Getreidehohlmaß‘ (20-50 Pfund) (HNassWb 3, 601; Vgl. Dittmaier 29l)

3. Simmel, Semmel u.ä. (hierher?; vgl. HNassWb 3, 577).

Die /se(:)men/- sind aufgenommen.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 128

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Sime-Born: Am Simen born (Geislitz)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/711336_am-simen-born> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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