Mandel-Mühle: bey der mandeler mühl

Historischer Beleg aus Ewersbach  
Gemeinde
Dietzhölztal
Landkreis
Lahn-Dill-Kreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Mandel-Mühle

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

Ende 18. Jahrhundert

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Bergewersbach, Nr. 4.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Mandel

Die Namen beziehen sich auf zwei Örtlichkeiten: 1. den Grenzbereich zwischen Langgöns, Dornholzhausen und Niederkleen, 2. den Bereich der heutigen Kinzenbacher Mühle an der Bieber. Die reichen Überlieferungsstränge für beide Örtlichkeiten legen in den älteren Belegen die Vermutung nahe, dass es sich um wüst gefallene Siedlungen handelt, von denen im einen Fall die Kinzenbacher Mühle, identisch mit der Mandelmühle, als Teilwüstung übrig geblieben ist. Deren Name kann nicht von dem FamN Mandler kommen, obwohl dieser schon seit 1492 in Heuchelheim bezeugt und bis heute hier verbreitet ist. Dann müsste die Mühle im BT ein Flexions-/s/aufweisen. Es ist deshalb eher so, dass der FamN Mandler sich von der Mandel(mühle) ableitet. Von der Lage her kommen beide Örtlichkeiten als Siedelstellen gut in Betracht. Unabhängig davon, ob es hier tatsächlich Siedlungen gab oder nicht, gehen die Namen der Örtlichkeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ahd. mantala, mhd. mantel st. F. ‚Föhre‘ zurück, wobei einzelne allein stehende Kiefern schon namengebend sein konnten.

Mühle

Zu ahd. mulî, mulin ‚(mit Wasserkraft betrieben) Mühle, Mühlstein‘, mhd. mül, müle st. sw. F. ‚Mühle‘, einer Entlehnung aus gleichbedeutend lat. molina. Die mündlichen Formen haben oft die Form /me(:)n/, wobei das /n/ entweder aus der Flexion stammt: *an der müh(le)n oder durch /n/-/l/-Dissimilation entstanden ist. Namengebend waren meist Wassermühlen sowie die zu ihrem Betrieb notwendigen technischen Anlagen wie etwa Wassergräben und Stauwehre. Auf den Mühlwegen wurden Getreide und das gemahlene Mehl transportiert. Nur in einem Beleg steckt erkennbar ein FamN: Mühlhansenroth in Langd gehört zum PN Hans Mühl als ÜberN ‚der an/von der Mühle‘.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Mandel

Zu ahd. mandala, mhd. mandel st. F. M. ‚Mandel‘, einer Entlehnung aus spätlat. amandula. Namengebend war dann die Bepflanzung mit Mandelsträuchern und -bäumen (Prunus amygdalus). Sprachlich können die Namen aber auch zu ahd. mantala, mhd. mantel st. F. ‚Kiefer, Föhre (Pinus sylvestris)‘ gestellt werden.

Mühle

Zu ahd. mulî, mulin ‚(mit Wasserkraft betriebene) Mühle, Mühlstein‘, mhd. mül, müle st. sw. F. ‚Mühle‘, einer Entlehnung aus gleichbedeutend lat. molīna. Namengebend waren Wassermühlen sowie die zu ihrem Betrieb notwendigen technischen Anlagen wie etwa Wassergräben (Mühlgräben) und Stauwehre (Mühlwehr). Mühlwehr steckt möglicherweise auch in Müllwert (Biebesheim am Rhein). Millert, Müllert sind vermutlich wie Bangert aus Baum-garten Zusammenrückungen aus Mühl-garten. Auf den Mühlwegen wurden Getreide und das gemahlene Mehl transportiert. Müllenrad (in Nieder-Roden) gehört nicht zu Mühlrad, sondern ist zu den -rod-Namen mit PN als BT zu stellen. Unklar ist der GT des Belegs aus Winterkasten.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Mandel-Mühle: bey der mandeler mühl (Ewersbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/70496_bey-der-mandeler-muehl> (aufgerufen am 14.07.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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